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Junges Orchester will Konzertatmosphäre aufbrechen

Andreas Schulz bei der Premiere mit den Nordkurier-Sinfonikern im Dezember in der Neubrandenburger Konzertkirche. Foto: Robert Stoll
Andreas Schulz bei der Premiere mit den Nordkurier-Sinfonikern im Dezember in der Neubrandenburger Konzertkirche. Foto: Robert Stoll
Robert Stoll

Andreas Schulz ist zugleich Gründer und Leiter des Jungen Sinfonieorchesters Berlin. Am 22. September gastiert er mit seinem Ensemble das zweite Mal in der Neubrandenburger Konzertkirche. Frank Wilhelm sprach mit ihm.

Der „Boléro“ von Maurice Ravel oder aber der „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan sind Hits der Klassik. Haben Sie sich deshalb für die Tänze im Abendprogramm entschieden?

Wir wollen mit den Tänzen Musik spielen, zu denen auch ein Publikum Zugang findet, das nicht regelmäßig ins klassische Konzert geht. Tänze lösen im Körper immer auch Bewegung aus.

Also wäre es okay für Sie, wenn einfach jemand aus dem Publikum aufsteht und mittanzt?

Ja, das wäre toll. Gerade als junges Orchester wollen wir die klassische Konzertatmosphäre aufbrechen und Hürden abbauen. Ich finde auch, dass Zuhörer ruhig mal zwischen den Sätzen einer Sinfonie klatschen können. Was heute ein wenig verpönt ist, war früher gang und gäbe.

Apropos Hürden abbauen: Haben Sie deshalb auch Juri Tetzlaff als Moderator fürs Abendprogramm eingeladen?

Wir arbeiten sehr gerne mit Juri Tetzlaff zusammen. Bei der Premiere der Nordkurier-Sinfoniker hat er die Nusknacker-Suite im Familienkonzert moderiert, dieses Jahr „Peter und der Wolf“. Juri Tetzlaff schafft es immer wieder, den Zuhörern sein fundiertes Wissen über die klassische Musik unterhaltsam zu vermitteln. Damit baut er interessante Brücken fürs Publikum.

Die Tänze hören sich leicht und beschwingt an. Und sie sind relativ kurz. Da haben Sie und Ihre Musiker doch leichtes Spiel, oder?

So einfach sollte man sich das nicht vorstellen. Der „Boléro“ von Ravel ist beispielsweise groß besetzt. Verschiedene Instrumente spielen einen Solopart, beispielsweise Horn, Posaune und Saxophon. Das Schwierige ist, diese Instrumente wieder zu einem gemeinsamen Orchesterklang zusammenzuführen. Rachmaninows Erster Sinfonischer Tanz weist wiederum ein sehr komplexes Instrumentarium auf.

Es ist jetzt ein dreiviertel Jahr her, dass Sie mit dem Jungen Sinfonieorchester Berlin erstmals auf Einladung des Nordkurier in der Neubrandenburger Konzertkirche gastierten. Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Der tolle Saal natürlich, auf den wir uns erneut freuen. Beide Konzerte zusammen waren eine schöne Gesamtveranstaltung, auf die wir uns auch dieses Mal wieder freuen. Für die Musiker ist das Doppelkonzert aber natürlich auch eine Herausforderung: Wir fahren morgens los, proben und spielen dann bis in die Nacht hinein. Und dann geht’s wieder zurück nach Berlin.

 

Die Nordkurier-Sinfoniker spielen am 22. September um 15.30 Uhr ein Familienkonzert mit "Peter und der Wolf". Juri Tetzlaff agiert als Sprecher. Am Abend erklingen ab 19 Uhr "Tänze aus aller Welt". Karten gibt es im Medienhaus des Nordkurier in Neubrandenburg oder aber telefonisch unter 08004575033. Für Abonnenten gibt es einen Rabatt.