Verein fordert
Kulturerbejahr soll für Erhalt der Guts- und Herrenhäuser genutzt werden

Das Gutshaus in Tellow (Landkreis Rostock) ist das Zentrum des Thünen-Museums.
Das Gutshaus in Tellow (Landkreis Rostock) ist das Zentrum des Thünen-Museums.
Bernd Wüstneck/Archiv

Mecklenburg-Vorpommern hat aus Expertensicht einen einzigartigen Schatz: Die rund 1500 Guts- und Herrenhäuser. Diese müssten aber alle erhalten werden.

Das Kulturerbejahr 2018 bietet nach Ansicht des Vereins der Guts- und Herrenhäuser in MV eine besondere Chance, auf die Vielfalt und Geschichte dieser Immobilien hinzuweisen. „Mecklenburg-Vorpommern hat mit seiner Dichte an Guts- und Herrenhäusern ein Alleinstellungsmerkmal”, sagte der Vereinsvorsitzende Manfred Achtenhagen.

Seiner Ansicht nach würde die Bewerbung des Schweriner Schlosses als Weltkulturerbe aussichtsreicher, wenn die Vielfalt der Guts- und Herrenhäuser und die dazugehörende Park- und Kulturlandschaft miteinbezogen würde. „Das Schweriner Schloss ist nicht typisch für das Land.” Die Guts- und Herrenhäuser repräsentierten dagegen das wirkliche Kulturerbe Mecklenburg-Vorpommerns. 80 Prozent der Dörfer im Land seien Gutsdörfer. Von den rund 1500 Guts- und Herrenhäusern sei rund ein Drittel saniert und werde meist touristisch genutzt. Ein weiteres Drittel sei unsaniert und werde trotzdem genutzt. „Und das letzte Drittel verfällt.”

Wichtiger Baustein für touristisches Ansehen des Landes

Achtenhagen zeigte sich davon überzeugt, dass alle Immobilien gerettet werden könnten. Er verwies dabei beispielsweise auf das Schloss Ulrichshusen, das Anfang der 1990er-Jahre saniert wurde, obwohl es zum großen Teil eine Brandruine war. Ulrichshusen gilt heute als Vorzeigeobjekt für die Restaurierung alter Häuser.

Für den Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Bernd Fischer, sind die Guts- und Herrenhäuser ein wichtiger Baustein für das touristische Ansehen des Landes. „Sie sind markante Zeichen für den ländlichen Raum”, sagte er. Zwischen 300 und 400 Häuser würden als touristische Highlights genutzt. Auch sein Verband sehe gute Chancen für die Nutzung von weiteren Häusern. Dabei sei jedoch immer zu bedenken, dass zur touristischen Nutzung eine hohe Qualität gehöre. Wenn diese Qualität nicht angeboten werden kann, dann sollte dieses Wagnis auch nicht eingegangen werden, sagte Fischer.