Buchcover von Liv Sievers’ Roman „Lagerraum 113”.
Buchcover von Liv Sievers’ Roman „Lagerraum 113”.
Rezension

Lagerraum 113 verbirgt grausames Geheimnis

Als der Hausmeister diesen Raum öffnet, trifft ihn fast der Schlag. Was er da sieht, davon erzählt Liv Sievers in „Lagerraum 113”.
Neubrandenburg

Diese Geschichte ist nichts für schwache Nerven. Das merkt Kriminalkommissarin Vanessa Lux in Liv Sievers Roman „Lagerraum 113” ziemlich schnell, auch wenn es zunächst nur nach einem üblen Scherz aussieht, was ihr da am ersten Arbeitstag in der neuen Abteilung zwecks Aufklärung zugeteilt wird. Bis sie aber den Fall aufklären kann, der sich schließlich als Mordserie entpuppt, muss sie sich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit und der ihres Vaters beschäftigen.

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Alles Zufall?

Und so geht’s los: Im Lagerraum eben mit der titelgebenden Nummer 113 muss aufgeräumt werden. Der Hausmeister soll ihn öffnen – und findet ein Wohnzimmer vor. Mittendrin eine Leiche. Meint er. Aber es ist nur eine Attrappe, die jedoch mit Schnittverletzungen ausgestattet ein Mordopfer darstellt. Ein Rätsel, vor dem die Ermittler stehen. Aber weil es nur eine Puppe ist, will der Vorgesetzte Dirk Hanke gar nicht so recht handeln. Oder steckt noch was ganz anderes dahinter? Vanessa, frisch versetzt in die Abteilung, wittert schließlich ein Geheimnis hinter dieser makaberen Zurschaustellung, zumal die dem Tatort gleicht, mit dem es ihr Vater, ein erfolgreicher Ermittler, einst zu tun hatte, bevor er ums Leben kam. Nun ist sie nicht nur in seiner Abteilung, sondern hat auch seinen Schreibtisch zugeteilt bekommen. Alles Zufall? Wohl kaum, was ihr die Fotos beweisen, die sie in den Unterlagen ihres Vaters findet.

Fallstricke und Wendungen eingebaut

Und dann gibt es noch mehr Puppen in Lagerräumen und neue Leichen, die allen klarmachen, was Vanessa längst geahnt hat: Da draußen läuft ein Serienkiller herum. Dabei galt der Fall doch als aufgeklärt, ihr Vater und sein Kollege, jetzt ihr Vorgesetzter, hatten einen Täter ins Gefängnis gebracht. War es doch nicht der richtige?

Autorin Liv Sievers erzählt die Geschichte um die junge Ermittlerin Vanessa Lux gradlinig, baut ein paar Fallstricke und Wendungen ein, nutzt Prolog und Epilog als kompositorische Mittel und führt den Leser schließlich zum spannenden Finale. „Lagerraum 113” ist als erster Band einer Reihe konzipiert, kann man dem Internetauftritt der Autorin entnehmen. Sie selbst lebt den Angaben zufolge in Niedersachsen, war in aller Welt unterwegs und Leiterin von Institut- und Museumsbibliotheken. Unter dem Pseudonym Michelle Raven schreibt sie zudem Romantic Thrills.

Liv Sievers: Lagerraum 113, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2021, 413 Seiten, 12,99 Euro.

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