TSCHECHISCHER SCHAUSPIELER

"Major Zeman"-Darsteller Vladimir Brabec gestorben

Kritiker bemängelten kommunistische Propaganda, Fans sprachen von Kult: Der Darsteller der umstrittenen Fernsehserie „Die Kriminalfälle des Majors Zeman” ist nun im Alter von 83 Jahren gestorben.
dpa
Vladimir Brabec starb am Freitagabend im Alter von 83 Jahren.
Vladimir Brabec starb am Freitagabend im Alter von 83 Jahren. Lena Brauner/Screenshot Blesk.cz
Prag ·

Der tschechische Schauspieler Vladimir Brabec, Hauptdarsteller in der umstrittenen Fernsehserie „Die Kriminalfälle des Majors Zeman”, ist tot. Er starb am Freitagabend im Alter von 83 Jahren, wie die Agentur CTK am Samstag berichtete.

Die tschechoslowakische Serie aus den Jahren 1975 bis 1980 um einen Polizisten, der nach und nach zum Major aufsteigt, wurde auch im DDR-Fernsehen und in vielen anderen sozialistischen Ländern ausgestrahlt. Kritiker bezeichneten sie als kommunistische Propaganda. Viele Fans sprechen hingegen von einer Kultserie.

Er lieh Sean Connery und Marlon Brando seine Stimme

Brabec selbst war nie Mitglied der kommunistischen Partei. „Am Anfang (der Dreharbeiten) wussten wir nicht, worauf wir uns einlassen – und später war dann keine Flucht mehr möglich”, sagte er einmal rückblickend.

Später widmete er sich der Arbeit als Synchronsprecher und gab unter anderem Sean Connery, Jack Lemmon und Marlon Brando auf Tschechisch eine Stimme. Für seine Rolle des homosexuellen Chansonniers Carol Todd in der Verwechslungskomödie „Victor/Victoria” am Musicaltheater in Prag-Karlin erhielt er 2001 den tschechischen Theaterpreis „Thalia”.

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