Kostenloses Konzert

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Marteria und Casper rappen in Chemnitz gegen Rechts

Marteria (links) und Casper machen den Auftakt: An den kommenden vier Montagen sind in Chemnitz kostenlose Konzerte geplant (Archivbild).
Marteria (links) und Casper machen den Auftakt: An den kommenden vier Montagen sind in Chemnitz kostenlose Konzerte geplant (Archivbild).
Christian Hedel

Nach den Gewaltexzessen in Chemnitz wollen die Rapper Marteria und Casper ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz setzen. Der Auftakt von insgesamt vier „Montags-Konzerten”.

Marteria und Casper, zwei der bekanntesten deutschen Rapper, wollen nach den Demonstrationen und Aufmärschen in Chemnitz ein Zeichen gegen Rechts setzen und haben daher für den kommenden Montag ein gemeinsames Konzert angekündigt: Der Eintritt ist frei, Treffpunkt ist der „Kopp” in Chemnitz (Brückenstraße), um 17 Uhr geht es los.

Vier Konzerte geplant

Laut der Freien Presse (Regionale Tageszeitung in Chemnitz), sollen an den kommenden vier Montagen Konzerte am großen Karl-Marx-Kopf stattfinden. Sie „werden von einem breiten Bündnis aus Chemnitzer Kultureinrichtungen unter der Schirmherrschaft von Kraftklub organisiert”, sagte Sören Uhle, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderung CWE, der Freien Presse.

Den Auftakt dazu machen also Marteria und Casper, die gerade erst eine gemeinsame Tour angekündigt haben und am 31. August zusammen ein Album veröffentlichen wollen. Erst am vergangenen Wochenende standen sie bei „Jamel rockt den Förster” gemeinsam mit Herbert Grönemeyer auf der Bühne. Mit dem Festival – eröffnet wurde es von Bela B (Die Ärzte) – protestieren die Initiatoren gegen die starke Neonaziszene in dem kleinen Ort. Auch beim Marteria-Heimspiel im Rostocker Ostseestadion am Sonnabend ist Casper mit von der Partie.

Gewaltexzesse in Chemnitz

Am Montagabend standen 6000 Demonstranten aus dem eher rechten Spektrum, darunter gewaltbereite Neonazis und Hooligans, etwa 1500 Gegendemonstranten gegenüber – dazwischen knapp 600 Polizisten. Bei den Krawallen gab es mindestens 20 Verletzte, unter ihnen zwei Polizisten. Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, hat nach den Ausschreitungen die Polizei kritisiert.

Anlass für die Demonstrationen war der Tod eines 35-jährigen Mannes am Rande des Chemnitzer Stadtfestes am Sonntag. Er war niedergestochen worden. Ein Syrer und ein Iraker wurden als Tatverdächtige verhaftet.