Großer Zapfenstreich

Merkel wünscht sich DDR-Kultsong zum Abschied

Zum Abschied wird Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Bundeswehr mit dem Großen Zapfenstreich geehrt. Sie wünscht sich Schlager, ein Kirchenlied und einen DDR-Klassiker.
dpa
Angela Merkel (CDU) hat in ihrer Zeit als Bundeskanzlerin schon viele Zapfenstreiche besucht. Hier vor dem Schloss Bellevue zu
Angela Merkel (CDU) hat in ihrer Zeit als Bundeskanzlerin schon viele Zapfenstreiche besucht. Hier vor dem Schloss Bellevue zum Abschied des damaligen Bundespräsident Christian Wulff im März 2012. Hannibal Hanschke
Berlin

Die Bundeswehr verabschiedet sich am kommenden Donnerstagabend mit einem Großen Zapfenstreich von der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Anders als üblich gebe es wegen der Corona-Pandemie aber keinen Empfang und eine deutlich geringere Zahl an Gästen, kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin an. Die Kanzlerin werde das Verteidigungsministerium im Anschluss direkt wieder verlassen. Als Ehrengast wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.

Der Beginn des Großen Zapfenstreichs im Hof des Bendlerblocks, dem Berliner Dienstsitz des Ministeriums, ist für 19.30 Uhr geplant, zuvor wird Merkel eine kurze Rede halten. Die Zeremonie soll live im Fernsehen übertragen werden.

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Hildegard Knef, „Großer Gott” und Nina Hagen

Nach einem „Spiegel“-Bericht hat Merkel für den Großen Zapfenstreich als musikalische Einlage unter anderem den Titel „Für mich soll's rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef ausgesucht. Neben dem Kirchenlied „Großer Gott, wir loben Dich“ probe das Stabsmusikkorps der Bundeswehr auch den Song „Du hast den Farbfilm vergessen“, mit dem die Punk-Sängerin Nina Hagen 1974 in der DDR einen Hit landete. Seibert wollte sich zur Auswahl der Musikstücke nicht äußern.

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Der „Spiegel“ schreibt weiter, eingeladen seien rund 200 Gäste, darunter die 52 Bundesministerinnen und -minister aus ihrer Regierungszeit und andere Wegbegleiter. Die Kanzlerin werde die Zeremonie laut aktueller Planung im Sitzen abnehmen.

Fackeln, Zeremoniell und 2G-plus

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, die Veranstaltung finde wegen der Corona-Pandemie „unter schärfster Beachtung der geltenden Regularien“ statt. Im Wesentlichen gehe es darum, dass von den Soldaten die Abstände zu den Besuchern eingehalten werden müssten. Für die Veranstaltung gelte die 2G-plus-Regelung – Teilnehmer müssen geimpft oder genesen sein und zudem einen Test vorweisen.

Der Große Zapfenstreich gilt als die höchste Würdigung, welche die deutschen Streitkräfte einer Zivilperson zuteilwerden lassen können. Mit dem Brauch werden neben Bundeskanzlerinnen und Bundeskanzler etwa auch Bundespräsidenten und Verteidigungsminister bei ihrer Verabschiedung geehrt. Seine Ursprünge gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das Zeremoniell findet immer abends statt, besteht aus einem Aufmarsch, mehreren Musikstücken – darunter die Nationalhymne – und dem Ausmarsch. Auch Fackeln gehören dazu.

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