KEYBOARDER

Mit Peter Meyer wird der erste Puhdy 80

Er steht für das P in Puhdys: Peter Meyer wird 80 und ist zufrieden mit dem, was ihm das Leben bislang beschert hat. Er hat aber einen Geburtstagswunsch, der wohl unerfüllt bleibt.
Peter Meyer wird 80.
Peter Meyer wird 80. Kai Horstmann
Peter Meyer in der Ausstellung anlässlich des 40. Geburtstages der Puhdys in der Burg Storkow.
Peter Meyer in der Ausstellung anlässlich des 40. Geburtstages der Puhdys in der Burg Storkow. Kai Horstmann
Peter Meyer wurde am 5. Januar 1940 in Wildschütz geboren.
Peter Meyer wurde am 5. Januar 1940 in Wildschütz geboren. Kai Horstmann
Peter Meyer spielte bei den Puhdys das Keyboard.
Peter Meyer spielte bei den Puhdys das Keyboard. Kai Horstmann
Berlin.

Er steht für das P der Puhdys (Peter, Udo, Harry, Dieter plus ys) und wird am 5. Januar 80 Jahre alt, der älteste Puhdy. Seine Geburtstage feiert er allerdings schon lange nicht mehr. Stattdessen ist Meyer dann mal weg. Seit der Auflösung der Puhdys ist es musikalisch um ihn ohnehin wesentlich ruhiger geworden. Dabei hat er noch Lust, auf der Bühne zu stehen und die Fans zu begeistern, zumal es ihm gesundheitlich richtig gut geht.

Fit hält er sich mit Radfahren und Schwimmen, im Sommer vor allem am Müggelsee, der nur wenige hundert Meter von seinem Haus entfernt liegt. „Ich wohne hier am schönsten Platz der Welt“, sagt Peter Meyer, der den Spitznamen „Eingehängt“ trägt. Als der Musiker Anfang der 1980er Jahre das Haus in Rahnsdorf kaufte, war Mit-Puhdy Harry Jeske sein Nachbar. Das Haus zu erwerben, war auch für den berühmten Musiker nicht ganz einfach. „Um das Haus zu bekommen, startete ich den wohl größten Wohnungstausch der DDR – insgesamt 14 Familien mit 36 Personen wechselten die Wohnungen. Das mache ich nie wieder“, berichtet Meyer lachend.

Schon damals war er mit Karin Pohl zusammen, inzwischen sind es schon über 40 gemeinsame Jahre. Sie haben Tochter Antonia, dazu kommt Meyers Sohn Hendrik Röder aus einer früheren Beziehung. Der spielt bei der Band „Bell, Book and Candle“ den Bass. Seine beiden musikalischen Enkel Ludwig und Tom haben schon lange ihre ersten Konzertauftritte hinter sich.

Kennengelernt hatten sich Meyer und Pohl auf einem Puhdys-Konzert in Teltow. Seither leben sie in wilder Ehe zusammen. Daran wird sich wohl nichts ändern. „Ich habe Angst vor Scheidungen, deshalb heirate ich nicht“, gesteht Peter Meyer ein.

Schon als Kind im Spielmannszug

Sein Leben begann in Wildschütz (Sachsen-Anhalt). Sein Vater Alfred reparierte Baggerschaufeln für den Kohleabbau und nahm sein einziges Kind zum Spielmannszug mit. Dort spielte Peter Meyer im Alter von neun Jahren bereits Querflöte und Akkordeon. Zu Festtagen kommt er gerne in seinen Geburtsort, um seine Cousine besuchen. Nach der Schule war er nach Wismar gegangen, um Schiffsmaschineningenieur zu werden. „Das war nichts für mich, dann wollte ich Lehrer werden und wurde zum Glück Berufsmusiker“, erzählt Meyer.

Mit den Puhdys spielte er in über 20 Ländern. Besonders in Erinnerung blieb ihm aber das Konzert in der Waldbühne 1999, wo die Puhdys ihr 30. Jubiläum feierten. Dort ritt Meyer mit einer Kuh auf die Bühne. Zuvor hatte er bei dem letzten DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel in Mecklenburg-Vorpommern reiten geübt. Die Angst, dass die Kuh wegen der vielen Menschen und des lauten Rummels durchdreht, war groß. Aber sie wurde auf die Bühne geführt, und „Eingehängt“ spielte auf ihrem Rücken Saxophon. „Bei der Kuh handelte es sich um eine Filmkuh aus Brandenburg. „Auf der Bühne hinterließ sie beim Auftritt zum Glück keinen Flatschen, aber danach hinter der Bühne, in den prompt Peter Rasym hineintrat“, verrät Meyer.

Traurig über Streiterei mit Bandkollegen

Traurig stimmt ihn das Zerwürfnis der Puhdys, für das er hauptsächlich Dieter Birr verantwortlich macht. Es begann im Jahr 2010. „Maschine“ akzeptierte, so Meyer, immer seltener die Meinung der anderen. „Es fiel uns immer schwerer, miteinander zu reden“, sagt er. Der Streit eskalierte, die Puhdys gaben die Auflösung der Band bekannt. Den letzten gemeinsamen Auftritt hatten die Musiker im Sommer 2016 auf der Rocklegenden-Tour.

„Mich ärgert, wenn Maschine behauptet, er würde jetzt mit besseren Musikern zusammenarbeiten. Unverständlich, dass er das erst nach über 40 Jahren erfolgreicher Arbeit merkt. Es geht doch nicht darum, wer besser ist, sondern die Fans wollen die Puhdys gemeinsam sehen. So hat es auch keinen Sinn, dass die Puhdys ohne Maschine auftreten“, betont Meyer. Seit Anfang 2018 klagt Birr auf die Rechte an seinen Kompositionen. Dagegen wurden viele Songs gemeinsam komponiert, besonders oft tat Birr das zusammen mit Meyer. So auch unter Pseudonymen das Lied „Ich hab so großes Heimweh“ für die Wildecker Herzbuben.

„In dem Streit geht es vor allem um die Rechte an den Titeln. Früher hätten wir das in aller Ruhe unter uns geklärt. Das kann niemand verstehen. Trotzdem wünsche ich Maschine viel Gesundheit und Erfolg“, erklärt Peter Meyer.

Wie tief der Riss ist, zeigt das 50. Bandjubiläum der Puhdys. Dieses wurde von Quasters Sohn Sven Hertrampf mit seiner Band Stamping Feet in der Rostocker Ostseehalle organisiert. Dafür ist „Eingehängt“ auch dankbar. Zugleich berichtet der ehemalige Puhdys-Keyboarder aber von einem gescheiterten Jubiläumsvorhaben. „Unser Manager Rolf Henning wollte eine große Jubiläumsshow in Leipzig stattfinden lassen, das Stadion war schon vorgebucht worden. Dazu verhandelte er mit Dieter Birr, und dieser lehnte das Vorhaben ab“, sagt Meyer enttäuscht. Dagegen hätten die anderen drei Puhdys sich einen Auftritt vorstellen können. Deshalb spricht Peter Meyer von seinem größten Geburtstagswunsch: „Mit 80 möchte ich noch einmal mit den Puhdys auf der Bühne stehen.“

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