FEINE SAHNE FISCHFILET

"Monchi" spielt im „Polizeiruf” brüllenden Heimmitarbeiter

Feine-Sahne-Sänger Jan „Monchi” Gorkow spielt am Sonntag im Polizeiruf 110 mit. Das Gastspiel in der Folge „Kindeswohl” ist aber nicht sein einziger Auftritt an diesem Fernsehabend.
Christine Gerhard Christine Gerhard
In der Nebenrolle des Heimmitarbeiters reicht Gorkows Wortschatz über Kraftausdrücke kaum hinaus.
In der Nebenrolle des Heimmitarbeiters reicht Gorkows Wortschatz über Kraftausdrücke kaum hinaus. Daniel Karmann
Rostock.

Mal anders ist Jan „Monchi” Gorkow, Sänger und Frontmann der umstrittenen Punkband Feine Sahne Fischfilet, am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen: Der Musiker, der in Jarmen aufgewachsen ist, hat einen Gastauftritt im Rostocker „Polizeiruf 110” – brüllend statt singend aber gewohnt wütend und in der üblichen Jogginghose. Eher unüblich: In der Nebenrolle des Heimmitarbeiters reicht Gorkows Wortschatz über Kraftausdrücke kaum hinaus.

Um überforderte Heimmitarbeiter wie Gorkows Figur geht es in „Kindeswohl”, um überlastete Jugendämter und um Kinder und Jugendliche, die an Pflegefamilien im Ausland abgegeben werden. In diesem Milieu ermittelt Charly Hübner als Hauptkommissar Alexander Bukow, der dem engagierten Antifaschisten Gorkow bei den Dreharbeiten nicht zum ersten Mal begegnet ist.

Drei Jahre lang hat der ebenfalls aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Hübner Monchi mit der Kamera begleitet. Das Ergebnis: Eine Dokumentation über ein „Wildes Herz”, die dem linksradikalen Antifaschisten unter die harte Schale blickt, und die in diesem Monat ein Jahr alt wird. Beleuchtet wird darin auch Gorkows Konflikt mit dem Verfassungsschutz des Landes, der ihn bereits als staatsfeindlich eingestuft hat, und natürlich Monchis Kampf gegen den Faschismus. Für die Dokumentation müssen Fans nach dem Polizeiruf nicht einmal den Sender wechseln: Das Erste zeigt sie am Sonntag um 23.35 Uhr.

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Kommentare (3)

Na, da haben Sie aber bestimmt für Ihren vortrefflichen Artikel ein dickes Lob vom Chef bekommen! Danke für die Hinweise auf die Radikalität dieses Mannes. Deren Deutlichkeit offenbart, bei welcherart Leser Sie ebenfalls Punkte auf der nach rechts offenen Reichweitenskala sammeln wollen.
Irgendwie war der nordkurier mal ganz anders... schade

Schlimm, dass diesem verbrecherischen Gewaltverherrlicher eine Bühne geboten wird. Hinter Gittern wäre er besser aufgehoben.
Überraschenderweise wird aber auf diese Radikalität im Artikel hingewiesen, danke dafür.

Ich schaue mir den Tatort und Polizeirufe am Sonntag schon lange nicht mehr an. Seit Schimanski kann ich mich nicht mehr an einen politisch neutralen Kommissar erinnern. Und es wurde in den Jahren immer offensichtlicher und schlimmer. Nur noch "Betreutes Denken", nein danke!