„AUßENSEITER – SPITZENREITER”

Museum zeigt skurrile Ausstellung aus DDR-Zeiten

Das Museum der Dinge in Berlin ist immer wieder für ungewöhnliche Ausstellungen gut. Jetzt geht es um ausgeflippte Streichhölzer aus der DDR.
dpa
Die Sammlung zeigt krumme und verwachsene Zündhölzer, die nicht der Norm entsprachen.
Die Sammlung zeigt krumme und verwachsene Zündhölzer, die nicht der Norm entsprachen. Jörg Carstensen
Ein Blick auf die Streichholzausstellung "Lumomonsterologie" des Sammlers Peter Herbert im Museum der Dinge in Berlin.
Ein Blick auf die Streichholzausstellung „Lumomonsterologie” des Sammlers Peter Herbert im Museum der Dinge in Berlin. Jörg Carstensen
Berlin ·

Das Museum der Dinge in Berlin zeigt eine skurrile Ausstellung aus DDR-Zeiten. Unter dem Titel „Lumomonsterologie” präsentiert das Kreuzberger Haus vom 1. Dezember bis 26. März eine Sammlung von krummen und verwachsenen Zündhölzern, die nicht der Norm entsprachen. Das Ganze sei „absolut ernst” gemeint, betont das Museum.

Thema bei „Außenseiter – Spitzenreiter”

Dahinter steckt demnach der Berliner Sammler Peter Herbert (60), der in Neulewin im Oderbruch lebt. Präsentiert werden 814 Streichhölzer von rund 2800 Exemplaren in 15 Insektenschaukästen. Dazu zeigt das Museum Ausschnitte aus dem DDR-Fernsehen. Die Sammlung war in den 1980er Jahren Thema in der legendären Sendung „Außenseiter – Spitzenreiter”.

Den Begriff „Lumomonsterologie” leitete der Sammler von „Lumen”, lateinisch für „Licht”, ab. Herbert ging mit seiner Begeisterung für die Vielfalt der Hölzchen so weit, dass er ein Bestimmungsbuch schrieb – eine Taxonomie nach Familien, Untergruppen und Arten. Das Museum kommentiert das Ganze trocken: „Dass der Lumomonsterologie trotz nachdrücklichen Bemühens die behördliche Anerkennung versagt blieb, kann allerdings nicht verwundern.”

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge widmet sich in seiner Dauerausstellung den Produkten des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Haus vergibt gegen eine Spende auch „Dingpflegschaften” – man kann Pate werden, vom WM-Maskottchen „Tap” bis zum grauen Wählscheibentelefon.

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