BUCHMESSE LEIPZIG

MV-Verlage gehen neue Wege auf der Buchmesse

31 Verlage, Netzwerke und Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern sind bei der Buchmesse in Leipzig dabei, und einige wollen neue Genres ausprobieren.
dpa
31 Verlage, Netzwerke und Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern sind bei der Buchmesse in Leipzig dabei
31 Verlage, Netzwerke und Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern sind bei der Buchmesse in Leipzig dabei Sebastian Willnow
Leipzig.

Heimatliteratur über Dörfer an der Ostseeküste und Krimis, die in Hansestädten oder auf den Ostseeinseln spielen – das kennt man, das gehört zum klassischen Repertoire vieler Buchverlage aus dem Nordosten. 31 von ihnen präsentieren sich in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse, die am Donnerstag beginnt – und einige gehen neue Wege. Alteingesessene wollen neue Themen erschließen und junge Verlage versuchen, in Nischen Fuß zu fassen.

Der Rostocker Hinstorff-Verlag ist der älteste und größte Verlag im Nordosten, bekannt vor allem für Bücher zur Heimatgeschichte und Regional-Krimis. Mit 70 bis 80 Titeln werde das Team nach Leipzig fahren, sagt Fridtjof Melms. Ganz neu seien die Genres Künstliche Intelligenz und Science Fiction. Mit drei Titeln – einem Roman und zwei Erzählungen – aus diesem Bereich geht es nach Sachsen.

Mit Mops-Tarot auf der Buchmesse

Entstanden sei die Idee aus der Kooperation mit der Computerzeitschrift „c't”, die wie Hinstorff zur Heise Medien-Gruppe gehöre, und in der schon immer Stücke aus diesem Bereich erschienen seien. „Insofern lag es nahe, da auch mal was zu veröffentlichen, in Buchform”, sagt Melms. Auf der Messe wolle das Team netzwerken, in Kontakt mit Illustratoren und Autoren kommen und Termine mit Druckereien vereinbaren. „Es ist ein ganz wichtiger Termin”, sagt Melms.

Noch jung und mit kleinen Programm ist der Verlag „Pug & Duck” (Mops & Ente) aus Ludwigslust. Der Verlag gehe mit zwei Bücher, Vorschauen und Leseproben für zwei weitere Romane sowie anderen Artikeln wie einem Mops-Tarot auf die Messe, berichtet Bianca Burow. Highlight sei bislang das Mops-Tarot, bei dem alle Kartenmotive durch Möpse und Näpfe, Knochen oder Würste ersetzt worden seien.

Die erste Auflage sei bereits fast ausverkauft, obwohl der offizielle Verkauf erst in Leipzig startet, sagt Burow. Für sie geht es auf der Buchmesse um den direkten Draht zu den Lesern: „Es ist ja eine Publikumsmesse, und wir können so auch gleich die Resonanz auf unsere Produkte testen.”

Verlag aus Jarmen fördert Fantasy-Autorinnen

Kein Verlag im klassischen Sinne ist das „Nornennetz” mit Sitz in Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Als Netzwerk wollen die Künstlerinnen gezielt deutschsprachige Fantasy-Autorinnen fördern. Der Name leitet sich nach eigenen Angaben von den Nornen, Schicksalsfrauen aus der nordischen Mythologie, ab.

„Unsere Autorinnen stammen aus verschiedenen Regionen Deutschlands, von Mecklenburg-Vorpommern bis zu den Alpen, auch aus Österreich und der Schweiz”, erklärt Katharina Rauh. Mit insgesamt 44 Titeln werde das „Nornennetz” in Leipzig vertreten sein, darunter seien auch auf der Shortlist des Fantasy-Buchpreises nominierte Titel, sagt Rauh.

Eismaschine bei Stand von Katapult-Magazin

Eine Erfolgsgeschichte im krisengebeutelten Printmarkt ist das ausschließlich gedruckt erscheinende Katapult-Magazin aus Greifswald. Bekannt ist es einer wachsenden Fangemeinde für seine Grafiken, die komplexe politische oder wissenschaftliche Zusammenhänge schick und anschaulich darstellen. 2015 von Studenten gegründet, erreicht es laut Chefredakteur Benjamin Friedrich mittlerweile eine Auflage von 50.000 Exemplaren und 15.500 Abonnenten.

„So haben wir uns das damals vorgestellt: Das es mal richtig abgeht”, sagt er. Nach Leipzig fahre das Team gleich mit zwei Ständen – aber nur an einem wird es, neben fast allen Magazinausgaben und anderen Artikeln, eine Eis- und Popcornmaschine geben, verrät Friedrich. In erster Linie sie die Messe eine nette Möglichkeit, um mit Kunden ins Gespräch zu kommen und eine teambildende Maßnahme für die mittlerweile zehn Mitarbeiter.

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