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Nationalgalerie weitet die künstlerische Kampfzone aus

Das Bild „Who‘s Afraid of Red, Yellow and Blue IV“ von Barnett Newman (1969-70) ist jetzt in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu sehen.
Das Bild „Who‘s Afraid of Red, Yellow and Blue IV“ von Barnett Newman (1969-70) ist jetzt in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu sehen.
Stephanie Pilick

Die Neue Nationalgalerie in Berlin hat viele Schätze der Kunst des 20. Jahrhunderts. Nur ein Drittel kann sie jeweils zeigen. Jetzt ist der dritte und letzte Teil zu sehen.

Berlin. „Ausweitung der Kampfzone“ – unter diesem Schlagwort beschrieb der französische Erfolgsschriftsteller Michel Houellebecq 1994 das Lebensgefühl der modernen Gesellschaft als Kampf an allen Fronten. Die Neue Nationalgalerie in Berlin hat den Titel des einstigen Skandalbuchs jetzt bewusst als Motto für ihre neue Ausstellung gewählt.

Mit fast hundert Werken großer zeitgenössischer Künstler stellt sie ihren hochkarätigen Sammlungsbestand aus den Jahren 1968 bis 2000 vor – von Joseph Beuys bis Gerhard Richter, von Andy Warhol bis Jeff Koons. Es dürfte der spektakulärste Kehraus seit langem sein. Denn die Schau ist zugleich die letzte Ausstellung, die vorerst in dem berühmten Mies-van-der-Rohe-Bau am Potsdamer Platz gezeigt wird. Von Anfang 2015 an wird das Museum umfassend saniert.

Ausstellung zeigt gesellschaftlich relevante Kunst

Das ursprünglich gar nicht als Museum gedachte Gebäude platzt seit langem aus allen Nähten: Die Neue Nationalgalerie kann jeweils nur ein Drittel ihrer Bestände zeigen. Die Ausstellung jetzt ist der letzte Teil der ehrgeizigen Sammlungspräsentation. Zuvor wurde in „Moderne Zeiten“ die Zeitspanne von 1900 bis 1945 vorgestellt, danach folgte mit „Der geteilte Himmel“ die Nachkriegsära bis zum Umbruchjahr 1968. Für die neue Schau habe man sich auf Werke konzentriert, die die gesellschaftliche Relevanz von Kunst unterstreichen, sagte Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann.