ESC-KANDIDATENKÜR

NDR-Geheimniskrämer misstrauen ihren Gebührenzahlern

Statt mittels Zuschauer-Voting bestimmt der NDR den deutschen Beitrag zum Eurovision Songcontest lieber im Geheimen. Damit wird jede ESC-Begeisterung kaputt gemacht, findet unser Kommentator.
Der Eurovision Song Contest 2020 wird in Rotterdam stattfinden.
Der Eurovision Song Contest 2020 wird in Rotterdam stattfinden. Koen Van Weel
Neubrandenburg.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch die Hoffnung der Schlager-Experten des Norddeutschen Rundfunks (NDR), der bekanntlich für das Küren des deutschen Kandidaten für den Eurovision Song Contest (ESC) verantwortlich zeichnet. Nachdem die Bewerber in den vergangenen fünf Jahren – abgesehen von Michael Schultes viertem Platz 2018 – regelrecht abgeschmiert sind, verzichtete der NDR dieses Mal auf die Meinung des gemeinen Volkes.

Statt eines Zuschauer-Votings haben in den vergangenen Monaten zwei unabhängige Jurys den deutschen ESC-Teilnehmer bestimmt. „Unser Act hat die Experten begeistert und sich in einem tollen Teilnehmerfeld durchgesetzt. Wir sind zuversichtlich, dass die Wahl auch bei den ESC-Fans auf sehr breite Zustimmung und – wie wir hoffen -– auf Begeisterung stoßen wird“, verkündet am Montag nur der ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber.

Mitbestimmung der Gebührenzahler wurde begraben

Wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Dafür wurde die Mitbestimmung der Gebührenzahler bei der Wahl des ESC-Kandidaten gleich mal komplett begraben.

Doch damit nicht genug: Wenn er denn nun feststeht, der Name des deutschen Schlager-Königs – oder der Schlager-Königin – könnte er doch auch der Öffentlichkeit mitgeteilt werden, meint der Laie. Doch weit gefehlt. Der Kandidat soll den deutschen Schlagerfans erst am 27. Februar in der Sendung „Unser Lied für Rotterdam“ vorgesetzt werden.

Bleibt zu hoffen, dass bis dahin nicht das letzte Fünkchen ESC-Begeisterung beim Publikum dahin ist.

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