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Nena-Konzert in Greifswald geplatzt

Weil es Probleme mit dem Veranstalter gab, kommt Nena nicht nach Greifswald.
Weil es Probleme beim Veranstalter gab, kommt Nena nicht nach Greifswald.
Axel Schmidt

Die Fans sind enttäuscht. Ein für Juli in Greifswald geplantes Konzert von Nena wurde abgesagt. Stattdessen ermittelt nun die Polizei gegen den Veranstalter.

Es sollte ein großes Fest werden am 11. Juli im Greifswalder Volksstadion. Mit Hits wie „99 Luftballons“ oder „Leuchtturm“ wollte Popsängerin Nena zur sommerlichen Hochsaison den Massen richtig einheizen. Doch daraus wird nun nichts. Jetzt sagte das Management der 54-jährigen Künstlerin den Auftritt kurzfristig ab. Die Nena-Tournee läuft an Vorpommern vorbei, nur in Schwerin wird es wie geplant am 4. Juli einen Auftritt geben.

Man bedaure die Kündigung, sagt Nenas Sprecher, Ulrich Järkel. „Leider ist der Vertragspartner, die Peene-Event und Gastroservice GmbH in Wolgast, uns gegenüber vertragsbrüchig geworden.“ So  seien im Vorfeld vereinbarte fällige Zahlungen nicht eingegangen. Angaben über die Höhe der Verbindlichkeiten machte Järkel unter Verweis auf anwaltliche Prüfungen jedoch nicht.

Gab es eine Zusage für die Stadionnutzung?

Der Chef der Wolgaster Veranstaltungsagentur, André Murawski, sieht sich gelinkt. Er selbst habe die Absage erst aus der Zeitung erfahren, sagte er dem Nordkurier. Von Schadensersatzansprüchen ihm gegenüber oder Ähnlichem wisse er nichts. Doch der Schaden für sein erst 2014 gegründetes Familienunternehmen, das sich vor allem auf die Ausstattung von Events spezialisiert habe, sei noch gar nicht absehbar.

Tatsächlich hatte Murawski schon im November für das Nena-Konzert in Greifswald geworben, zu einem Zeitpunkt, als mit der Stadt noch gar keine Vereinbarung getroffen worden war. Murawski sagt, die Stadt habe ihm schon im März 2014 eine Zusage über die Nutzung des Volksstadions und dessen Nebenräumen in Aussicht gestellt.

Gegen Agenturinhaber laufen mehrere Verfahren

Das aber bestreitet die Stadt. Rathaussprecherin Andrea Reimann bestätigte lediglich, dass es erst am 14. Januar dieses Jahres eine offizielle Anfrage gegeben habe, die sechs Tage später abgelehnt worden sei. Für eventuell eingetretene Irritationen entschuldigte sich die Verwaltung. Das Volksstadion käme für ein Open-Air-Konzert wegen seiner großen Nähe zum Universitätsklinikum gar nicht in Frage, sagte Reimann. Weil zudem eine Beschädigung des Fußballrasens zu erwarten sei, habe man lediglich die Jungfernwiese am Stadtrand anbieten können.

Die ersten Karten wurden trotzdem schon im Januar verkauft, als noch gar nicht klar war, wo das NDW-Konzert eigentlich stattfinden sollte. Wie viele Tickets schon abgesetzt wurden, will Murawski angesichts des sich abzeichnenden Rechtsstreits nicht sagen. „Die Summe ist aber übersichtlich, so dass niemand um sein Geld fürchten muss“, versichert der Agenturchef. Jeder, der Karten gekauft habe, werde persönlich informiert.

Doch ob die Kunden tatsächlich ihr Geld zurückbekommen, bleibt abzuwarten. Denn gegen den 36-Jährigen ermittelt gegenwärtig auch die Polizei. „Wir gehen seit 2014 dem Verdacht des Betrugs in mehreren Fällen nach“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Es lägen mehrere Anzeigen vor. Der Stralsunder Oberstaatsanwalt Ralf Lechte bestätigt, dass gegen Murawski mehrere Verfahren laufen. Man stehe aber erst am Anfang der Ermittlungen.