PROBEN DER NEUEN PHILHARMONIE

„Stadt. Land. Klassik!“ wird bombastisch

Unmittelbar vor Start der neuen Spielzeit von „Stadt. Land. Klassik!“ laufen die Orchesterproben auf Hochtouren. Die Musiker von der Neuen Philharmonie MV spielten bereits mit solch einer Begeisterung auf, dass selbst ihr Dirigent ins Schwärmen geriet.
Sirko Salka Sirko Salka
Orchesterleiter Andreas Schulz übt mit der Neuen Philharmonie Stücke von Tschaikowski ein.
Orchesterleiter Andreas Schulz übt mit der Neuen Philharmonie Stücke von Tschaikowski ein. Sirko Salka
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SLK_SW Nordkurier
Konzertmeisterin Sihyun Lee (links) und die zweite Geige Alba San Quirico (rechts) sind ganz in ihrem Element.
Konzertmeisterin Sihyun Lee (links) und die zweite Geige Alba San Quirico (rechts) sind ganz in ihrem Element. Sirko Salka
Orchesterleiter Andreas Schulz übt mit der Neuen Philharmonie Stücke von Tschaikowski ein.
Orchesterleiter Andreas Schulz übt mit der Neuen Philharmonie Stücke von Tschaikowski ein. Sirko Salka
Berlin.

Malchow/Waren. Eines ist gewiss: Die nächste Runde von „Stadt. Land. Klassik!“, die von der Nordkurier Mediengruppe präsentiert wird, durch Mecklenburg-Vorpommern kann kommen. Einem erfolgreichen Tourneestart am Sonntagnachmittag im Historischen U in Pasewalk dürfte nach der Vorbereitung nichts im Wege stehen. Mehr noch, der Eindruck, den das Orchester bei seiner dreistündigen Probe Anfang der Woche hinterließ, lässt Großes erwarten. So spielten sich die gut40 Musiker am Montagabend in Berlin-Marienfelde, wo der Probesaal des Orchesters ist, beinahe in einen Musikrausch. Tschaikowski, ausgerechnet jener anspruchsvolle, russische Komponist, stand an dem Tag auf den Übungsblättern. Dirigent Andreas Schulz gab zu dessen Meisterwerk „Romeo und Julia“ den Takt vor.

Einfach irre, wie virtuos und bombastisch das Orchester loslegte! Eine voluminöse Klangwolke füllte den Probesaal der Neuen Philharmonie. Gänsehaut pur! Als Zuhörer wollte man gerade immer tiefer in seinen Stuhl versinken – als der Orchesterleiter das schöne Spiel abrupt beendete und Anweisungen gab. Kurz darauf ertönten die nächsten Takte. Erneute Pause. Wieder Musik. Dann eine weitere Unterbrechung. Mal sang der Dirigent Noten vor. Mal redete er ein paar Takte. Meist jedoch war er an diesem Abend voll des Lobes für sein Orchester. „Die machen das richtig gut. Ich bin wahnsinnig stolz auf das, was wir schon jetzt geschafft haben“, sagt Andreas Schulz.

Tatsächlich merkt man dem jungen Orchester eine Frische an, eine Neugierde, eine Spielfreude und Begeisterung. „Die wollen einfach gut sein“, so Schulz. Die ständigen Pausen dienten der Qualitätssteigerung. „Ich unterbreche gern, weil ich keine Zeit verlieren möchte“, sagt der Dirigent. „Insbesondere zu Romeo und Julia habe ich einen wärmeren und direkteren Zugang als zu anderen Stücken. Da habe ich viel mehr Ideen, da ist meine Vorstellung klarer. Und die möchte ich natürlich durchsetzen.“ Seine Musiker nehmen die Anweisungen dankbar an, fragen nach, geben sich untereinander Tipps. Bis plötzlich die Pauke donnert. „Das war klasse“, sagt Schulz. „Später im Konzert bitte noch mehr davon!“ Während der Probenpause zeigt sich die zweite Geige und Stimmführerin Alba San Quirico angetan von der Qualität.

„Wir spielen diese Spielzeit in einer neuen Besetzung“, sagt sie. Eine große Herausforderung sei es, „dass wir gut zusammenfinden, um gute Musik zu machen.“ An „Stadt. Land. Klassik!“ erinnert sich die sympathische Geigerin gerne zurück. „Nettes Publikum, tolle Atmosphäre, man fühlt sich dort rundum wohl.“

Ähnliche Erinnerungen verbindet auch Trompeter Daniel Stadtfeld mit Mecklenburg-Vorpommern. Ihm gefällt das direkte und ehrliche Feedback, was er von den hiesigen Konzertgängern erhält. „Bei Stadt. Land. Klassik!“ sind wir für die Leute greifbarer, kommen nach dem Programm miteinander ins Gespräch“, sagt Stadtfeld und: „Da gibt es nicht so diese Barriere zwischen Orchester und Publikum wie in großen Konzerthäusern.“

Nach der Pause setzen die Musiker ihre Probe mit Tschaikowskis „Capriccio Italien“ fort, einem besonders feinen, virtuosen Werk. Diesmal wird das Spiel seltener unterbrochen. Andreas Schulz weist sein Orchester darauf hin, dass das Tempo von Spielstätte zu Spielstätte mal variieren kann. Das hängt mit der jeweiligen Akustik zusammen. „Die Säle bei „Stadt. Land. Klassik!“ sind sehr unterschiedlich“, sagt Daniel Stadtfeld. „Gerade für uns Bläser ist das wichtig. In einer Kirche mit Nachhall denkt man sich: Wow, klinge ich heute geil! In einem Kino hingegen wird der Ton verschluckt.“ Das müsse man beachten. Das macht aber den Reiz der Reihe aus. Jedes Konzert klingt einzigartig.

Folgende Kompositionen stehen auf dem Programm der Abendkonzerte von „Stadt.Land.Klassik!“ im Oktober:

Felix Mendelssohn-Bartholdy „Violinkonzert e-Moll, op. 64“, Claude Debussy „Der Nachmittag eines Fauns“, Pjotr Iljitsch Tschaikowski „Romeo und Julia“ sowie „Capriccio Italien, op. 45“.

Pasewalk, 13. Oktober, 16 Uhr, Historisches U (mit Kaffee- und Kuchenangebot)

Torgelow, 14. Oktober, 19.30 Uhr, Ueckersaal;

Teterow, 15. Oktober, 19 Uhr, Kulturhaus;

Anklam, 16. Oktober, 19 Uhr, Sporthalle Südstadt;

Neubrandenburg, 17. Oktober, Nordkurier Sinfoniker
15.30 Uhr Familienkonzert
19 Uhr Abendkonzert, Konzertkirche Neubrandenburg

Malchow, 18. Oktober, 19 Uhr, Werleburg;

Waren (Müritz), 22. November, 19 Uhr, Bürgersaal

Tickets gibt es in den Stadtinformationen der jeweiligen Gastspielorte sowie außerdem bei der Abteilung Kultur im Rathaus Torgelow und dem Buchhaus Graupner in Eggesin, in den Servicepunkten des Nordkurier in Neubrandenburg, Friedrich-Engels-Ring 29 und Turmstraße 13. Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800-4575033 können Tickets für alle Konzertorte gebucht werden.
www.stadt-land-klassik.de

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Berlin

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