KONZERTTOUR VERSCHOBEN

Neue Philharmonie MV verschiebt alle Konzerte

Die Februar-Tour von „Stadt. Land. Klassik” übertraf viele Erwartungen. Nun müssen alle für Frühjahr geplanten Konzerte verschoben werden. Doch es gibt auch Hoffnung.
Noch im Februar begeisterten die Musiker der Neuen Philharmonie bei ihrer Tour durch den Nordosten das Publikum wie hier in Ma
Noch im Februar begeisterten die Musiker der Neuen Philharmonie bei ihrer Tour durch den Nordosten das Publikum wie hier in Malchow. Nadine Schuldt
Chefdirigent Andreas Schulz äußerte sich zu den unmittelbaren Folgen der Corona-Krise für seine Neue Philharmo
Chefdirigent Andreas Schulz äußerte sich zu den unmittelbaren Folgen der Corona-Krise für seine Neue Philharmonie. Andy Buenning
Auch in der Eggesiner Lutherkirche wollte die Neue Philharmonie Ende April eigentlich wieder auftreten.
Auch in der Eggesiner Lutherkirche wollte die Neue Philharmonie Ende April eigentlich wieder auftreten. Frank Wilhelm
Der Warener Bürgersaal gehört mittlerweile zu den „Wohnzimmern” der jungen Musiker. Keine Sorge, die Neu
Der Warener Bürgersaal gehört mittlerweile zu den „Wohnzimmern” der jungen Musiker. Keine Sorge, die Neue Philharmonie kommt wieder. Frank Wilhelm
Berlin.

In Zeiten von Corona sind Live-Veranstaltungen wie „Stadt. Land. Klassik!“ undenkbar. Aus aktuellem Anlass verschiebt die Neue Philharmonie MV daher ihre für April geplanten Konzerte. Orchesterleiter Andreas Schulz bedauert die alternativlose Entscheidung nicht zuletzt auch deshalb, „weil wir besonders eindrucksvolle Werke geplant hatten“. So standen mit Robert Schumanns Klavierkonzert, Pjotr Iljitsch Tschaikowskis „Sinfonie Nr. 5“ und „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns musikalische Hochkaräter der Klassik in diesem Frühjahr auf dem Programm. Nun müssen sich Musikliebhaber in Mecklenburg-Vorpommern ein wenig gedulden. „Wir werden die Konzerte nachholen“, sagt Claudia Schneider von der Nordkurier Mediengruppe, die „Stadt. Land. Klassik!“ mitorganisiert. „Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.“

Die jungen Musiker sind die Leidtragenden

Für Schulz, der neben der Künstlerischen Leitung auch die Geschäfte der Neuen Philharmonie führt, ist die Krise „ein großes Problem mit viel zu vielen Fragezeichen“. Ohne Einnahmen kann er seine Musiker, die auf Basis von Honorarverträgen arbeiten, nicht bezahlen. „Die Musiker sind die Leidtragenden“, sagt der Chefdirigent. Selbst wenn sie gut dabei sind, haben es freischaffende Musiker nicht leicht. „Wir sprechen über sehr niedrige Einkünfte“, erklärt Schulz. Von einigen seiner Musiker weiß er, dass sie versuchen, sich mit Unterricht via Skype über Wasser zu halten. Doch Corona hat eine Lawine ausgelöst. „Hoffen wir, dass die Rettungsschirme so ausgelegt sind, dass sie etwas Spürbares für die freischaffenden Künstler hinterlassen.“

Die Proben wären nicht das Problem

Konkrete Planungen für anstehende Konzerte oder gar Orchesterproben sind laut Schulz derzeit unmöglich. „Das lähmt uns alle sehr“, sagt er. „Ich versuche, unsere Ressourcen so zu nutzen, dass wir konzeptionell jetzt schon das Jahr 2021 angehen, dass ich die Stückauswahl treffe und wir Noten besorgen.“ Viel mehr sei in dieser „eingefrorenen Situation“ nicht machbar. Und dennoch besteht Hoffnung, dass die Neue Philharmonie MV ab Sommer wieder live vor Publikum spielen wird. An fehlenden Proben sollte es nicht scheitern, da diese ohnehin immer kurzfristig vor der jeweiligen Tournee stattfinden. „Doch einige Orchesterteile, wie die Stimmführer und die Konzertmeisterin müssen sich natürlich früher mit den Stücken beschäftigen“, gibt Schulz zu bedenken. Das stellt sie alle vor Herausforderungen. Andreas Schulz geht von „starken Einschnitten“ auch in künstlerischer Hinsicht aus, da die Konstanz der Orchesterbesetzung unter den Umständen nicht realisierbar sei.

Positive Signale von der Politik

Neben den regulären Konzerten von „Stadt. Land. Klassik!“ im April werden selbstverständlich auch die Kinderkonzerte verschoben, die dem Orchester ein großes Anliegen sind. „Wir sind im Gespräch mit der Bildungsministerin von MV, Bettina Martin.“ Ziel sei es, Kinderkonzerte künftig flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern zu spielen. Auch vom Schweriner Wirtschaftsministerium gibt es positive Signale. „Wir bekommen drei Stellen finanziert“, freut sich Schulz, „ein großes Kompliment an die Politik, das gibt uns ein erhebliches Maß an Planungssicherheit.“

Die Vorfreude des Dirigenten ist schon groß

Seit 2018 führt die Neue Philharmonie MV unter der Leitung von Andreas Schulz nun schon musikalische Wege übers Land. Der Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern gibt dem Sinfonieorchester recht. „Wir haben viel positives Feedback erhalten“, sagt Schulz, für den die mit Landesmitteln geförderte Musikreihe „ein Vorzeigeprojekt“ in Mecklenburg-Vorpommern ist, das sich hierzulande weiter etablieren solle und vielleicht bald in anderen Bundesländern Schule macht. Zwar befindet sich das Orchester momentan im Wartemodus, da sämtliche Konzerte verschoben wurden. Doch sobald ein Ende der Krise absehbar ist, „freuen wir uns sehr auf unsere nächsten Konzerte im Nordosten.“

 

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