NEUE KANDIDATIN

Nina Queer fliegt aus RTL-„Dschungelshow”

Kurz vor dem Start der RTL-„Dschungelshow” hat der Sender Dragqueen Nina Queer gegen Sam Dylan ausgetauscht. Der Travestiekünstler hatte sich selbst als „Hitler-Transe” bezeichnet.
dpa
Bei den zwölf Kandidaten der neuen „Dschungelshow”, die ab 15. Januar 2021 15 Tage lang täglich auf RTL
Bei den zwölf Kandidaten der neuen „Dschungelshow”, die ab 15. Januar 2021 15 Tage lang täglich auf RTL ausgestrahlt wird, gab es einen Wechsel. Nina Queer (unten links) wird nicht mehr dabei sein. dpa
Köln.

Vier Tage vor dem Start der RTL-„Dschungelshow” hat der Sender einen Kandidaten-Wechsel angekündigt: Statt Nina Queer sei nun Sam Dylan in der Ersatz-Show fürs reguläre „Dschungelcamp” dabei, teilte RTL am Montagabend mit.

„Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und unserer Haltung, jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung klar zu verurteilen, können und wollen wir jemanden, der sich selbst „Hitler-Transe” nennt, keine Plattform in einer Unterhaltungssendung bieten”, wurde RTL-Geschäftsführer Jörg Graf in einer Mitteilung zitiert. „Wir erkennen Nina Queer als Künstlerin an, aber wer öffentlich solche Begrifflichkeiten wählt, ob als bloße Provokation gedacht oder nicht, dem wollen wir konsequenterweise keine Bühne bieten.”

Rassismus-Vorwürfe

Der „Tagesspiegel” hatte bereits im Juni 2020 über die Berliner Dragqueen und Entertainerin geschrieben, sie wolle es nicht hinnehmen, wenn Schwule in Kreuzberg von Arabern angegriffen würden. Es interessiere sie wenig, wenn jemand nicht ertragen könne, wie sie dagegen vorgehe, hieß es damals. Wörtlich sagte sie: „Dann bin ich eben die erste Hitler-Transe, die es gibt, dann nehme ich das so hin.” Nach Äußerungen im Zusammenhang mit einem homophoben Angriff in Kreuzburg hatte sich Nina Queer zuvor 2017 Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt gesehen. Später distanzierte sie sich nach RTL-Angaben von diesen.

Die Äußerung im „Tagesspiegel”-Interview nannte RTL nun als Grund für den Wechsel bei „Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow”. Der in Niedersachsen geborene Sam Dylan hat bereits Reality-TV-Erfahrung: 2019 war der heute 29-Jährige Kandidat bei der Dating-Show „Prince Charming” dabei.

„Dschungelshow” startet an diesem Freitag

Die „Dschungelshow” startet an diesem Freitag, 15. Januar, das Finale ist für den 29. Januar geplant. Sie wird bei Köln aufgezeichnet. RTL hatte das Format angekündigt, nachdem sich eine normale Ausgabe der beliebten Show wegen der Corona-Pandemie weder in Australien noch an einem möglichen Ausweich-Quartier in Wales hatte umsetzen lassen. Die Idee: Die Siegerin oder der Sieger löst ein „Goldenes Ticket” und bekommt damit einen Platz im „Dschungelcamp” 2022.

Die Ankündigung kommt kurz nach einem harten Schnitt bei „DSDS”. Ursprünglich war bei der RTL-Castingshow auch Sänger Michael Wendler Juror. Szenen mit ihm wurden jedoch herausgeschnitten oder digital verpixelt, nachdem Wendler Deutschland wegen der Anti-Corona-Maßnahmen bei Telegram als „KZ” bezeichnet hatte.

Mehr lesen: RTL schneidet Wendler ganz aus „DSDS” raus

„KZ” sei dabei eine Abkürzung für „Krisen Zentrum” gewesen, hatte er später auf Instagram behauptet. In der breiten Öffentlichkeit waren die Buchstaben jedoch als Synonym für „Konzentrationslager” als Schreckensort der NS-Zeit wahrgenommen worden. Zwischen Wendler (48, „Sie liebt den DJ”) und RTL war es schon im Herbst 2020 zum Bruch gekommen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Köln

zur Homepage

Kommentare (1)

Offene Gesellschaft kommt sich selbst in die Quere. Der eine ist gegen homophobe Angriffe von Arabern und wird dafür rausgeschmissen, weil er andere diskriminiert, wenn auch nur mit einen Wort. Diese Leute predigen aber "eigentlich" die gleiche Gesellschaft. Nur das einer das nicht hin nimmt und der der andere gewisse Aussprachen nicht. Und schon ist es wie immer, jeder hat seine Grenzen und schneidet sich mit jeden mal. Nur wird hier nicht mehr darüber gestritten, sondern gleich verbannt oder diffamiert.