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Instrumentenlehre

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Orchester-Geiger träumt von Auftritt in Klinik (Video)

Marcos Atala hat mit sechs Jahren angefangen, Geige zu spielen. Das ist nicht zu früh und auch nicht zu spät, sagt er.
Marcos Atala hat mit sechs Jahren angefangen, Geige zu spielen. Das ist nicht zu früh und auch nicht zu spät, sagt er.
Frank Wilhelm

Weiter geht es mit unserer kleinen Instrumentenkunde. Heute widmen wir uns der Geige, die auch Violine genannt wird. Marcos Atala von der Neubrandenburger Philharmonie verrät, warum er dieses Instrument toll findet.

Ihre Mutter und ihr Vater spielen beide Klavier. Haben die zwei sich etwa auch über die Musik kennengelernt?

Tatsächlich. Beide hatten in Rostock den gleichen Musiklehrer. So haben sie sich gefunden.

Sind Ihre Eltern daran schuld, dass Sie Geiger geworden sind?

In gewissem Sinne ja. Wir hatten sehr viele Schallplatten mit klassischer Musik zu Hause, die auch ich ständig gehört habe.

Ist Ihnen aus dieser Zeit ein Stück in Erinnerung geblieben?

„Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. In dem Stück spielt die Geige auch eine große Rolle.

Haben Sie wegen Vivaldi Geige gelernt?

Ich glaube nicht. Als ich in Rostock die Vorschule besuchte, kam der Musiklehrer in unsere Kita, um verschiedene musikalische Tests mit uns zu machen: Triangel spielen, mit Klanghölzern schlagen, ein Lied nachsingen. Danach hat er mir empfohlen, Geige zu lernen.

Da waren Sie sechs Jahre alt. Das richtige Alter, um mit der Geige zu beginnen?

Es ist ein gutes Alter, um anzufangen. Nicht zu früh und nicht zu spät für ein Kind.

Haben Sie gerne geübt?

Ich wollte spielen und nicht üben. Manchmal musste mich meine Mutter zum Üben zwingen. Aber es ist beim Geigenspiel wie bei jedem Spiel: Wille, Konstanz und Durchhaltevermögen sind wichtig, damit man den Spaß am Spiel nicht verliert. Außerdem braucht man sehr gute Lehrer. Die hatte ich.

Können Sie sich noch an die erste Melodie erinnern, die Sie als Kind auf der Geige spielen konnten?

Ich kann mich noch gut an mein erstes gezupftes Lied erinnern: „Hund bellt laut wau, wau, Katze schreit miau.“

Wann stand für Sie fest, dass aus Ihrem Hobby ein Beruf werden soll?

Relativ spät. Das lag aber daran, dass ich als Teenager zwei Jahre gar nicht mehr gespielt habe. Zu der Zeit wollte ich lieber Pilot werden oder aber in den Anden Perus, von wo mein Vater stammt, bei den indianischen Bauern leben und arbeiten.

Wie kamen Sie wieder zurück zur Musik?

Ich besuchte einen Freund, der eine Geige besaß. Er bat mich zu spielen, und ich habe spontan wieder die richtigen Töne getroffen. Mein Freund forderte mich auf, meine Möglichkeiten zu nutzen. Ich habe zwei Jahre lang intensiv geübt und danach die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Rostock bestanden, wo ich von 1999 bis 2006 studierte.

Haben Sie damals davon geträumt, einmal ein berühmter Solo-Geiger wie Paganini zu werden?

Ja natürlich. Aber meine Lehrerin hat mich während des Studiums schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich bin jetzt sehr glücklich, in der Philharmonie arbeiten zu dürfen. Ein Orchester kann ein sehr großes Klangspektrum entfalten. Da kann keine einzelne Geige mithalten.

Wovon träumen Sie als Musiker?

Ich würde gerne in einem Duo mit einem Pianisten für Patienten in einer Klinik oder in einem Hospiz spielen, um den Menschen Hoffnung und schöne Momente zu geben.

 

 

Zum 6. Philharmonischen Konzert erklingt Musik von Joseph Haydn, Karl Amadeus Hartmann und Ludwig van Beethoven. In dem Stück von Hartmann ist die Violine als Solo-Instrument zu erleben. Das Konzert ist zu sehen und zu hören am Donnerstag in der Neubrandenburger Konzertkirche (10 Uhr und 19.30  Uhr), im Theater Güstrow (Freitag, 19.30 Uhr) und im Theater Neustrelitz (Sonntag, 18 Uhr)