DDR-VERGANGENHEIT

Ost-Frau ist für Katarina Witt ein Gütesiegel

Mann und Frau auf Augenhöhe: Für Eislaufstar Katarina Witt sei es inzwischen „ein Gütesiegel”, eine in Ostdeutschland geborene Frau zu sein, sagte sie in einem Interview.
dpa
Katarina Witt zu „Gottschalks große 80er-Show”: „Eine launige Sendung, doch es waren weder unsere DDR-
Katarina Witt zu „Gottschalks große 80er-Show”: „Eine launige Sendung, doch es waren weder unsere DDR-Musik noch unsere Filme, noch unsere Serien vertreten”. Archivbild Peter Kneffel
Potsdam.

Katarina Witt fühlt sich durch ihre DDR-Vergangenheit freier und toleranter als viele Frauen im Westen. „Wo manche West-Frau in meiner Generation noch damit kämpft, was ihre Elterngeneration sich erobern musste, merke ich, dass ich viel freier, viel unabhängiger, viel liberaler, viel toleranter sein kann”, sagte der einstige Eislaufstar dem „Tagesspiegel” und den „Potsdamer Neuesten Nachrichten”.

„Für mich waren Mann und Frau immer auf Augenhöhe, das war in meinem Elternhaus so, aber auch in der Schule und bei Freunden.” Für sie sei es inzwischen „ein Gütesiegel”, eine in Ostdeutschland geborene Frau zu sein, sagte Witt.

„Gottschalks große 80er-Show“

Die Olympiasiegerin von Sarajewo 1984 beklagte in dem Interview, dass Ostdeutsche 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch ignoriert würden. Als Beispiel nannte sie „Gottschalks große 80er-Show“, bei der sie jüngst zu Gast gewesen sei. „Eine launige Sendung, doch es waren weder unsere DDR-Musik noch unsere Filme, noch unsere Serien vertreten”, sagte die 53-Jährige.

Mehr lesen: Auch im Osten gab es ein Leben in den 80ern.

Eine ganze Generation von DDR-Bürgern, die wie ihre Eltern zur Zeit der Wende zwischen 45 und 55 Jahren alt gewesen sei, habe man nach dem Mauerfall aus dem Arbeitsleben gerissen. Ihnen habe man signalisiert: „Ihr seid es nicht wert, dass die Jobs erhalten bleiben. Ihr solltet dennoch froh sein, denn ihr habt ja nun Freiheit und Demokratie.”

Dennoch sieht Witt die Wende alles in allem positiv. „Zu sagen, wir müssen jetzt ein gemeinsames Deutschland werden, war die richtige Schlussfolgerung. Doch für diesen Weg hat man sich einfach viel zu wenig Zeit genommen”, sagte Witt.

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