Da verbeugt sich selbst Generalmusikdirektor Sebastian Tewinkel: Tobias Feldmann nach der meisterhaften Interpretation von Nic
Da verbeugt sich selbst Generalmusikdirektor Sebastian Tewinkel: Tobias Feldmann nach der meisterhaften Interpretation von Niccolò Paganinis Violinkonzert Nr. 1 mit der Philharmonie Neubrandenburg. Frank Wilhelm
Herzlichen Applaus gab es vom begeisterten Publikum.
Herzlichen Applaus gab es vom begeisterten Publikum. Frank Wilhelm
Auch seine Musikerkollegen wie die Konzertmeistern Elsa Claveria und ihr Stellvertreter Darius Kaunas (2.v.l.) waren begeister
Auch seine Musikerkollegen wie die Konzertmeistern Elsa Claveria und ihr Stellvertreter Darius Kaunas (2.v.l.) waren begeistert von Tobias Feldmanns Spiels. Frank Wilhelm
Im zweiten Teil spielte die Philharmonie Werke von Antonin Dvorák und Richard Straus.
Im zweiten Teil spielte die Philharmonie Werke von Antonin Dvorák und Richard Straus. Frank Wilhelm
Tobias Feldmann (rechts) und GMD Sebastian Tewinkel haben es im dritten Anlauf geschafft, Paganinis Violinkonzert Nr. aufzuf&u
Tobias Feldmann (rechts) und GMD Sebastian Tewinkel haben es im dritten Anlauf geschafft, Paganinis Violinkonzert Nr. aufzuführen. Frank Wilhelm
Konzertkirche Plus

▶ Paganini und Feldmann: Diese beiden Teufelsgeiger

Im dritten Anlauf klappte es endlich: Der Violinist Tobias Feldmann spielt zusammen mit der Philharmonie Neubrandenburg Paganinis Violinkonzert Nr. 1. Das Warten hat sich gelohnt.
Neubrandenburg

Normalerweise tragen die Sonderkonzerte der Philharmonie Neubrandenburg in der Konzertkirche nur ein Pluszeichen. Am Samstagabend hätte das Konzert aber auf jeden Fall drei Pluszeichen verdient: Konzertkirche+++. Mindestens. Eines für das wiederum meisterhafte Spiel der Philharmonie Neubrandenburg unter Leitung und Regie ihres Generalmusikdirektors (GMD) Sebastian Tewinkel.

Ein weiteres Pluszeichen für den Solisten, den Geiger Tobias Feldmann. Und schließlich natürlich auch ein Plus für den Schöpfer des Violinkonzertes Nr. 1, das Feldmann interpretierte: Niccolò Paganini. Zwei Anläufe hatten Feldmann und die Philharmonie bereits unternommen, das Werk aufzuführen. Jedesmal funkten die Corona-Maßnahmen dazwischen, zuletzt Anfang Dezember 2021. Nun sollte es endlich so weit sein. Es hat sich gelohnt!

Mehr lesen: Neubrandenburger Philharmonie sucht neuen Chef

Wahre Klasse zeigt sich im leicht wirkenden Spiel

Paganini war schon zu seinen Lebzeiten eine Legende wegen seines unglaublichen Violinspiels. War es möglicherweise Absicht, dass er in seine eigenen Kompositionen so komplizierte Passagen schrieb, dass künftige Geiger-Generationen daran scheitern sollten? Gerade der erste Satz verlangt dem Solisten Unglaubliches ab.

Doch Feldmann meisterte Paganinis Klippen und Fallstricke souverän, auch wenn so mancher Zuschauer wohl fast mit litt angesichts der psychischen und physischen Herausforderungen. Wahre Weltklasse zeigt sich, wenn das Geigenspiel auch bei den kompliziertesten Griffen leicht wirkt, sagte Tewinkel in seiner Anmoderation. Das tat es, was das Publikum mit stehenden Ovationen für den Teufelsgeiger Feldmann auch honorierte.

Zugabe von Tobias Feldmann – "Recuerdos de la Alhambra" von Francisco Tárrega (ursprünglich für Gitarre geschrieben)

[Video]

Mehr lesen: Die Konzertkirche, sie lebe hoch!

Solch einen Musikunterricht wünscht man sich öfter

Dieses Konzert hätte eine ausverkaufte Konzertkirche verdient. Nicht zuletzt, weil der GMD zusammen mit der Philharmonie anschaulichen Musikunterricht der etwas anderen Art bot. So erläuterte Tewinkel auf lockere Art und Weise, welch schreckliche Geschichte hinter Antonin Dvoráks „Mittagshexe” steckt und wie Richard Strauss die Posaunen das Todesurteil gegen Till Eulenspiegel „sprechen” lässt. Solch heiter-kluge Musiklehre wünscht man sich öfter.

 

10. Philharmonisches Konzert Anfang Juni

Das nächste Konzert der Philharmonie Neubrandenburg am 2. Juni (Neubrandenburg) und am 5. Juni (Neustrelitz) mit Musik von Charles Ives, Richard Strauss und Cesar Franck.

zur Homepage