Auftritt bei „Maischberger”
Philipp Amthor bundesweit im Scheinwerferlicht

CDU-Politiker Philipp Amthor war zu Gast in der ARD-Talkshow "Maischberger".
CDU-Politiker Philipp Amthor war zu Gast in der ARD-Talkshow „Maischberger”.
Picasa

Philipp Amthor legte am Mittwochabend eine gelungene Talkshow-Premiere hin – und anschließend ein bemerkenswertes Geständnis ab.

„Das hat Spaß gemacht”, war der Neuling im bundesweiten Polit-Betrieb nach seinem „Maischberger”-Auftritt hörbar zufrieden. Für den CDU-Bundestagsabgeordneten – im vergangenen September im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I/Vorpommern-Greifswald II direkt gewählt – war es der erste Gang auf die große Bühne der renommierten Talkshow-Sendungen. Zuvor hatte der gebürtige Ueckermünder in den vergangenen Wochen mit beherzten Auftritten im Deutschen Bundestag für Aufsehen gesorgt – und sich bereits einen gewissen Namen gemacht.

Das Thema der Talksendung – „Angst auf der Straße: Muss der Staat härter durchgreifen?” – spielte dem ausgewiesenen Innen- und Rechtspolitiker aus Vorpommern durchaus in die Karten. Grundlage der Debatte war die Aussage von CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn, dass es „die Aufgabe des Staates ist, für Recht und Ordnung zu sorgen. Diese Handlungsfähigkeit war in den letzten Jahren oft nicht mehr ausreichend gegeben.”

Spahns Kritiker warnen, dass mit solchen Aussagen Angst verbreitet werde, obwohl die tatsächliche Sicherheitslage besser werde. Doch wie sicher können wir uns wirklich noch im öffentlichen Raum fühlen, in der U-Bahn, auf großen Plätzen, beim Joggen im Park? Hat der Staat kapituliert, wenn Drogendealer wiederholt verhaftet und dann wieder freigelassen werden? Bestimmen in manchen Stadtvierteln kriminelle Clans die Regeln und nicht die Polizei? Brisante Fragen an die Gäste.

Amthor: Wir werden mehr Polizisten einstellen

Philipp Amthor, der zusammen mit Gerhart Baum, FDP (ehemaliger Bundesinnenminister), Emitis Pohl (Unternehmerin), Hayko Migirdicyan (betreibt einen Kiosk an einem kriminellen Brennpunkt in Köln), Bodo Pfalzgraf (Polizeigewerkschafter) und Thomas Feltes (Kriminologe) diskutierte, machte gleich zu Beginn deutlich, dass die „Lebensrealität der Bürger in seinem Wahlkreis entscheidend ist”. Und da könne er einem Landwirt an der deutsch-polnischen Grenze, in dessen Bauernhof binnen kürzester Zeit dreimal eingebrochen worden sei, nicht mit Statistiken kommen, die ihm eine vermeintliche Sicherheit suggerieren würden.

Der 25-jährige Christdemokrat betonte, dass sich die Bürger einfach nicht damit zufrieden geben würden, „wenn immer wieder alles schön geredet wird”. Es reiche den Menschen nicht, nur Zahlen zu betrachten – „die Leute wollen Taten sehen, wir werden deshalb mehr Polizisten einstellen!

Lebendige Debatte zwischen Alt und Jung

Amthor, mit dunkelblauem Anzug, hellblauer Krawatte, weißem Hemd und kleinem schwarz-rot-goldenen Sticker auf dem Revers traditionell gekleidet, argumentierte engagiert – inklusive energischer Körpersprache. Ein Engagement, das auch durchaus nötig war – Amthor musste nach eigenen Worten „neben einem alten Polit- und Talkshow-Hasen wie Gerhart Baum mächtig um Redeanteile kämpfen”. Zwischen Baum und Amthor liegen 60 Lebensjahre und naturgemäß jede Menge Lebenserfahrung. Moderatorin Sandra Maischberger hatte sichtbar ihre Freude an der lebendige Debatte zwischen Alt und Jung. Die erfahrene Fernsehjournalistin reagierte auf den verbalen Schlagabtausch – schickte zwischendurch ein Schmunzeln in Richtung Amthor und Baum.

Trotz parteipolitischer Differenzen herrschte laut Amthor eine „nette Atmosphäre, auch im Anschluss an die Sendung bei der lockeren Nachlese im Studio”. Von dort ging es für den Vorpommer in eine kurze Nacht. Bereits um 6.20 Uhr muss Amthor wieder startklar sein – zu dieser Zeit hebt der Flieger von Köln nach Berlin ab. Anschließend rollt Amthor mit dem Zug in Richtung Wahlkreis. Dort beginnt am Donnerstagmittag für Philipp Amthor wieder der politische Alltag. Mit der großen TV-Premiere im Gepäck.

Kommentare (3)

Bei dieser Talkshow hat mir die relativ ruhige entspannte Atmosphäre gefallen und die klugen sachlichen Äußerungen Philipp Amthors. Ich glaube, wir können von diesem jungen Abgeordneten in der Zukunft noch viel erwarten. Ich bin gespannt.

Ich finde es unglaublich, wie der Nordkurier über einen einzelnen Abegeordneten von der CDU, unkritisch, überzogen positiv und unverhältnismäßig oft berichtet. Das erinnert an Hofberichterstattung und außerdem an Jubelpresse ala Freie Erde in der DDR. Außerdem ist es in einer Region, in der es nahezu nur eine Tageszeitung gibt Wettbewerbsverzerrung in der politischen Meinungsbildung - und zwar ganz konkret für die CDU.

@ Frank Pielow, google doch mal und mach dich schlau. Nicht nur der nordkurier, fast alle Zeitungen berichteten und lies bei Wikipedia nach über ihn. Da muss doch was dran sein. Übrigens, lassen wir mal P.A. unbeachtet: Juristen gehörten noch nie zu den Dümmsten!!