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Popcorn und Blockbuster statt Schule

Leinwand statt Tafel. Während des Unterrichts ins Kino gehen zu dürfen, ist für Schüler eine willkommene Abwechslung.
Leinwand statt Tafel. Während des Unterrichts ins Kino gehen zu dürfen, ist für Schüler eine willkommene Abwechslung.
David Ebener

Rund 18  000 Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern dürfen in dieser Woche Filme anschauen – und das während des Unterrichts. Allein zum Spaß geschieht dies jedoch nicht.

Jugendliche mit Rucksäcken wuseln durch das Foyer des Cinestar in Neubrandenburg. Das Kino zeigt den mit acht Oscars ausgezeichneten Film „Slumdog Millionär“. In Neubrandenburg wird das Angebot der Schulkinowoche Mecklenburg-Vorpommern besonders gut angenommen. „Die Nachfrage ist hier viel höher als beispielsweise in Schwerin oder Rostock“, erzählt Projektleiter Max-Peter Heyne.

Rund 18 000 Schüler erwarten die teilnehmenden Kinos in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Woche. Auch der berufsvorbereitende Bildungsgang der Beruflichen Schule Wirtschaft und Verwaltung Neubrandenburg ist gekommen. Die 15- bis 24-jährigen Schüler stehen in der Popcornschlange, während der Klassenleiter Oliver Fuchs und die Sozialarbeiterin Elvira Gröger die Kinokarten besorgen.

Viele Filme zu einem Oberthema

Dass sie mit ihren Schützlingen diesen Film anschauen, ist nicht nur reines Vergnügen. „Natürlich freuen sich die Schüler auf so einen Ausflug“, erzählt Elvira Gröger. Das sei aber nicht der einzige Grund, warum sie sich diesen Film ansehen würden.

„Wenn ich in die Klasse komme, kriege ich oft mit, wie die Schüler über die aktuelle Flüchtlingsthematik sprechen“, erzählt Oliver Fuchs. Dabei fehle es allerdings vielen Jugendlichen an Einfühlungsvermögen, weil sie keine Berührungspunkte mit ihrem eigenen Leben sähen, so der Pädagoge.

Viele Filme handeln in diesem Jahr von Jugendlichen, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen müssen, von Flucht und von Asyl. Aber auch Kinderfilme und Komödien sind dabei. Insgesamt werden 56 verschiedene Filme gezeigt.