Autorin Ines Hannusch

Prickelnde Erotik aus Gützkow

Bernsteinfunkeln – so heißt die Buchreihe von Torine Mattutat aus Gützkow bei Jarmen. Zwei Bände der erotischen Literatur hat die Schrifstellerin bereits veröffentlicht, ein dritter ist in Arbeit.
Johanna Horak Johanna Horak
So wie diese beiden Liebestrunkenen erlebt auch Hauptfigur Toni aus dem Buch „Dieses Mal für immer?“ prickelnde Abenteuer.
So wie diese beiden Liebestrunkenen erlebt auch Hauptfigur Toni aus dem Buch „Dieses Mal für immer?“ prickelnde Abenteuer. deagreez - stock.adobe.com
Ines Sagert publiziert ihre Erotikliteratur selbst.
Ines Sagert publiziert ihre Erotikliteratur selbst. Johanna Horak
Torine Mattutat
Torine Mattutat ZVG
Torine Mattutat
Torine Mattutat ZVG
0
SMS
Gützkow.

„Achtung! Dieser Roman enthält explizite Erotikszenen!”, warnt Autorin Torine Mattutat zartbesaitete Leser zu Beginn ihres Buches „Dieses Mal für immer?”. Der Roman hält, was der Hinweis verspricht. So geht es bereits in Kapitel neun ordentlich zur Sache: „Der Kuss wurde noch intensiver. Ihre Zungen imitierten den eigentlichen Akt. Sie konnten nur noch ein animalisches Stöhnen von sich geben.” Im nachfolgenden Abschnitt geht die Autorin noch weiter ins Detail.

Hinter dem Autorennamen Torine Mattutat verbirgt sich die 47-jährige Ines Sagert aus Gützkow bei Greifswald. Unter diesem Pseudonym hat sie bereits zwei Bücher veröffentlicht. Der Grund, warum sie sich für einen Künstlernamen entschieden hat, ist simpel. „Ich finde meinen Namen einfach nicht so schön.” Doch sie hat auch einen persönlichen Bezug zu ihrem Pseudonym. „Mattutat ist der Mädchenname meiner Oma”, erzählt sie. Torine sei ihr einfach so eingefallen.

Ines Sagert ist „Self-Publisherin”. Was schick und nach Unabhängigkeit klingt, bedeutet, dass sie alles aus eigener Tasche finanziert. Vom Lektorat, über den Druck bis hin zur Werbung. Um Geld ginge es ihr beim Schreiben aber ohnehin nicht, stellt sie klar. „Ich schreibe, um mich abzulenken, und vielleicht ist es auch meine Art Sachen zu verarbeiten”, sagt sie. „Aber natürlich wäre es schön, den Durchbruch zu schaffen. Wer wünscht sich das nicht?” Eine Zeit lang habe sie überlegt, sich einen Verlag zu suchen. Es blieb bei der Überlegung. „Ich habe mich dann dagegen entschieden, denn finanziell würde es keinen großen Unterschied machen.”

Geschrieben hat sie schon immer gern

Die zweifache Mutter ist in Gützkow bei Jarmen geboren, wo sie den Großteil ihres Lebens verbrachte. Nur für ihre Ausbildung als Krankenschwester zog es die junge Frau nach Wildeshausen in Niedersachsen. Danach kehrte sie wieder in ihren Heimatort zurück.

Geschrieben hat Ines Sagert schon immer gern. „Das begann bereits in meiner Schulzeit, als ich mit einer Freundin Briefe geschrieben habe. Sie hat immer sehr lange Antworten von mir bekommen”, erinnert sie sich. Und auch in ihren früheren Arbeitsalltag als Krankenschwester hielt diese Leidenschaft Einzug – in Form von ausführlichen Pflegeberichten. „Diese Berichte zu schreiben, ist bei den meisten wohl verhasst, aber ich habe das immer gern gemacht”, sagt Sagert, die 18 Jahre als Krankenschwester, später als Pflegedienstleiterin ihres eigenen Unternehmens, arbeitete.

Im Herbst 1996 dann ein Schicksalsschlag, der den Umbruch auslöste: Ines Sagert hatte einen schweren Autounfall, war danach lange Zeit arbeitsunfähig. Als es ihr wieder besser ging, merkte sie: „Der Pflegedienst, das ist nicht mehr mein Leben.” Sie gab ihr Unternehmen auf. In der darauf folgenden Zeit war sie Hausfrau und Mutter. An Ideen für Geschichten mangelte es da bereits nicht mehr, doch das gewisse Etwas, das habe noch gefehlt, sagt sie.

Anonymität war Bedingung

Das sollte sich ändern, als sie einen alten Freund wieder traf. Je mehr sie von seinem Leben erfuhr, desto sicherer wurde sie sich: „Das ist es, was du für dein Buch suchst.” Die damals 43-Jährige sprach mit ihrem Freund aus Kindertagen über die Idee, ihn als Vorlage für die Hauptfigur ihres ersten Buches zu nehmen. Er willigte ein, stellte aber die Bedingung, dass alle Namen geändert werden müssen. Das war die Geburtsstunde von Toni, dem Protagonisten ihres ersten Romans „Dieses Mal für immer?”

Das Buch handelt vom 26-jährigen, vierfachen Vater Toni, der auf der Suche nach seinem Sohn ist. Seine Suche gestaltet sich schwierig, unter anderem dadurch, dass er einen Unfall hat. Toni verbringt mehrere Wochen im Krankenhaus und kommt dabei seiner Ärztin, Florentine, näher, die ein folgenschweres Geheimnis mit sich trägt.

Protagonist Toni erfährt in Sagerts Erstlingswerk die ganze Vielfalt der menschlichen Gefühlspalette. An welchen Stellen im Buch der „echte Toni” in Erscheinung tritt und wann die fiktive Figur übernimmt, darüber schweigt Ines Sagert. „Ich habe mit meinem Freund ausgemacht, dass er anonym bleibt, das war die Bedingung”, so die Autorin.

Etwas anderes als Romane zu schreiben, kommt für sie nicht infrage. „Ich lese gern Liebesgeschichten, und ein Buch in einem anderen Genre zu schreiben, reizt mich einfach nicht”, sagt die Autorin. Lediglich Kurzgeschichten seien etwas, das sie sich vorstellen könne, „zum Beispiel zu Weihnachten oder zum Valentinstag”.