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Rammstein provoziert in Video mit KZ-Anspielungen

Im Trailer für ihre neue Single erinnert die Kleidung der vier Band-Mitglieder von Rammstein stark an die von KZ-Gefangenen. Dafür hagelte es Kritik.
dpa
Im Trailer zu ihrer neuen Single zeigen sich die Band-Mitglieder von Rammstein in Kleidung, die an die von KZ-Gefangenen erinnert.
Im Trailer zu ihrer neuen Single zeigen sich die Band-Mitglieder von Rammstein in Kleidung, die an die von KZ-Gefangenen erinnert. Screenshot: Youtube
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Berlin.

Ein Video der Band Rammstein mit Anspielungen auf deutsche Konzentrationslager hat scharfe Kritik ausgelöst. In dem Trailer zu ihrer neuen Single sind vier Band-Mitglieder zu sehen, deren Kleidung an die von KZ-Gefangenen erinnert. Sie stehen dabei am Galgen. Auf dem Revers eines Musikers ist ein gelber Stern zu sehen, ähnlich dem, den Juden unter dem NS-Regime tragen mussten. Rammstein kommt im Juni auch nach Rostock. Das Konzert ist bereits ausverkauft.

Am Ende des 35 Sekunden langen Videos, das Rammstein auch auf ihrer Webseite veröffentlichte, ist das Wort „Deutschland” in frakturähnlicher Schrift zu sehen, in lateinischen Buchstaben steht darunter das Datum 28.3.2019.

Holocaust nicht zu Marketingzwecken missbrauchen

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erklärte, es gebe zahlreiche Künstler, die sich in ihren Kunstwerken auf eine würdevolle Art mit der Schoa auseinandersetzen. „Wer den Holocaust jedoch zu Marketingzwecken missbraucht, handelt verwerflich und unmoralisch”, erklärte Schuster. Sollte Rammstein mit dem neuen Musikvideo aus dem Holocaust Profit schlagen wollen, wäre das geschmacklos und würde die Millionen von Menschen verhöhnen, die während der Schoa unsäglich gelitten haben und auf grausamste Weise ermordet wurden.

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, erklärte, prinzipiell sei gegen eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust nichts einzuwenden. „Wenn aber das Video nur zur Provokation und Verkaufsförderung erstellt wurde, um zu skandalisieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen, dann wird damit eine rote Linie überschritten.”

Das wäre eine geschmacklose Ausnutzung der Kunstfreiheit. Man müsse abwarten, was die Band in ihrem neuen Album aufgenommen hat. „Sollten es Lieder gegen den Judenhass sein, wäre ich positiv überrascht”, sagte Klein der Deutschen Presse-Agentur. Von der Band war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.