„SINATRA DES OSTENS“

Schlagerstar Karel Gott ist gestorben

Der tschechische Schlagersänger Karel Gott ist tot. Der „Sinatra des Ostens“ starb am Dienstagabend kurz vor Mitternacht. Unvergessen bleibt seine „Biene Maja“.
dpa
Schlagerstar Karel Gott ist gestorben [nid:369262]
Schlagerstar Karel Gott ist gestorben [nid:369262] Ursula Düren
Karel Gott
Mit einem Gläschen Sekt stimmen sich die Schlagersänger Karel Gott (l), Jürgen Marcus (2.vl.), Roberto Blanco und seine Tochter Patricia auf die große Silvesterparty ein, die vom ZDF in der Silversternacht 1981/82 ausgestahlt wurde. Horst Ossinger
Karel Gott zu Besuch in einer Ferienanlage in Göhren-Lebbi in Mecklenburg-Vorpommern.
Karel Gott zu Besuch in einer Ferienanlage in Göhren-Lebbi in Mecklenburg-Vorpommern. Bernd Wüstneck
Der tschechische Sänger Karel Gott bei der Verleihung der «Goldenen Henne» über seine Auszeichnung. Hendrik Schmidt
Der Sänger Karel Gott (l) und der Rapper Bushido bei der Premiere des Films "Zeiten ändern Dich".
Der Sänger Karel Gott (l) und der Rapper Bushido bei der Premiere des Films "Zeiten ändern Dich". Jens Kalaene
Karel Gott bei einem Interview mit der Tschechischen Nachrichtenagentur (CTK).
Karel Gott bei einem Interview mit der Tschechischen Nachrichtenagentur (CTK). Deml Ondrej
Prag.

Karel Gott, einer der größten Stars der Schlagerwelt, ist tot. Die „goldene Stimme aus Prag“ starb am Dienstagabend kurz vor Mitternacht im Alter von 80 Jahren. Das berichtete die tschechische Nachrichtenagentur CTK am Mittwoch unter Berufung auf seine Sprecherin.

Im September 2019 hatte der Sänger öffentlich gemacht, dass er an akuter Leukämie litt. Eine erste Krebserkrankung am Lymphsystem hatte er wenige Jahre zuvor überstanden. Karel Gott stand fast sechs Jahrzehnte auf der Bühne und verkaufte Schätzungen zufolge mehr als 50 Millionen Tonträger.

„Sinatras des Ostens“

Mit der Titelmelodie zur Zeichentrickserie „Biene Maja“ wurde Karel Gotts Stimme für Generationen deutschsprachiger Kinder bekannt. Mit unvergesslichen Melodien wie „Einmal um die ganze Welt“, „Lady Carneval“ und „Fang das Licht“ sicherte sich der Tscheche auch unter den Erwachsenen ein Millionenpublikum. Der klassisch ausgebildete Tenor verdiente sich den Namen eines „Sinatras des Ostens“.

Ehrenpreis: Karel Gott bekommt „Goldene Henne“ für sein Lebenswerk.

In seinem Heimatland Tschechien war der Sänger eine Legende. Insgesamt 42 Mal gewann er den Publikumspreis „Goldene Nachtigall“. Karel Gott wurde am 14. Juli 1939 im westböhmischen Pilsen geboren. Als Elektro-Lehrling mit 18 hatte er seine ersten Auftritte in Prager Tanzcafés. Mit seiner Darbietung von „Tausend Fenster“ beim Grand Prix Eurovision de la Chanson in London 1968 wurde er auch im Westen bekannt.

Hits folgten Schlag auf Schlag

„Lady Carneval“ (1969), „Einmal um die ganze Welt“ (1970), „Babicka“ (1979) und „Fang das Licht“ (1985). Mit der Biene-Maja-Melodie von 1977 eroberte Karel Gott die Herzen der kleinen Fernsehzuschauer. Mit seinem unverkennbaren slawischen Akzent sang er von der „kleinen frechen schlauen Biene“ mit den Kulleraugen. Als Single landete das Titellied der ZDF-Zeichentrickserie im Mai 1977 auf Platz eins der NDR-Schlagerparade.

Im Jahr 2003 hatte Karel Gott einen leichten Schlaganfall überstanden. Seine letzte große Tournee durch Tschechien und die Slowakei war ein Triumph. Rund 12.000 Zuschauer feierten im Dezember 2014 in Prag ihren „mistr“ (Meister). Seinen 80. Geburtstag feierte er im Juli 2019, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, mit Weggefährten und Prominenten in einem Prager Theater. Über seine Beziehung zu seinem Publikum sagte er einmal: „Es ist eine Art Magnetismus, eine gegenseitige Anziehungskraft, die schwer beschreibbar ist.“

Der Frauenschwarm hatte im Jahr 2008 in Las Vegas seine 37 Jahre jüngere Freundin, die Fernsehmoderatorin Ivana Machackova, geheiratet. Mit ihr bekam er zwei Töchter, Charlotte Ella und Nelly Sofie. Er hinterlässt außerdem zwei erwachsene Töchter aus früheren Beziehungen.

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Kommentare (6)

für den grössten Tschechen aller Zeiten! Damals wie heute allseits beliebt in Ost und West.

Da wollen wir die Kirche aber mal im Dorf lassen...

Der Ami war nicht mal halb so gut.

Sinatra: Weltklassesänger, eigenen Stil geprägt, I did it my way
Karel Gott: recht passabler Schlagerbarde, Ballermann und Festzelt Hymnen, Biene Maya
Aber die Geschmäcker sind halt verschieden...

Mit unvergesslichen Melodien sicherte sich der Tscheche (geboren/born 14.07.1939 in Pilsen, gestorben/died 1.10.2019 in Prag) auch unter den Erwachsenen ein Millionenpublikum. Die Hits folgten Schlag auf Schlag: "Lady Carneval" (1969), "Einmal um die ganze Welt" (1970), "Babicka" (1979) und "Fang das Licht" (1985). (von einer Internetseite einer deutschen Tageszeitung). Nur die katholische? Kirche von Prag äußert sich kritisch gegenüber den beabsichtigten offiziellen Ehrungen am 12. Oktober 2019 in Prag. Sein 42 Jahre alter Megahit (und Evergreen) "Biene Maja" vom Mai 1977 treibt noch heute vielen Menschen Tränen der Rührung in die Augen, und zwar Erwachsenen wie Kindern. Video dazu in diesem NK-Internet-Artikel verlinkt, danke. (und auch "Einmal um die Welt, mit einer Tasche voll Geld")

und auch der heutige Nachruf des Nordkuriers auf den im Alter von 82 Jahren verstorbenen ersten Deutschen im Weltall Sigmund Jähn ist lesenswert. Am 26.8.1978 flog Sigmund Jähn vom sowjet-russischen Weltraum-Bahnhof Baikonur aus zusammen mit dem Sowjet-Kosmonauten Waleri Bykowsky (1934-2019) mit einer Sojus-Rakete in die Weltraum zur Orbitalstation "Saljut 6" und umrundete in gut 7 Tagen mehrfach (125x) die Erde. Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 in einem Dorf mit dem wunderschönen Namen Morgenröthe-Rautenkranz (Sachsen, Ostdeutschland) geboren. Gestorben ist er an seinem letzten Wohnort in Strausberg am 21. September 2019. Im heutigen Internet-Leitartikel vom Nordkurier anläßlich seiner Beisetzung auf einem Friedhof in Strausberg (Brandenburg) steht alles, was man zu SIgmund Jähn wissen sollte.