Unsere Themenseiten

Volksabstimmung

:

Schweizer entscheiden über TV-Gebühren

In Deutschland zahlen die Menschen 210 Euro im Jahr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
In Deutschland zahlen die Menschen 210 Euro im Jahr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Arno Burgi

Anfang März haben die Schweizer die Wahl: Wollen Sie weiter Gebühren für den Rundfunk zahlen oder nicht. Ist das auch ein Modell für Deutschland? Stimmen Sie ab.

Ausgerechnet Roger Schawinski! Das Schweizer Fernsehurgestein, das vergeblich versucht hatte, in dem Alpenland einen eigenen privaten Fernsehsender zu etablieren, springt der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) bei. Der 72-Jährige fordert seine Landsleute auf, am 4. März bei der Volksabstimmung gegen den Antrag auf Abschaffung der TV-Gebühren zu stimmen.

Mag sein, dass der Provokateur, der in Deutschland vier Jahre an der Spitze von SAT.1 stand, vor allem sein neues Buch „No Billag?” verkaufen möchte. Auch moderiert Schawinski eine eigene Talkshow bei der SRG. In der Schweiz hat der Wahlkampf um die Abstimmung begonnen, die das ganze Mediensystem umkrempeln könnte. Mit der Billag besitzen die Schweizer eine ungeliebte Behörde, die in Deutschland mit der früheren GEZ und dem heutigen Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandfunk ihr Pendant hat.

Schweizer zahlen 451 Franken Jahresbeitrag

Entstanden vor vier Jahren als eine Biertischidee eines Haufens Jungliberaler ist die No-Billag-Initiative zu einer ernsthaften Bedrohung der SRG geworden. Rund 100.000 Franken an Spenden sind bei den Initiatoren bereits eingegangen. Damit ist No Billag auf dem Weg, die erfolgreichste Online-Spendenkampagne einer Volksabstimmung der Schweiz auf die Beine gestellt zu haben.

Derzeit zahlen die Schweizer einen Jahresbeitrag von 451 Franken (385 Euro, Deutschland: 210 Euro). Hier gilt noch das Prinzip, das früher auch in Deutschland Gesetzeslage war: Jeder Haushalt, in dem ein Empfangsgerät steht, ist gebührenpflichtig. Das soll nicht so bleiben: Die mehrjährige Debatte um die Billag-Gebühr zeigt Wirkung. Die Bundesregierung der Schweiz will ab dem nächsten Jahr das aktuelle deutsche Regelung anwenden: Jeder Haushalt zahlt eine TV-Gebühr, die dann auf 365 Franken (311 Euro) gesenkt werden soll.

 

 

Kommentare (1)

ist viel Geld. Zu viel Geld wie viele Schweizer finden. Denn auch Singlehaushalte müssen den vollen Betrag zahlen. Eine ehemalige Angestellten der SRF hatte berichtet, sie habe "immer wenig gearbeitet und immer gut verdient". Das brachte das Fass zum überlaufen. Im Moment deutet vieles darauf hin, dass die "No-Billig-Initiative" angenommen wird. Daran wird auch der Apell von Roger Schawinski nicht mehr viel ändern können.