ANGELN

Schweriner fängt stattlichen Winterhecht

Ein Angler aus Schwerin hat einen richtig großen Hecht aus einem kleinen See geholt. Was muss man beim Angeln im Winter beachten und wann beginnt die Schonzeit?
Benjamin Bottke hat dieses Prachtexemplar aus dem Ploggensee in Grevesmühlen geholt.
Benjamin Bottke hat dieses Prachtexemplar aus dem Ploggensee in Grevesmühlen geholt. Benjamin Bottke
Benjamin Bottke hat seinen ersten Hecht gefangen, als er sechs Jahre alt war.
Benjamin Bottke hat seinen ersten Hecht gefangen, als er sechs Jahre alt war. Benjamin Bottke
Auf diesem Foto von seinem Schlauchboot ist die Rute zu sehen, mit der er den Hecht geangelt hat – und die Vorrichtung, mit der er alleine die Bilder von seinen Fängen machen kann.
Auf diesem Foto von seinem Schlauchboot ist die Rute zu sehen, mit der er den Hecht geangelt hat – und die Vorrichtung, mit der er alleine die Bilder von seinen Fängen machen kann. Benjamin Bottke
Grevesmühlen.

Eigentlich wollte Benjamin Bottke am vergangenen Wochenende auf Barsch angeln. Diese waren allerdings „ein bisschen zickig”, sagt der Schweriner. Daher fuhr er mit seinem kleinen Schlauchboot noch kurz ins Flachwasser, um zu gucken, ob da vielleicht ein Hecht steht.

Und tatsächlich: Wenig später ließ sich ein ordentliches Exemplar von seinem Köder (ein Zanderkant Megakauli) locken. Den hatte Bottke nur zufällig noch unten in seiner Angeltasche liegen, denn Zielfisch waren ja Barsche. Richtig viel Hunger kann der vollgefressene und bereits träge Hecht allerdings nicht gehabt haben, vermutlich war er nur neugierig oder ein bisschen aggressiv. So war der Drill selbst mit einer Barschrute (eine Westin W6 Vertikalrute) auch schon nach zwei Minuten durch und der Fisch im Boot.

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Winterhechte sind träge

Im Winter fressen sich die Hechte voll, fahren ihren Stoffwechsel herunter und gehen ins Flachwasser, um sich dort aufs Laichen vorzubereiten. Entsprechend beginnt die Schonzeit, in der Hechte in Mecklenburg-Vorpommern nicht geangelt werden dürfen, auch am 1. März und endet am 30. April.

Umso größer also die Freude von Bottke, noch so ein Prachtexemplar mit 95 Zentimetern Länge aus dem Wasser geholt zu haben. Dies gelang ihm übrigens nicht auf dem Schweriner See, wo er sonst viel mit Freunden unterwegs ist, sondern auf einem kleinen Gewässer bei Grevesmühlen. Der Ploggensee ist gerade einmal 15 Hektar groß.

Video: Angeln mit Jig Spinner (BB - Video Channel Angeln aus Leidenschaft)

Vorteil beim Angeln im Winter

Aber wie hält man sich beim Angeln im Winter warm? „Durchs Rudern und viele Werfen”, lacht Bottke und hat noch einen Vorteil ausgemacht, wenn zu der Jahreszeit angeln gehen möchte. Seine Erfahrungen der letzten Jahre haben nämlich gezeigt, dass die Fische im Winter eher um Mittagszeit herum beißen. Eine gute Nachricht also für alle Langschläfer, die das frühe Aufstehen scheuen. Denn zum Beißfenster zwischen 11 und 14 Uhr sollte es eigentlich jeder nach einem ordentlichen Frühstück aufs Wasser schaffen. Dies soll aber nicht heißen, dass man in der kalten Jahreszeit nicht auch morgens Erfolg haben kann.

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Benjamin Bottke war etwa sechs Jahre alt, als er mit dem Angeln angefangen hat und schon sein erster Hecht aus dem Rugensee brachte es auf ungefähr 60 Zentimeter. Der Rugensee ist ein kleines Gewässer im gleichnamigen Ortsteil von Lübstorf am Schweriner See. Bis 14 blieb er dem Hobby treu, dann waren allerdings andere Dinge interessanter. Vor fünf sechs Jahren hat er das Angeln wieder für sich entdeckt, „aber dieses Mal so richtig”, sagt Bottke. Profiausrüstung, eigene Facebook-Seite und Youtube-Kanal (Video s. oben) inklusive.

„Angeln macht Schule”

Er findet, man lese außerhalb der Fachzeitschriften viel zu selten etwas über das Angeln. Höchstens mal, wenn es ein „Megahecht” mit 1,30 Metern zur Berühmtheit schafft. Angesichts von selbsternannten Tierrechtlern, die das Angeln am liebsten komplett verbieten würden, sei dies sehr schade.

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Daher begrüßt er zum Beispiel das Projekt „Angeln macht Schule” in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn er so ein Fach in der Schule gehabt hätte, hätte er sich riesig gefreut. Es sei sehr gut, dass die Kinder so schon früh den waidgerechten Umgang mit Fischen lernen können und gleichzeitig ein Bewusstsein für die Umwelt und Lebensmittel entwickeln. Kritisch sieht er hingegen den Touristenfischereischein in MV, mit dem Möchtegernangler auf den heimischen Fischbestand losgelassen werden. Der Nachweis eines umfangreichen Fachwissens ist dafür nicht nötig.

Als nächstes plant Bottke übrigens einen Angelausflug auf den Bodden vor der Insel Rügen. Auf Hecht natürlich – und bevor die Schonzeit startet.

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