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Seit 30 Jahren vor der Wetterkarte

Meteorologe Gunther Tiersch feiert am 14. Juli sein Jubiläum beim ZDF. Sein Arbeitsplatz hat sich in den vergangenen 30 Jahren gewandelt.
Meteorologe Gunther Tiersch feiert am 14. Juli sein Jubiläum beim ZDF. Sein Arbeitsplatz hat sich in den vergangenen 30 Jahren gewandelt.
Svea Pietschmann

Erkennt er auf einem Regenradar Unwetter, bekommt Gunther Tiersch ein mulmiges Gefühl. Als Leiter der ZDF-Wetterredaktion hat er diese Bilder jüngst häufig gesehen. Drei Fragen zum Wetter, seiner Arbeit und seinem Jubiläum.

Wie schwierig ist es trotz der ganzen technischen Möglichkeiten noch, das Wetter vorherzusagen?

Von zehn Vorhersagen sind neun richtig. Aber bei Gewittern, die einen Durchmesser von zehn Kilometern haben und sich innerhalb von einer Stunde bilden, stehen wir auf dem Schlauch. Wir können nur grob sagen, in welchem Gebiet es Gewitter geben wird, aber nicht, wo genau. Erst wenn ein Gewitter entstanden ist, können wir örtlich warnen, also nur etwa 15 bis 60 Minuten, bevor das Gewitter auch dort hinzieht.

Wir sehen Sie im Fernsehen vor einer Wetterkarte stehen. Was sehen Sie denn?

Wir haben ein virtuelles Studio, in dem eigentlich nur die Kameras und der berühmte Tisch der Nachrichtensprecher real sind. Ansonsten ist da nicht viel drin. Ich sehe eine grüne Wand, einen grünen Boden und Gott sei Dank noch einen Bildschirm, der in Blickrichtung der virtuellen Wetterkarte steht, und auf dem ich das Bild sehe, das der Fernsehzuschauer sieht. Dadurch kann ich dort hinzeigen, wohin ich zeigen will. Vorher hatten wir eine blaue Wetterwand, eine Blue Box.

Werden Sie zur Jubiläumssendung etwas Verrücktes tun?

Nein, sicherlich nicht. Es kann sein, dass ich ab und zu mal wieder mein Jackett vorher zu- und dann aufmache. Manchmal darf Wetter auch unterhaltsam sein, gerade für die jungen Leute. Andere wollen nur kurz wissen, wie das Wetter wird. Wir werden in diesem Jahr zwei Wetter-Touren machen und ein bisschen rausgehen, das ist eine gewisse Auflockerung. Aber dann kommt der Vorwurf einiger Zuschauer: Die machen da auf unsere Kosten billig Urlaub an der Ostsee oder in den Alpen. Denen rate ich, mal bei diesem Stress dabei zu sein.