ARD-SERIE

So geht es hinter den Kulissen von "Rote Rosen" zu

Rote Rosen: Claudia Schmutzler und Philipp Oliver Baumgarten bilden das Traumpaar der aktuellen Staffel des TV-Dauerbrenners. Wir haben hinter die Kamera geschaut und zeigen Fotos vom Set.
Frank Wilhelm Frank Wilhelm
In Folge 3008, ausgestrahlt vor wenigen Tagen, ist es endlich soweit: Astrid (Claudia Schmutzler) und Alex (Philipp Oliver Bau
In Folge 3008, ausgestrahlt vor wenigen Tagen, ist es endlich soweit: Astrid (Claudia Schmutzler) und Alex (Philipp Oliver Baumgarten) küssen sich zum ersten Mal. ARD/Nicole Manthey
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Traumfabrik: In dieser unscheinbaren Industriehalle in einem Gewerbegebiet in Lüneburg werden die „Roten Rosen“ gedreht. Frank Wilhelm
Im Studio gibt es Dutzende verschiedene Räume für die Drehs – Wohn- und Schlafzimmer, Büros und Küch
Im Studio gibt es Dutzende verschiedene Räume für die Drehs – Wohn- und Schlafzimmer, Büros und Küchen, Läden und Lokale. Frank Wilhelm
Wird die passende Lampe oder ein anderes Requisit gesucht, gibt es im Fundus eine reichliche Auswahl.
Wird die passende Lampe oder ein anderes Requisit gesucht, gibt es im Fundus eine reichliche Auswahl. Frank Wilhelm
Sprecherin Daniela Behns hat auch schon mitgespielt.
Sprecherin Daniela Behns hat auch schon mitgespielt. Frank Wilhelm
Auch der Käseladen von Astrid findet sich unter dem Dach der „Roten Rosen”-Halle in einem Gewerbegebiet von L
Auch der Käseladen von Astrid findet sich unter dem Dach der „Roten Rosen”-Halle in einem Gewerbegebiet von Lüneburg. Frank Wilhelm
Viele Szenen spielen im Städtischen Klinikum Lüneburg, das sich aber auch im Studio befindet.
Viele Szenen spielen im Städtischen Klinikum Lüneburg, das sich aber auch im Studio befindet. Frank Wilhelm
So findet sich dann hinter der Tür der „Intensivstation” auch kein OP-Saal, sondern ein normales Büro.
So findet sich dann hinter der Tür der „Intensivstation” auch kein OP-Saal, sondern ein normales Büro. Frank Wilhelm
Zutaten für die Küche des Hotels, in der Alex alias Philipp Oliver Baumgarten arbeitet.
Zutaten für die Küche des Hotels, in der Alex alias Philipp Oliver Baumgarten arbeitet. Frank Wilhelm
Blick in den Fundus von „Rote Rosen”.
Blick in den Fundus von „Rote Rosen”. Frank Wilhelm
Pressesprecherin Daniela Behns bekommt jeden Tag Autogrammwünsche zugeschickt.
Pressesprecherin Daniela Behns bekommt jeden Tag Autogrammwünsche zugeschickt. Frank Wilhelm
Kurzes Fotoshooting nach dem Dreh.
Kurzes Fotoshooting nach dem Dreh. Frank Wilhelm
Um effektiver drehen zu können, wurde der Lüneburger „Salzmarkt” als Drehort originalgetreu im Studio na
Um effektiver drehen zu können, wurde der Lüneburger „Salzmarkt” als Drehort originalgetreu im Studio nachgebaut. Frank Wilhelm
In diesen Fächern lagern die Utensilien von Philipp Oliver Baumgarten, die er immer wieder für den Dreh benötig
In diesen Fächern lagern die Utensilien von Philipp Oliver Baumgarten, die er immer wieder für den Dreh benötigt. Frank Wilhelm
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Das Fach von Claus Dieter Clausnitzer. Er spielt als Hannes „Hanni” Lüder schon seit einigen Jahren bei „Rote Rosen” mit. Frank Wilhelm
Filmhündin Betty hat sogar ihre eigene Autogrammkarte samt originalem Pfotenabdruck.
Filmhündin Betty hat sogar ihre eigene Autogrammkarte samt originalem Pfotenabdruck. Nicole Manthey
Geduldig macht Betty jeden Drehtermin mit, egal ob in der Innenstadt von Lüneburg oder im Studio.
Geduldig macht Betty jeden Drehtermin mit, egal ob in der Innenstadt von Lüneburg oder im Studio. Frank Wilhelm
Zu jedem Außendreh finden sich schnell auch Schaulustige ein.
Zu jedem Außendreh finden sich schnell auch Schaulustige ein. Frank Wilhelm
Stadtführerin Verena Fiedler (m) erklärt Besuchern in Lüneburg während einer „Rote Rosen”-F&uu
Stadtführerin Verena Fiedler (m) erklärt Besuchern in Lüneburg während einer „Rote Rosen”-Führung einen Drehort der ARD-Telenovela. Philipp Schulze
Lüneburg.

„Astrid verbietet sich die Liebe zu Alex, weil sie glaubt, dass Alex noch Gefühle für Judith hat. Sie stürzt sich in das neue Leben mit Pia und den Laden, der sich längst noch nicht trägt. Umso größer ist der Schock, als Judith einen Riss in der Wand entdeckt und der Laden wegen Einsturzgefahr geschlossen werden muss.” So kündigt das Erste die aktuelle, die 3030. Folge von „Rote Rosen” an.

Es ist erst einige Folgen her, dass sich Astrid, gespielt von Claudia Schmutzler, und Alex, Darsteller Philipp Oliver Baumgarten, das erste Mal geküsst haben. Doch nun erleben beide ihre erste Krise, kein Wunder, schließlich ist der Altersunterschied zwischen beiden mit rund 20 Jahren beträchtlich. Wie wird es weiter gehen mit dem jungen Koch und der erfahrenen Geschäftsfrau in Lüneburg, dem Handlungs- und Drehort von „Rote Rosen”?

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Beim Mittagessen kommen alle zusammen

Nicht nur diese Frage ist spannend, sondern auch das, was sich hinter den Kulissen der Telenovela „Rote Rosen” abspielt. Besser gesagt hinter den Wändern der Industriehalle im Gewerbegebiet am Stadtrand von Lüneburg.

Mittagszeit bei den „Roten Rosen“. In der Kantine des Filmstudios sitzen Regisseure neben Maskenbildnern, Schauspieler neben Kostümbildnern, Regieassistenten neben Öffentlichkeitsarbeitern. Mittendrin genießen Claudia Schmutzler und Philipp Oliver Baumgarten ihr Mittagessen. Beide schwatzen miteinander. Essen und Trinken ist kostenlos. Die angebotenen Speisen der hauseigenen Kantine sind gesund und nahrhaft. Die Stunde Mittagspause gönnen sich alle, die an der Produktion der 17. Staffel von „Rote Rosen” beteiligt sind.

Gedreht wird von 8.30 bis 18.30 Uhr

Die Pause braucht man auch, denn die TV-Produktion gleich der Produktion am Fließband: Alles ist eingetaktet. Jeder Schauspieler, jeder Regisseur und alle anderen am Set, wann sie wo zum Dreh erscheinen müssen. An allen fünf Wochentagen wird gedreht, ein Drehtag dauert von 8.30 bis 18.30 Uhr, sagt „Rote Rosen”-Sprecherin Daniela Behns.

Es könne passieren, dass Hauptdarsteller zwölf, dreizehn Szenen am Tag drehen, wobei für jede Szene 25 Minuten eingeplant wird, sagt Behns: Eine Stell-, eine Sprech- und eine technische Durchlaufprobe stehen am Anfang, dann folgt der „scharfe“ Dreh. „Wenn wir Glück haben, ist ein As dabei, das heißt, beim ersten Dreh haben wir die Szene im Kasten“, sagt Behns. Das freut insbesondere den Aufnahmeleiter, der über den Zeitplan wacht, der es in sich hat.

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Studio befindet sich in einer ehemaligen Industriehalle

Eine Szene ergibt im Durchschnitt 1,10 Minuten reale Sendezeit. An einem Produktionstag muss eine Folge abgedreht werden. Die Serienteile entstehen mit einem Vorlauf von etwa drei Monaten. Das bedeutet, dass die Krise, die Alex und Astrid gerade durchmachen, bereits Anfang September gedreht wurde. Zurzeit werden die Folgen aufgenommen, die Anfang März im Ersten laufen.

Um das Pensum zu bewältigen, wird in der Regel im Studio gleichzeitig an zwei Sets gedreht. Hinzu kommen Außendrehs in der Innenstadt von Lüneburg. Das bedeutet Filmsequenzen wie vom Fließband, was zum Studiogebäude passt. Von Anfang an, seit August 2006, werden die „Roten Rosen“ in einer Halle in einem Lüneburger Gewerbegebiet gedreht, in dem zuvor Drucker produziert wurden.

Claudia Schmutzler kann Youngster Baumgarten viele Tipps geben

Seit dem Sommer dieses Jahres ist Claudia Schmutzler dabei, die als neue „Hauptrose” gerit Kling abgelöst hat. Schmutzler ist 1966 in Dresden geboren und hat ihr Handwerk an der Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig gelernt. In der Rolle als kesse Film-Tochter Jacqueline Struutz spielte sie an der Seite von Wolfgang Stumph in „Go Trabi Go“ in dem ostdeutschen Kultfilm schlechthin.

Drei Jahre, bevor der Trabi-Film 1991 gedreht wurde, kam Baumgarten in Magdeburg zur Welt. Nach Theaterstationen in Heidelberg und Detmold war er zuletzt am Landestheater Neustrelitz engagiert. Zwar hat der 31-Jährige schon einmal in einer kleineren Rolle in eine Telenovela hineingeschnuppert. Doch Claudia Schmutzler kann ihm garantiert noch etliche Tipps geben. Immerhin stand sie bereits in Dauerbrennern wie „Für alle Fälle Stefanie“ (1997-2004) oder „Soko Wismar“ (2005-2017) vor der Kamera.

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Eine gemeinsame Raucherpause gibt es eher selten

Auch außerhalb der Kulissen geben die beiden ein attraktives Paar ab. „Das ist eine schöne Chemie zwischen uns“, sagt Claudia Schmutzler in einer Raucherpause vor dem Studio. Es gibt Tage, da findet sich kaum mal eine Minute, in der beide zusammen rauchen können – sie übrigens klassisch Zigartte. Er pafft E-Zigarette. Es gibt aber auch wenige Tage, an denen beide gleichzeitig Drehpausen haben, wie gerade jetzt.

Dass man sich auch privat verstehe, sei gerade in solch einer Geschichte wichtig, in der man immer wieder miteinander agiere, sagt Claudia Schmutzler. Schließlich zieht sich die Beziehung zwischen Alex und Astrid wie ein roter Faden durch die Staffel. „Philipp hat wunderbare blaue Augen, in denen ich auch schon ertrunken bin“, sagt Claudia Schmutzler. Sie schmunzelt: „Mein Freund hat natürlich noch schönere Augen.“

Baumgarten gibt die Komplimente gerne zurück: „Es macht viel Spaß, mit Claudia zu spielen. Sie ist eine sehr gute Kollegin.“ Beiden Hauptdarstellern ist allerdings bewusst, dass sie zum Ende der Staffel aus dem Drehbuch „herausgeschrieben“ werden. „Die Rolle ist für mich eine Chance, einmal etwas anderes als Theater zu machen“, sagt Baumgarten. Es sei allein ein „Geschenk“, mit so vielen unterschiedlichen Regisseuren zusammenarbeiten zu können. Und: Als Schauspieler müsse er ohnehin mit kurzfristigen Verträgen leben. An der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz gibt es für die Schauspieler ebenfalls immer nur Jahresverträge.

Das Studio hilft auch bei der Wohnungssuche

Das „Rote Rosen“-Team arbeitet mit einem Stamm von etwa 30 Regisseuren zusammen. Die Texte stammen aus einem Pool von 40 Autoren, sagt Behns. Wie in einem Betrieb wird sich die Arbeit geteilt – es gibt Spezialisten für die Dialoge der verschiedenen Figurenkonstellationen und Hauptautoren, die die Texte aufeinander abstimmen. Gedreht werden die „Roten Rosen“ von der Studio Hamburg Serienwerft, einer NDR-Tochter. Auch, weil die Hauptdarsteller nur für ein Jahr engagiert werden, unterstützt die Gesellschaft die Schauspieler. So werden Wohnungen zur Miete bereitgestellt.

Die seit dreizehn Jahren täglich laufende Telenovela bringt vor allem für Lüneburg einen riesigen Image-Gewinn. „Rote Rosen, na klar, das ist wichtig für uns”, sagt ein Café-Betreiber in der wunderschönen Altstadt gegenüber dem Hotel Bergström. Viele Touristen kämen wegen der Fernsehserie. „Die erkenne ich auch gleich”, sagte er schmunzelnd und meint, dass die meisten „Rote Rosen”-Gucker oft schon graue Haare haben.

Die Zahl der Touristen in Lüneburg habe sich seit dem Start um rund 40 Prozent erhöht, sagt Behns. 2018 gab es mehr als 600 „Rote Rosen“-Führungen, die immer auch am Hotel Bergström vorbeiführen. Das Haus ist Vorbild für das Serienhotel Drei Könige, womit das Bergström wirbt: „Wohnen Sie in den Zimmern aus der Serie, frühstücken Sie im Restaurant, wo die Stars der Rote Rosen Serie saßen. Vielleicht haben Sie auch noch mehr Glück? Die „Rote Rosen”-Serien werden auf offener Straße in Lüneburg gedreht und man kann dabei zusehen“, heißt es auf der Internetseite.

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Die Fans lieben auch Filmhund Betty

Wir haben Glück und stoßen auf einen Außendreh am Alten Kran in der Wasserstadt. Etwa zwei Dutzend Passanten schauen interessiert zu, wie Schauspieler Hakim Michael Meziani lässig mit einem Hündchen über die Brücke flaniert. „Guck mal, das ist unsere Betty“, sagt ein älterer Herr zu seiner Begleiterin.

Betty ist der Filmhund, der seit der 16. Staffel mit von der Partie ist. Geduldig wartet sie immer wieder auf die Klappe zum Start der Szenen. Längst hat der Hund seine Fans und daher auch eine eigene Autogrammkarte mit einem originalen Pfotenabdruck. Überhaupt nehmen die Stamm-Zuschauer – im Schnitt schauen jede Folge am Nachmittag 1,3 Millionen Menschen – regen Anteil am Schicksal der Protagonisten.

Die meisten Szenen werden aber im Studio gedreht. Unter dem Dach der Halle finden sich Dutzende Sets, die die Stammzuschauer aus der Serie kennen: Die verschiedenen Wohn- und Schlafzimmer, die Küchen und Büros aber auch der neue Käseladen, den Astrid bewirtschaftet. Auch die Krankenhausflure, die in der Serie immer wieder als Handlungsort zu sehen sind, finden sich in der Produktionshalle. Türschilder und Wegweiser der Filmklinik sind dauerhaft in einem Trakt angebracht. So findet sich hinter dem Schild „Städtisches Klinikum Intensivstation” natürlich auch keine OP-Saal, sondern ein Büro eines Mitarbeiters der Produktionsfirma.

Viele Zuschauer identifizieren sich mit den Stars

In Daniela Bahns Büro stapeln sich die Autogrammkarten der aktuellen Staffel. Täglich gehen mehrfach Autogrammwünsche ein, natürlich auch für Claudia Schmutzler und Philipp Oliver Baumgarten. „Einige Zuschauer identifizieren sich stark mit ihren Favoriten“, sagt Daniela Behns, die das aus zahlreichen Briefen und Mails an das Team weiß. „Für viele Menschen ist die Serie Teil ihres täglichen Lebens.“

Das lässt sich auch von Baumgarten sagen, der mit seiner Frau, die ebenfalls Schauspielerin ist, und seiner Tochter von Neustrelitz nach Lüneburg gezogen ist. Selbst wenn er abends noch dreht und es nicht immer mit dem Abholen aus der Kita klappt, verlaufe der Alltag doch regelmäßiger als am Theater. Zumindest mit der Gute-Nacht-Geschichte für die Tochter klappt es meistens.

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