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"Spotlight": Formidabler Thriller um Missbrauch

In dem Kinofilm "Spotlight" recherchieren Rachel McAdams als Sacha Pfeiffer und Mark Ruffalo als Michael Rezendes (m) zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche von Boston.
In dem Kinofilm "Spotlight" recherchieren Rachel McAdams als Sacha Pfeiffer und Mark Ruffalo als Michael Rezendes (m) zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche von Boston.
Kerry Hayes/Open Road Films/Paramount

Mark Ruffalo, Michael Keaton und Rachel McAdams schlüpfen in die Rollen von investigativen Journalisten: Dieser Thriller beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt von einem enormen Missbrauchsskandal.

Mit sechs Nominierungen gehört "Spotlight" mit zu den Favoriten bei den diesjährigen Oscars. Kurz vor der Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt (am 28. Februar) kommt das packende Drama rund um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche von Boston und die Enthüllungen eines Reporterteams der Zeitung "The Boston Globe" nun auch in die deutschen Kinos. Inszeniert von US-Regisseur Tom McCarthy ("Station Agent") ist der Thriller, der auf wahren Ereignissen basiert, mit Darstellern wie Mark Ruffalo, Rachel McAdams, Liev Schreiber und Michel Keaton stark besetzt.

Reporter gegen die übermächtige Kirche

Im Jahr 2003 erhielt das renommierte, 1872 gegründete Traditions-Blatt "The Boston Globe" den Pulitzer-Preis für eine Reihe von Artikeln, in denen ein Missbrauchsskandal unerhörten Ausmaßes innerhalb der katholischen Kirche Bostons aufgedeckt wurde. Atemlos und sehr stringent erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor McCarthy in "Spotlight" nun, wie es zu den Enthüllungen kommen konnte.

Im Mittelpunkt steht dabei das Investigativ-Team der Zeitung, angeführt von Walter "Robby" Robinson (Michael Keaton). Angestoßen aber werden die Ermittlungen vor allem durch den neuen Chefredakteur Marty Baron, dem Liev Schreiber im Film eine leise und zugleich geheimnisvolle Präsenz verleiht. Schnell jedoch muss Baron, der neu ist in dieser stolzen Stadt, erfahren, dass man sich in Boston, Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts, nicht mal eben so mit der übermächtigen Institution der katholischen Kirche anlegt. Überall stößt sein eifriges Reporter-Team auf Widerstände und verschlossene Münder.

"Spotlight" ist ein eher konventionell inszenierter Thriller, der stark an einen der legendärsten Journalisten-Filme überhaupt erinnert, der vor 40 Jahren in die Kinos kam: "Die Unbestechlichen" mit Robert Redford und Dustin Hoffman zur Watergate-Affäre. Und doch fesselt einen "Spotlight" von der ersten Minute an und entwickelt einen unglaublichen Sog. Immer fiebert man mit, was nicht zuletzt an Darstellern wie Ruffalo liegt; bisweilen fühlt man sich gar ein wenig, als wäre man selbst Teil des Recherche-Teams des "Boston Globe".

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