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St. Vincent

Bill Murray (l) als Vincent und Jaeden Lieberher als Oliver.
Bill Murray (l) als Vincent und Jaeden Lieberher als Oliver.
polyband/ Sony Pictures

Die Filmgeschichte hat schon diverse ungewöhnliche Paare mit großem Altersunterschied gezeugt. Von „Harold und Maude“ über „About A Boy“ bis hin zu „Honig im Kopf“ haben Alt und Jung immer wieder zusammengefunden, um gegenseitig voneinander zu profitieren. Im aktuellen Fall wird der wunderbare Bill Murray zum väterlichen Freund eines Außenseiters.

Der Alltag des 12-jährigen Oliver (eine Entdeckung: Jaeden Lieberher) gestaltet sich neuerdings schwierig. Der Junge ist eben erst mit seiner Mutter Maggie (Melissa McCarthy) ins Viertel zogen, da türmen sich für den Außenseiter auch schon die Probleme.

Der alteingesessene Nachbar Vincent (Bill Murray) scheint ein ziemlicher Kotzbrocken zu sein. Der Kriegsveteran liebt die schönen Dinge des Lebens, den Alkohol, die Frauen, die Wetten. Leider stehen seine finanziellen Mittel in keinerlei Relation zu seinen Ansprüchen. Deshalb willigt der chronisch knappe Vincent gegen einen gewissen Obolus ein, hin und wieder auf Oliver aufzupassen und ihn bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Zwischen dem Knaben und dem Sonderling entwickelt sich bald eine ganz besondere Beziehung. Oliver lernt nicht nur den Mikrokosmos einer Bar kennen, er findet sich auch auf der Pferderennbahn wieder oder lernt am Box-Sack, wie man sich gegen unangenehme Zeitgenossen verteidigt. Aber auch Vincent blüht sichtlich auf. Das wundert nicht nur die Stripperin Daka (herrlich gegen den Strich gebürstet: Naomi Watts), die ebenfalls untrennbar mit dem Kosmos von „St. Vincent“ verwoben ist.

Nein, Melissa McCarthy spielt nicht die liebenswerte, adipöse Krawallschachtel, sondern eine Mutter mit viel Leib und Seele. Überhaupt schwimmt das wundervolle Werk von Drehbuchautor und Regisseur Ted Melfi gern gegen den Strom, ohne dass diese Originalität je gewollt wirken würde. Im Gegenteil, diese Geschichte verbindet ein schäbiges Äußeres mit einem riesigen Herzen und fühlt sich glaubwürdig und unheimlich gut an. 

 

Verleih: Polyband/Splendid Film/Sony
Bundesstart: 08. Januar 2015 
Genre: Komödie

Mehr Infos unter: www.st-vincent-film.de