NEUE PHILHARMONIE MV

„Stadt. Land. Klassik!“ mit starkem Programm

Die Neue Philharmonie MV tourt ab Sonntag wieder durch Mecklenburg und Vorpommern. Chefdirigent Andreas Schulz und sein Orchester erfüllen dabei auch einen Leserwunsch.
Der Bürgersaal in Waren (Müritz) ist eine beliebte und regelmäßige Spielstätte von „Stadt. Lan
Der Bürgersaal in Waren (Müritz) ist eine beliebte und regelmäßige Spielstätte von „Stadt. Land. Klassik!“ Nadine Schuldt
Die Februar-Tournee von „Stadt. Land. Klassik!“ startet am Sonntag erneut im Historischen U in Pasewalk.
Die Februar-Tournee von „Stadt. Land. Klassik!“ startet am Sonntag erneut im Historischen U in Pasewalk. Gabriel Kords
Neubrandenburg.

Die Programme von „Stadt. Land. Klassik!“ leben einerseits von populären Werken berühmter Komponisten. Bei der am Sonntag in Pasewalk startenden Tour der Neuen Philharmonie MV fällt die Unvollendete Sinfonie von Franz Schubert in diese Kategorie. Daneben präsentiert Chefdirigent Andreas Schulz immer auch weniger bekannte Stücke, etwa das Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber. „Mit unserem aktuellen Repertoire gehen wir ein paar Jahre weiter zurück“, erklärt Schulz. „Wir sind in der Wiener Klassik mit dem frühen Beethoven, während Schuberts Sinfonie an der Grenze zur Romantik ist. Alles, was musikgeschichtlich danach kam – von der späten Klassik über die Früh- und Spätromantik bis hin zum Impressionismus, ist in der Wiener Klassik verankert.“

Vier Stücke präsentiert die Neue Philharmonie MV diesmal sowie einen Wunschtitel der Nordkurier-Leser, die sich in einer Abstimmung für „Der Einzug der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel entschieden haben. Die Pasewalker kommen zudem in den Genuss von Claude Debussys „Der Nachmittag eines Fauns“, tänzerisch dargeboten von der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz.

Es gibt zwei berühmte Opern zum Friseurhandwerk: Gioachino Antonio Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ und „Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Obwohl sie musikalisch Welten trennen, ist der Figaro tatsächlich die inhaltliche Fortsetzung des Theaterstücks „Der Barbier von Sevilla“. „Mozart war eine einmalige Erscheinung in der Musikgeschichte“, sagt der Chefdirigent der Neuen Philharmonie MV. Dieses Unikum könne man nicht mit Rossini vergleichen. „Rossini steht in bester Tradition der italienischen Oper und gehört zu den wichtigen Vertretern der spätklassischen Oper.“ Bei „Stadt. Land. Klassik“ wird die stimmungsvolle Ouvertüre des Barbiers dargeboten.

Beethoven trifft Schubert und den „Freischütz“

Als zweites Stück präsentieren die Musiker die „1. Sinfonie C-Dur“ des Meisterkomponisten Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag 2020 gefeiert wird. Dieses Orchesterwerk fällt in die erste von drei Schaffensphasen des Wieners. „Diese frühen Sinfonien hätten auch von Joseph Haydn sein können“, so Schulz, da das Werk noch sehr in der Tradition der Wiener Klassik stehe. Entsprechend vital klinge die Musik, „alle vier Sätze sind positiv und voller Lebensfreude“. Dabei soll Beethoven während der Komposition im Jahre 1799 bereits unter Ertaubungserscheinungen gelitten haben.

Die populärste Komposition von Carl Maria von Weber ist zweifelsohne „Der Freischütz“. Die Oper ist auch für Andreas Schulz ein wichtiges Werk, war es doch vor Jahren die erste Oper, die er in einer Berliner Kirche dirigieren durfte. „Weber war in seinem Schaffen vielseitig“, erklärt Schulz. Sein Klarinettenkonzert, das bei „Stadt. Land. Klassik!“ gespielt wird, ist selten zu hören und vor allem für die Klarinette sehr anspruchsvoll. Den Solopart übernimmt mit Ruben Staub die erste Klarinette der Neuen Philharmonie MV. Er ist von Anfang an Mitglied des Orchesters. „Das Solo ist eine Art musikalisches Dankeschön“, sagt Schulz, dem die Nachwuchsförderung am Herzen liegt.

Zum Finale des Abends erklingt die „Unvollendete“ von Franz Schubert. Eine Theorie von Musikwissenschaftlern besagt, dass die nur zwei Sätze umfassende Sinfonie h-Moll tatsächlich vollendet sei. Diese Auffassung vertritt auch Andreas Schulz. „Diese Sinfonie ist unheimlich vielfältig. Es gibt darin dieses Düstere, Abgründe der menschlichen Seele sowie viele Fragen an das Universum, an die Göttlichkeit – die meisten Komponisten im 19. Jahrhundert waren sehr gläubig. Doch es gibt auch viel Licht, vor allem im zweiten Satz“, sagt Schulz. Wenn man die Sinfonie gut aufführe, gehe sie direkt ans Herz. Bei einem Orchester wie der Neuen Philharmonie sollte es daran keinen Zweifel geben.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

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