STEFAN MALZEW

Stefan Malzews vergnügliche Musikstunden

Komponist, Dirigent, Musiker, Moderator – der frühere Generalmusikdirektor der Neubrandenburger Philharmonie Stefan Malzew ist ein Tausendsassa. Nun startet er mit einer Musik-Akademie im Internet.
Die moderne Videotechnik macht es möglich: Stefan Malzew interpretiert an drei Instrumenten gleichzeitig George Gershwins
Die moderne Videotechnik macht es möglich: Stefan Malzew interpretiert an drei Instrumenten gleichzeitig George Gershwins „Summertime“ aus „Porgy und Bess“. Screenshot Wilhelm
Kika-Moderator Juri Tetzlaff sowie Dirigent und Komponist Stefan Malzew beim Elefantenpups-Konzert in Malchow 2019.
Kika-Moderator Juri Tetzlaff sowie Dirigent und Komponist Stefan Malzew beim Elefantenpups-Konzert in Malchow 2019. Nadine Schuldt
Mit der Neue Philharmonie MV hat Stefan Malzew den von ihm komponierten „Elefantenpups” in Berlin eingespielt.
Mit der Neue Philharmonie MV hat Stefan Malzew den von ihm komponierten „Elefantenpups” in Berlin eingespielt. Ulrike Kielmann
Stefan Malzew in einer der 50 Konzertnächte. Hier versucht er sich als Zauberer.
Stefan Malzew in einer der 50 Konzertnächte. Hier versucht er sich als Zauberer. Andreas Segeth
Neubrandenburg ·

Wenn der „Griechische Wein“ von der CD erklingt und Stefan Malzew am Flügel sitzt, um uns zu erklären, was Terzen und Sexten sind, wissen wir, dass der ehemalige Generalmusikdirektor (GMD) der Philharmonie Neubrandenburg in seinem Element ist. Terz und Sexten gehören zu den Intervallen der Musik, sie bestimmen auch, ob ein Lied harmonisch klingt. Malzew tauscht aus dem Hit von Udo Jürgens ein paar Terzen aus und schon hört sich der Hit reichlich schief an.

Warum, erklärt Malzew dem Hörer und Seher am Computer im Video. Der „Klang der Töne“, Teil 2, Kapitel 13 ist dieser Film überschrieben, und allein die Zahlen verdeutlichen, dass er hier ein äußerst ausführliches, digital aufbereitetes Kompendium des Musikunterrichts entfaltet – besser gesagt, der unterhaltsamen Musik(theorie)-Vermittlung.

Seine Fans erinnern sich an die Konzertnächte

„Falls Sie einfach Freude am Hören von Musik haben, wird die Beschäftigung mit diesem Kurs Ihnen Ihre Lieblingsmusik noch näher bringen. Sie werden tiefer in sie hineinhören können, mehr zauberhafte Details entdecken und beginnen, verstehend zu hören“, verspricht Malzew auf der Internetseite der EinfachMusik-Akademie.

Seine Fans aus 14 Jahren Philharmonie dürften sich gut an die Konzertnächte erinnern. Vier bis fünf Stunden Klassik am Abend, gewürzt mit Moderationen, Interviews und musikalischen Experimenten. Er öffnete einem Ohren und Augen für die Welt der Musik. In diesem Sinne ist die EinfachMusik-Akademie eine Fortsetzung der Konzertnächte im Netz.

Auch für den Elefantenpups schrieb Malzew die Musik

Der Dirigent und Komponist lebt und arbeitet im hessischen Bad Salzschlirf. Seit dem Engagement als GMD in Neubrandenburg, das bis 2016 währte, arbeitet er als selbstständiger Dirigent, Komponist und Musiker. Zuletzt komponierte er unter anderem die Musik für das Kinderbuch „Der Elefantenpups. Mit dem Zoo-Orchester auf Reisen”, das der Nordkurier-Buchverlag mecklenbook herausgegeben hat.

Im Herzen ist Malzew aber eben immer schon auch Musik-Vermittler, nun im Rahmen der EinfachMusik-Akademie, die ihr Angebot ausschließlich auf der Internetseite ausbreitet – in Videos, Texten, einem Blog und Podcasts. Ein Großteil des Angebots ist frei verfügbar, wie der Blog, die Podcasts und Wikimusika, ein Lexikon mit musikalischen Begriffen.

Das Kursangebot versteckt sich dagegen hinter einer Bezahlschranke, ist als kostenpflichtig. Sind Interessenten Teil einer lehrenden Berufsgruppe, also Lehrer, Ausbilder beziehungsweise Trainer, gibt es einen Rabatt, sagt Malzew.

Wenn der Feuerwehrmann seine Sirene rausholt

Immer wieder holt er sich für seine einzelnen „Musikstunden“ im Kurs Experten vor die Kamera. Wenn es beispielsweise um das Erklären unterschiedlicher Tonhöhen geht, setzt sich Malzew einen Feuerwehrhelm auf und interviewt den Kameraden Christian Bornträger, der eine alte handgetriebene Sirene jaulen lässt.

Anschließend erklärt Malzew in seinem Tonstudio, wie der Ton der Sirene von ganz tief unten nach oben gewandert ist. Das ist aber nur ein Abschnitt in Kapitel 1. In den folgenden Abschnitten geht es unter anderem um Tondauer, Klangfarbe, Lautstärke und Tonfarbe. Das Ganze wirkt alles andere als staubtrocken wie aus einem Lehrbuch zur Musiktheorie, sondern locker und witzig aber trotzdem fundiert. „Das Angebot ist für jedermann gedacht, der Lust hat, zu verstehen, was Musik eigentlich ist, wie sie funktioniert“, sagt Malzew.

Musiktheorie soll immer auch Spaß machen

Das kann der klassische Konzertgänger sein ebenso wie der Hörer von E- und U-Musik an der heimischen Anlage. Aber auch Menschen, die Musik als Hobby betreiben und nach tieferen Einblicken in die Theorie suchen. „Wir wollen dafür sorgen, dass das immer auch Spaß macht“, sagt Malzew.

Das gelingt ihm selbst bei der Erklärung des Tritonus’, einem musikalischen Intervall, das drei ganze Töne umspannt. Um den Terminus mit einem Musikstück zu untermalen, spielt Malzew „Summertime“ von George Gershwin in einer Dreier-Besetzung: Malzew am Piano, Malzew an der Klarinette und Malzew am Vibrafon.

Weitere Teile zu Rhythmus und Notenschrift

Folgt man den Beiträgen im ersten Teil „Der Klang der Töne“ nonstop, würde man länger als einen Tag vorm Rechner zubringen. Malzew empfiehlt eher den häppchenweisen Konsum. Auf jeden Fall merkt man schnell, dass an der Plattform „ein halbes Jahr mit Hochdruck gearbeitet“ wurde. Malzew und seine Mitarbeiterin wurden von einem professionellen Videoteam und einer Marketingagentur unterstützt.

Zum ersten Teil sollen bald weitere hinzukommen, unter anderem zu den Themen Rhythmus und Notenschrift.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

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