DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ

Tag des offenen Denkmals auch in MV weitgehend digital

Der Tag des offenen Denkmals fällt anders aus als gewohnt: Vielfach können die Ausflüge zu sehenswerten Bauwerken auf digitalen Wegen unternommen werden.
Die Turmuhr der St. Petrikirche Altentreptow gehören zu jenen Projekten, die am Tag des offenen Denkmals digital vorgeste
Die Turmuhr der St. Petrikirche Altentreptow gehören zu jenen Projekten, die am Tag des offenen Denkmals digital vorgestellt werden. Stefan Haak
Dorfkirche Liepen
Dorfkirche Liepen Verein Kirche Liepen
Neubrandenburg.

Ein erster Blick auf die Fotos könnte glatt vermuten lassen, es ginge hier um Türme. Stimmt aber nicht. Sagen wir: Es geht um herausragende Bauwerke, wenn am Sonntag der Tag des offenen Denkmals begangen wird. Wie so viele Anlässe, die üblicherweise viele Menschen in ihren Bann ziehen, steht auch dieser Tag diesmal vielerorts im Zeichen virtueller Alternativen.

„Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu Denken.“ lautet das Motto, dem am 13. September bundesweit 740 digitale Angebote gewidmet sind, davon ein gutes Dutzend in Mecklenburg-Vorpommern. „Was kann ein Denkmal alles leisten, wo kann es als Innovationsmotor dienen?“, will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erkunden. Über die Bewahrung der Historie hinaus geht es um Nachhaltigkeit, um den Beitrag der Denkmalpflege zu Klimaschutz und Ökobilanz.

Virtueller Rundgang durch Wasserturm Neverin

Vor allem aber geht es um Einblicke, die im Alltag nicht möglich sind. In die Turmuhr der St. Petri-Kirche in Altentreptow zum Beispiel, die mehr als 250 Jahre alt ist und in diesem Jahr restauriert wurde. Ein Video, das Auskunft über diese Arbeiten gibt, wird am Sonntag auf der Plattform www.tag-des-offenen-denkmals.de freigeschaltet.

Auch weitere Baudenkmäler kommen zu digitalen Ehren: Der kantige Wasserturm, Wahrzeichen der Gemeinde Neverin nordöstlich von Neubrandenburg, kann in einem virtuellen Rundgang erkundet werden. Für die Dorfkirche Liepen nordwestlich von Neustrelitz stellen sich in einem Film Mitglieder des Vereins Liepener Kirche und Orgel vor, die sich für die Bewahrung der Kirche und ihrer Grüneberg-Orgel engagieren. Aus Pasewalk verspricht ein Video zum 25-jährigen Jubiläum des Fördervereins zum Erhalt der St. Marienkirche Perspektiven, die Besuchern sonst verborgen bleiben.

Der Beitrag aus dem vorpommerschen Behrenhoff (südlich von Greifswald) zeigt schon jetzt im 360-Grad-Blick das Innere der Kirche vor der Instandsetzung, dabei vor allem Malereien, die unter anderem an der Nordwand die Höllenqualen und an der Südwand den Sündenfall und acht Heilige darstellen. Am Sonntag wird dann ein weiterer Film verfügbar sein, der Ergebnisse der umfangreichen Instandsetzungsmaßnahmen zwischen 2012 und 2017 vorstellt.

Visualisierung der NS-Pläne in Prora auf Rügen

Aus Greifswald beteiligt sich am Denkmal-Tag sowohl das Pommersche Landesmuseum als auch das Gustav-Dalman-Institut, das zu seinem 100-jährigen eine virtuelle Reise in den Orient unternimmt. Und zwar in drei Etappen: Unter dem Motto „Es könnte schlimmer sein“ steht eine Lesung aus Postkarten von Orient-Reisenden mit teils anrührenden, aber auch unfreiwillig komischen Anmerkungen; mit einem „Mood Tracker“ können die Besucher der Seite mittels Farbwahl aus einer historischen Postkarte erkunden, welcher „virtuelle Reisetyp“ sie sind; und deutsche Reisefotografien zwischen Aleppo und Alexandria in der virtuellen Ausstellung „Das gelobte Land der Moderne“ bilden das digitale Pendant zu der Schau, die noch bis zum 13. Oktober im Max-Samuel-Haus in Rostock gezeigt wird.

Auch „Vogels Warte“ in Prerow, bei der es sich übrigens nicht um eine Vogelwarte handelt, das Schloss Neuhoff in Westmecklenburg sowie Prora auf Rügen mit einer Visualisierung der NS-Pläne zu einem Urlaubskomplex für 20.000 Menschen gehören zum digitalen Ausflugsprogramm des kommenden Sonntags. Nicht übersehen werden sollten dabei aber die vielerorts auch Corona-gerecht vorbereiteten Live-Führungen, die den Blick auf herausragende Orte richten.

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