Volos unterwegs

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Tausche sauberes Gesicht gegen staubiges Abenteuer

Volontäre unterwegs
Zu Beginn hatte Volontärin Sandra Specht noch ein ungutes Gefühl.
Dana Skierke

Unsere Volontäre beschäftigen sich gerade mit den vier Elementen Wasser, Erde, Luft und Feuer. Sandra Specht setzt sich beim Quad-Fahren mit der Erde auseinander.

Ankunft in der Feldberger Seenlandschaft an einem Freitagmorgen im Sommer. Nach einem kurzen Kennenlernen mit Holger Jänke, dem Betreiber von Quad-Tour-Mecklenburg-Strelitz, stellte ich mir die Frage: Was wird mich wohl erwarten? „Es wird ein wenig staubig“, sagte der Profi schmunzelnd. Zunächst wechselte ich mein Schuhwerk. Von goldenen, luftigen Sommer-Sandalen zu schwarzen, rustikalen Stiefeletten. Beim Anblick der Geländefahrzeuge, die etwa zweihundert Kilogramm wiegen, bekam ich ein ungefähres Gefühl, was mich in den nächsten vier Stunden erwarten würde.

Für eine Tour auf dem Quad muss man übrigens nicht besonders sportlich sein. Auch dürfen die Quads nur mit einem gültigen Pkw-Führerschein gefahren werden. Ein Ehepaar aus Eisenhüttenstadt, Sabine und Uwe, nahm ebenfalls an der Fahrt teil. Mit Helm und umgeschnallter Tasche ging es zunächst auf die Übungsstrecke. Ziel der Tour sei es, Naturerlebnisse und die Freude am Fahren zu verbinden. „Es handelt sich dabei nicht um Motorsport, sondern um ein besonderes Erlebnis in der Natur. Ein Stück Deutschland, an das man sich gerne erinnert“, sagte Jänke.

Im Schneckentempo durch die Pampa? Nicht mit mir!

Nachdem sich alle dann ein wenig „eingefahren“ hatten, ging es im Gänsemarsch vom Gelände. Endlich! Die Vorfreude war groß! Holger Jänke fuhr vorne weg, es folgten die Eisenhüttenstädterin Sabine, ich im Anschluss. Uwe bildete das Schlusslicht. Auf unserem Streckenplan standen weitläufige Wälder, Seen und Landwege. Abseits der üblichen Touristenpfade galt es, verschlafene Dörfer, naturbelassene Wege, Naturschönheiten sowie Sehenswertes in der mecklenburgischen Landschaft zu entdecken.

Ich muss ehrlich gestehen, dass es Sabine nicht ganz so eilig hatte. Leider herrschte auf der gesamten Strecke Überholverbot. Mein Adrenalinspiegel hielt sich somit noch in Grenzen. Eine ganze Weile ging das so. Mit sage und schreibe acht Kilometern pro Stunde auf dem Tacho tuckerte ich hinter Sabine her. Ankunft in der Wüstung Krüselin. Ich ergriff die Chance und tauschte nach unserer ersten Pause von Position drei auf zwei. Das war für mich wie eine 180-Grad-Wende!

„Spaß in den Backen“

Auf einmal hatte ich richtig „Spaß in den Backen“ und fuhr hinter unserem Tour-Guide mit angenehmen dreißig Kilometern pro Stunde her. Ein echt befreiendes Gefühl! Auf unserer Strecke gab es zwei große Matsch-Pfützen. Zum Glück war ich dunkel gekleidet... Zack! Es war ein höllisches Vergnügen durch den Matsch zu brettern. Ich wäre gerne noch etwas schneller gefahren, aber man soll es ja auch nicht übertreiben. In regelmäßigen Abständen hielten Holger Jänke und ich kurz an, um unsere etwas zu entspannten Mitfahrer wieder in unsere Reihen einzugliedern. Ob bergauf – oder bergab, über Asphalt oder Waldboden, es gab immer wieder kleine Herausforderungen.

Mein Fazit: Action Outdoor Sportarten gefallen mir richtig gut! Geplant war eine vierstündige Tour. Gefühlt waren es nur dreißig Minuten. Ich hätte noch ewig so weiter fahren können. Am Ende des Tages war nicht nur mein Gesicht, sondern auch meine Kleidung schmutzig. Das hat mich aber absolut nicht gestört. Kann man schließlich alles waschen. Also, ich werde in puncto Quadtour definitiv zur Wiederholungstäterin!

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