Unsere Themenseiten

:

The Vatican Tapes - Schrecken mit Ende

Ein Exorzist versucht Angela (Olivia Taylor Dudley) von der satanischen Gewalt zu befreien.
Ein Exorzist versucht Angela (Olivia Taylor Dudley) von der satanischen Gewalt zu befreien.
Bonnie Osborne

Die Bauteile von Exorzismus-Filmen sind oft gleich: Eine geliebte Tochter, die plötzlich so anders wird. Eltern, die ihr Kind nicht mehr schützen können. Ein Priester, dessen Kreuz zur Waffe wird. Auch "The Vatican Tapes" präsentiert nun Altbekanntes.

Der Teufel in Menschengestalt - diese Vorstellung unmittelbarer dämonischer Bedrohung übt auf Kinomacher seit langem eine eigenartige Faszination aus. "Der Exorzist" machte 1973 im Kino gewissermaßen den Genre-Auftakt, es folgten zahlreiche mal mehr, meistens eher minder originelle Hollywood-Neuauflagen des Kampfes Kirche gegen Satan. Der Gruselfaktor war dabei letztlich immer gleich: Altbewährte Erkenntnisse werden auf den Kopf gestellt, Vertrautes wird plötzlich zur Gefahr. Der US-Grusel "The Vatican Tapes" greift auf dieses altbewährte Horror-Rezept zurück - wirklich zum Fürchten ist das aber nicht.

Die Hauptrolle übernimmt Olivia Taylor Dudley, die bisher zumeist in kleineren Parts im TV auftrat. Sie spielt ein junges Mädchen, das betont engelsgleich sein soll - ihr Name Angela jedenfalls ist wohl nicht zufällig gewählt (angel = Engel). Wer weitere Raffinessen im Drehbuch sucht, wird enttäuscht: Die Story ist so eintönig wie die krächzende Krähe, die immer wieder unheilverheißend durchs Bild flattert. Angela mimt das unschuldig-brave Mädchen, dessen strenger Vater ihren geliebten Freund mit grimmigen Blicken beäugt.

Stümperhafter Superpriester

Die atmosphärischen Störungen zwischen Papa und Lover sind zunächst das einzige Problem in ihrem harmonischen Leben. Dann jedoch stattet der Teufel höchstpersönlich ihr einen Besuch ab. Das alles wird teils mit der Handkamera gefilmt - ein seit dem "Blair Witch Project" häufig genutztes Mittel, um den Schrecken authentischer zu machen.

Der Vatikan startet daraufhin eine klerikale Sondermission - doch der angebliche Superpriester agiert so stümperhaft, dass einem tatsächlich angst und bange werden kann. Dass der Teufel auf der Leinwand nicht irgendwann laut loslacht über den Dilettantismus der Gegenseite, ist noch die größte Überraschung des Films.