Lesung mit City-Sänger
Toni Krahl umgarnt Demminer Fans

Im Gespräch verriet der Sänger einige Sachen, die es so im Buch nicht zu lesen gab.
Im Gespräch verriet der Sänger einige Sachen, die es so im Buch nicht zu lesen gab.
Sophia Brandt

Die Biografie des City-Sängers erschien zwar schon 2016, doch der Ostrocker ließ es sich auch jetzt nicht nehmen, sein Buch erstmals in Demmin vorzustellen.

Nachdem seine Lesung im November krankheitsbedingt ausgefallen war, warteten die Demminer Fans des City-Sängers Toni Krahl sehnsüchtig auf diesen Abend. Endlich war es so weit: Toni Krahl stand nun auf der Bühne im Demminer Autohaus Ferdinand Schultz. Er möchte sein „Machtbild der Weltliteratur“ vorstellen, scherzte er, und las gleich mal die ersten Seiten seiner Biografie „Rocklegenden“ vor.

Doch statt sich für den Rest des Abends hinter Buchseiten zu verschanzen, holte Krahl seinen Freund und Tourmanager Kai Suttner mit dazu. Mit dessen Erscheinen startete eine Art Interview, das sich inhaltlich am Ablauf des Buches orientierte. Mehr als 200 Besucher hörten gespannt zu und lachten über die Anekdoten aus der Jugend des Musikers.

Zum Beispiel darüber, wie er zu seiner ersten Beatles-Platte kam. In den 60ern habe er sich die erste Single der Band von einem Freund ausgeliehen, heute habe er sie immer noch. „Also die Platte und die Freunde“, sagte er – und das Publikum schmunzelte. Aber auch über seinen Gefängnisaufenthalt und das Verhältnis zu seinen Eltern erzählte Krahl offen. Und natürlich auch davon, wie die bekanntesten Songtitel der Band City entstanden sind.

Bis nach Mitternacht Zeit für die Fans

„Am Fenster“ sei für ihn ein Geschenk des Himmels und habe bis heute eine große musikalische Bedeutung. „Es ist improvisiert und nicht komponiert“, erklärte Krahl. Dann erzählte er, wie der Hit in den Charts landete. Zu hören gab es den Titel in Demmin dennoch nicht. Mit einer Akustik-Gitarre sei der Titel nicht so gut zu spielen, erklärte Suttner. In den insgesamt rund vier Stunden gab der City-Sänger jedoch einige andere Stücke zum Besten, wie auch den Klassiker „Casablanca“ und neuere Lieder vom Album „Das Blut so laut“ (2017).

Vor allem die Geschichten über den Umgang mit der Band im Osten interessierten das Publikum offenbar besonders. Viele der Gäste, selbst in der DDR groß geworden, verstanden die politischen Hintergründe. Zwischen den Gästen befand sich auch ein jüngerer Zuschauer. Emil Hannemann aus Borrentin, 16 Jahre alt, hatte vorher noch gar nicht so viel von City gehört. „Mein Vater mag die Band und hat mich mitgenommen“, sagte er. Hat es ihm denn trotzdem gefallen? „Ich würde mir jetzt sogar die Biografie kaufen“, verriet er begeistert nach der Veranstaltung.

Toni Krahl nahm sich fast bis Mitternacht Zeit für seine Fans. Er war das erste Mal seit zehn Jahren wieder in Demmin. Und was hat ihm an der Stadt am besten gefallen? „Die atemberaubende Skyline von Demmin“, sagte er lachend. „Ähnlich wie die in Hamburg.“