Statistik-Professor Walter Krämer ist Vorsitzender des Vereins Deutscher Sprache. (Archivbild)
Statistik-Professor Walter Krämer ist Vorsitzender des Vereins Deutscher Sprache. (Archivbild) Markus Kaminski
Per Gesetz

Verein Deutsche Sprache fordert Gender-Verbot in Medien

Gendersternchen verbieten? Der Verein Deutsche Sprache klatscht Beifall für Vorschläge des CDU-Politikers Friedrich Merz. Der hatte zuletzt heftige Kritik an Hochschulen und Medien in Deutschland geübt.
Neubrandenburg

Immer mehr Fernseh- und Radiosendungen nutzen sogenannte geschlechtergerechte Begriffe. Doch das Gendern passt längst nicht jedem Zuhörer. Der Verein Deutsche Sprache fordert nun, solche Formulierungen per Gesetz zu verbieten.

Friedrich Merz hatte kürzlich vorgeschlagen, die Verwendung geschlechterneutraler Begriffe in Teilen des öffentlichen Lebens zu untersagen und nannte dabei explizit Hochschulen und öffentlich-rechtliche Medien. Dabei bezog er sich auch auf Regelungen im Nachbarland Frankreich. „Es gibt nach meiner Wahrnehmung einen kulturellen Konsens in der Republik – die überwiegende Mehrheit der Menschen lehnt die Gendersprache ab“, so Merz vor wenigen Tagen in einem Spiegel-Interview. Darauf bezieht sich nun der Vorsitzende des Vereins deutsche Sprache, Professor Walter Krämer in einem Gastkommentar für die Wochenzeitung „Tagespost“.

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Beifall für Merz und das Vorbild Frankreich

Krämer schreibt darin, es gehe darum „Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks per Gesetz dazu anhalten, die Regeln der deutschen Sprache zu beachten. Allein schon, dass es dazu eines Gesetzes bedarf, ist traurig genug.“ Laut Krämer hätten „die Machenschaften einer kleinen Clique entschlossener Genderideologen inzwischen eine ganze Kulturnation zum Affen gemacht. Da ist ein Machtwort dringend angebracht.“

Merz hatte dem Spiegel gesagt: „Wer gibt zum Beispiel Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern das Recht, Prüfungsarbeiten auch danach zu bewerten, ob die Gender-Sternchen verwendet werden oder nicht? Das ist meines Erachtens rechtlich angreifbar. Und dasselbe gilt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“

Das Beispiel aus Frankreich, auf das sich auch Krämer in seinem Kommentar bezieht, ist allerdings kein allgemeines Gesetz, sondern lediglich eine Dienstanweisung an französische Beamte, auf Gendersternchen und ähnliche geschlechterneutrale Wort-Konstruktionen in offiziellen Dokumenten zu verzichten. Die Verwendung weiblicher Berufsbezeichnungen wurde dagegen ausdrücklich begrüßt.

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Spiel mit der Statistik

Krämer zieht für seine Forderung nach einer deutschen Regelung auch eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Civey heran, nach der, so Krämer, 60 Prozent der Bundesbürger den Vorschlag des CDU-Politikers Merz unterstützen würden. Das Unternehmen selbst gibt dagegen an, dass in einer repräsentativen Stichprobe 47 Prozent einen solchen Vorschlag positiv sehen.

Der Verein Deutsche Sprache engagiert sich seit Jahren gegen das Gendern und gegen die Verwendung von Anglizismen. Anders als der Name vermuten lässt, hat die Gruppierung allerdings keinen offiziellen Auftrag. Statistik-Professor Krämer hatte den Verein selbst 1997 gegründet, der nach eigenen Angaben inzwischen rund 36.000 Mitglieder zählt.

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