SICHTBAR DURCH VERHÜLLUNG

Verpackungskünstler Christo ist gestorben

Der weltberühmte Künstler Christo, der vor 25 Jahren auch das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllte, ist tot. Er starb in New York im Alter von 84 Jahren.
dpa
Der Künstler Christo wurde bekannt durch seinen Verhüllungen.
Der Künstler Christo wurde bekannt durch seinen Verhüllungen. Britta Pedersen
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Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude präsentierten in der Rostocker Kunsthalle zu ihrem neuesten Projekt „Over the River”, einer Verhüllung des Flusses Arkansas im US-Bundesstaat Colorado. Das war im Jahr 2006. Jens Büttner
New York ·

Im kommenden Jahr wollte er sein nächstes großes Projekt angehen: die Verhüllung des Pariser Triumphbogens. Doch am Sonntag ist der Künstler Christo im Alter von 84 Jahren in seiner New Yorker Wohnung gestorben, wie sein Büro bestätige. „Christo lebte in vollen Zügen”, teilten seine Mitarbeiter mit. „Er träumte nicht nur von Dingen, die unmöglich schienen, sondern verwirklichte sie auch.”

Der in Bulgarien geborene Amerikaner, der ein Atelier im Süden Manhattans besaß, hatte die Verpackung des Pariser Wahrzeichens eigentlich für diesen Herbst geplant, wegen der Corona-Epidemie aber auf September 2021 verschoben. Das Projekt werde trotz Christos Tod weitergeführt, versicherte sein Büro. Zudem soll es ab Juli dieses Jahres eine große Ausstellung zum Schaffen des Künstlers im Pariser Centre Pompidou geben.

Millionen Besucher zum Reichstag in Berlin gelockt

In Deutschland wurden Christo und seine 2009 gestorbene Partnerin Jeanne-Claude vor allem durch die Verhüllung des Reichstages in Berlin bekannt. 1995 verdeckten sie das Gebäude mit 100 000 Quadratmetern Spezialstoff. Die Aktion lockte fünf Millionen Besucher an und gilt bis heute als eines ihrer Meisterwerke.

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Die Verhüllung habe dem Reichstag „zu neuer Sichtbarkeit” verholfen und auch „zu der Bedeutung, die der Sitz des Parlaments für uns Heutige hat”, sagte die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters in einer Mitteilung am späten Sonntagabend. „Die Tage des verhüllten Reichstages sind mit ihrem Charakter eines friedlichen Volksfestes Teil unseres kollektiven gesellschaftlichen Gedächtnisses geworden”, so Grütters. Sie würdigte Christo als „einen der ganz großen Künstler unserer Zeit”.

Zu anderen berühmten Projekten von Christo und Jeanne-Claude zählten die safranfarbenen Tore im New Yorker Central Park („The Gates”), die schwimmenden, mit Nylongewebe bezogenen Stege auf dem Wasser des Iseosees in der Lombardei („Floating Piers”) sowie die verpackte Brücke Pont Neuf in Paris.

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