FILMFESTIVAL DOKART

Volle Dosis Kunst beim Neubrandenburger Festival

602 Filme waren für das diesjährige internationale Dok-Film-Festival eingereicht. 39 davon buhlen ab 10. Oktober um die Gunst des Publikums und die begehrten Preise. Die Organisatoren konnten trotz Geldknappheit viele neue Ideen umsetzten.
Das Festival-Team rund um Heleen Gerritsen (r.) hat seine Drahtesel gesattelt. Und auch für die Filmemacher stehen umweltfreundliche Fahrräder bereit, sodass man die vom Kinosessel steifen Körper schnell wieder locker bekommt.
Das Festival-Team rund um Heleen Gerritsen (r.) hat seine Drahtesel gesattelt. Und auch für die Filmemacher stehen umweltfreundliche Fahrräder bereit, sodass man die vom Kinosessel steifen Körper schnell wieder locker bekommt. Ralph Schipke
Neubrandenburg.

Ein neuer Trailer. Ein neues modernes Logo. Eine neue Festivalchefin: Heleen Gerritsen zaubert noch einiges für das Publikum aus dem Hut. Ingrid Tessmann vom Latücht-Verein verspricht erst einmal ein hochkarätiges Dokumentarfilm-Programm auch im 23. Jahrgang des Neubrandenburger Filmfestivals vom 10. bis 14. Oktober. Neubrandenburg und Filmfreunde jedenfalls bekommen vor und während der dokumentART einige Attraktionen geboten, die die Stadt so noch nicht erlebt hat.

Bereits am 2. Oktober gibt es „dokART by Night“ – einen Stadtspaziergang mit Filmen und Musik. Und mit dem Festivalstart am 10. Oktober können Stadt-Bummler und Kunstinteressierte die „One-Euro dokART-Galerie“ in der Turmstraße 21 besuchen.

In der ehemaligen Verkaufsstelle für sinnliche Dessous findet eine Kunstinstallation des britischen Video-Künstlers Oliver Walker über die gesamte Festivalzeit statt. Dazu wird ein temporäres Mini-Film-Kaffee eingerichtet.

Frühe Vögel kommen günstig ins Kino

Wie gewohnt zum Rahmenprogramm gehört die Kinder- und JugenddokART. Am Sonnabend stehen die Türen ab 14 Uhr zum neuen „Familiensamstag“ offen. Selbstverständlich wird ein Film mit generationsübergreifendem Thema gezeigt: „Auf dem Weg zur Schule“. Pascal Plisson hat Schulkinder rund um den Globus begleitet und erstaunliches über den Weg zu mehr Bildung dokumentiert.

Cineasten mit schmalem Haushaltsgeld sollten während der Festival-Tage früh aufstehen. Wer sich den Festivalpass für 30 Euro und alle Veranstaltungen (außer Eröffnung und Preisverleihung) nicht leisten will oder kann, bekommt in den 10-Uhr-Vorstellungen für nur zwei Euro im „Latücht“ starke Protagonisten, spannende Geschichten und beeindruckende Bilder zu sehen, verspricht die Festival-Chefin Heleen Gerritsen.

1212 Minuten Dok-Film flimmern über die Leinwand

Und damit der Urgedanke der dokumentART, ein Festival von Filmemachern für Filmemacher zu bieten, auch in diesem Jahr funktioniert, wird an den Tagen der 23. dokumentART ein Shuttle von Berlin-Kreuzberg in die Viertorestadt eingerichtet. „Viele Filmemacher aus der Hauptstadt wissen längst den intimen Rahmen hier zu schätzen“, sagt Gerritsen. So werden viele treffliche Gelegenheiten geschaffen, sich im Kino und bei Gesprächen mit dem Genre Dokumentation auseinander zu setzen oder Kontakte zu knüpfen.

Trotz des Wegbrechens von rund 60 000 Euro an Fördermitteln in diesem Jahr werden 1212 Minuten Dok-Film über die Leinwand flimmern. Außerdem ist im sogenannten „Nachspiel“ das Beste der diesjährigen Festivalauslese in 18 weiteren Städten in MV und Polen zu erleben. Unter anderem in Malchow, Bollewick, Waren, Ueckermünde, Anklam, Teterow, Greifswald und Demmin und an Schulen in Pasewalk, Stavenhagen und Neustrelitz.

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