GNTM-KOLUMNE

Von Kim Kardashians immensen Brüsten und Paris Hiltons teuflischem Urteil

In dieser Folge von Germany's Next Topmodel macht Paris Hilton Werbung für ihre Schaumpartys auf Ibiza und Kim Kardashian gewinnt durch Zeitlupentechnik an Bedeutung.
Christine Gerhard Christine Gerhard
Trotz Luftballons: Die Mädchen sollen auf dem Boden bleiben.
Trotz Luftballons: Die Mädchen sollen auf dem Boden bleiben. Screenshot
Beim Anblick von Paris Hilton fiel nicht nur Vanessa aus allen Wolken.
Beim Anblick von Paris Hilton fiel nicht nur Vanessa aus allen Wolken. Screenshot
Was will uns der Designer damit sagen?
Was will uns der Designer damit sagen? Screenshot
Los Angeles.

Folge zwölf von Germany's Next Topmodel und damit Zeit, die Mädchen daran zu erinnern, wer die eigentlichen Stars sind (nämlich Heidi Klum und Konsorten) und wer bloß die Cheerleader (nämlich die Modelkandidatinnen). Nicht, dass jemand noch Höhenflüge bekommt und Heidi davonflattert.

Um dem entgegenzuwirken, dürfen mit Cäcilia und Vanessa zwei präsentable Repräsentantinnen der Sendung Heidi auf der AmfAr-Gala flankieren. Es ist das jährliche Speed-Dating mit den Promis. In Slow Motion wirkt sogar das Zusammentreffen mit Kim Kardeshian fast bedeutungsvoll. Cäcilia bekommt kaum ein Wort heraus, allerdings nicht aus Ehrfurcht, sondern weil der Anblick von Kardashian immensen Brüsten sie außer Gefecht setzt, wie sie später den Mädchen anvertraut.

Während Cäcilia und Vanessa also Selfies mit den Stars machen, versuchen die zu Hause gebliebenen Mädchen verzweifelt, Mode eine Funktion und eine Bedeutung aufzuzwängen. Der hautfarbene Anzug mit den hohlen Plastikkugeln für das nächste Fotoshooting muss doch zu irgendetwas gut sein? Vielleicht werden die Kugeln noch gefüllt?

Paris Hilton!

Unterdessen fährt die zweite Ration Prominenz in einer schwarzen Limousine vor. Die Mädchen haben wirklich Fleißsternchen verdient, weil sie ihren hohen Besuch hinter der meterdicken Schicht Make-up trotz der üblichen Beach Waves im gefärbten Blondton und trotz des austauschbaren Designerkleids stets erkennen. Falls sie nur so tun, haben sie für diese schauspielerische Leistung und den schieren Akt der Höflichkeit ihr Fleißsternchen dennoch verdient: Paris Hilton!

In Gedenken an ihre wohl legendären Schaumpartys „Foam and Diamonds” (sinngemäß: „Brot und Spiele”) auf Ibiza findet das Fotoshooting in einer Wolke aus Schaum statt, in der Paris die Models ab und zu mit einer Schaumkanone bespritzt, wenn sie ihr zu nah kommen.

Andere müssen sich Ruhm und Geld erst im Dschungel hart erarbeiten. Bei Paris Hilton genügt es hingegen, mit eingemeißeltem Lächeln herumzustehen und nichts weiter tun zu müssen, als aufzupassen, dass Kleid und Haare nicht nass werden – immerhin in hochhackigen Schuhen und mutmaßlich äußerst unbequemem Kleid.

„Die gehört in die Hölle”

Lena, im Namen der Gerechtigkeit, ist nicht zimperlich und macht der Hotelerbin mit Schaumattacken das Leben schwer. Sie hat wohl nicht so recht begriffen, warum es eine Ehre sein soll, mit jemandem zu shooten, dessen Lebensziel offenbar darin besteht, Schaumpartys auf Ibiza zu schmeißen.

Der kleine persönliche Ratschlag von Paris an Simone hat den Sender womöglich eine Bonuszahlung gekostet: Passend zur Osterfolge war die umstrittene Simone ganz biblisch von Sarah beleidigt worden, die die schnöden Zankereien so auf ein neues Niveau gehoben hatte: „Die gehört in die Hölle”, hatte sie gesagt. Ebenso biblisch war der Rat von Paris Hilton, den Peinigern die andere Wange hinzuhalten und sie mit Freundlichkeit zu schlagen. Etwas Alttestamentarisches nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn” wäre der Dramaturgie der Sendung zwar zuträglicher gewesen, aber immerhin war es Paris, die da gesprochen hat.

Lena fliegt

Weil es für Pro Sieben langsam teuer wird, geht es damit auch schon auf das Ende der Folge zu. Für die Entscheidung bekommen die Modelanwärterinnen noch einen Sack Luftballons auf die Köpfe geschnallt. Vanessa findet das eine „lustige Idee”. Klar, wir wissen ja alle, dass Mode vorrangig lustig sein soll. Wer wünscht sich bei Betreten eines Raums in einem neuen Outfit schließlich nicht allgemeines Gelächter als erste Reaktion?

Leider tragen die Luftballons Lena nicht fort. Sie muss durchstehen, wie Paris Hilton, nachdem sie sie mit Schaum bespritzt hat, ihr Schicksal besiegelt. Dabei schafft es nicht einmal Heidi, diese Entscheidung spannend zu machen: „Die eine Kandidatin hatte immer wieder Probleme, die andere ist sonst gut und war nur in dieser Woche schwach. Das ist wirklich schwierig...” Mit diesen vagen Hinweisen (so oder so ähnlich) überlässt sie die Entscheidung Paris Hilton, die, oh Wunder, Lena entlässt. So läuft das eben mit den Promis und ihren Cheerleadern.

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Kommentare (3)

...der NORDKURIER meint, Lesebedürfnisse einer bestimmten sozialen Schicht der Bevölkerung bedienen zu müssen. Die für den NORDKURIER schreibende Frau Christine Gerhard hat [Anm.d.Red.: Schimpfwort gelöscht.] produziert, das es im Nachhinein betrachtet schade darum ist, 4216 Zeichen und Buchstaben zuzüglich zahlreicher Interpunktionsfehler produziert zu haben. Aber offensichtlich ist es von höheren Stellen gewollt, dass der NORDKURIER einen bestimmten Anteil am zunehmenden Grad der Volksverdummung zu leisten hat - wer sich für die immensen Brüste einer Kim Kardeshian interessiert, kann zur selben Zeit nicht lesen, wie Europa, mal gedacht als Union der europäischen Völker, gespalten wird durch eine unfähige deutsche Regierung, kann nicht lesen, wie die von Adenauer mühsam errichtete deutsch-französische Achse zerstört wird durch Merkel, Altmaier und Kramp-Karrenbauer, erfährt auch nichts von den amerikanischen Erpressungen und Sanktionen wegen eigenständiger deutscher wirtschaftlicher Entscheidungen und Projekte mit Handelspartnern in der Welt (Russland, Iran zum Beispiel).
Lieber NORDKURIER, schreibt weiter solche Kolumnen zu Schaumpartys, dann weiß ich wenigstens, in welche Zeitung ich meine Salzheringe nicht mehr einwickle, sondern sie gleich in die blaue Tonne werfe.

Zustimmung auf ganzer Linie. [Anm.d.Red.: Sätze gelöscht, da sie nichts mit dem Thema des Artikels zu tun hatten und somit gegen unsere Netiquette verstoßen.]

Das hat gegen nichts Verstößen, nur die Wahrheit die jeder lesen kann , ich werde andere Mittel finden um das zu verbreiten. Da können sie sich drauf verlassen!