Helge Vogt ist in der Comic-Szene fast auf der ganzen Welt bekannt und gern in Vorpommern.
Helge Vogt ist in der Comic-Szene fast auf der ganzen Welt bekannt und gern in Vorpommern. Carlsen/ZVG/Nk-Grafik
Helge Vogt umringt von Fans ins Vorpommern. Wenn er da ist, gibt er den Kindern regelmäßig Tipps und Ratschläg
Helge Vogt umringt von Fans ins Vorpommern. Wenn er da ist, gibt er den Kindern regelmäßig Tipps und Ratschläge. ZVG
Helge Vogt erklärt und zeigt, wie ein Comic entsteht.
Helge Vogt erklärt und zeigt, wie ein Comic entsteht. Katja Richter
Kinder hören bei einer Lesung im Buchhaus Pasewalk zu.
Kinder hören bei einer Lesung im Buchhaus Pasewalk zu. Katja Richter
Monster auf dem Friedhof

Vorpommern hat besonderen Platz im Herzen dieses Comic-Zeichners

Der international bekannter Illustrator und Zeichner Helge Vogt zeigt Schülern in der Region, wie ein Comic entsteht. Ein Interview darüber, warum er immer wieder nach Pasewalk kommt.
Berlin

„Warum wirst du denn nicht Lehrer oder so? Muss es denn unbedingt Zeichner sein?“ Helge Vogt erinnert sich noch gut an die Fragen und Bedenken seiner Eltern. Mittlerweile dürften sie jedoch ziemlich stolz auf ihren Sohn sein, denn der Berliner hat das geschafft, wovon viele seiner Kollegen nur träumen dürfen.

Helge Vogt hat nämlich nicht auf seine Eltern gehört und ist Zeichner und Illustrator geworden. Eine gute Entscheidung, wie er findet, denn mittlerweile ist er in der Comic-Szene fast auf der ganzen Welt bekannt.

Mitarbeit an einigen Disney-Produktionen

Vor mehr als 20 Jahren veröffentlichte Vogt sein erstes Buch, einen Comic. Der 46-Jährige hat inzwischen schon für einige Disney-Produktionen gearbeitet und mehr als 100 Buchcover gestaltet, unter anderem das des Bestsellers „Percy Jackson“. Da unter seinen Buchcovern auch einige Bestseller dabei sind, ist er nun natürlich bei den Verlagen durchaus bekannt und begehrt. „Es läuft richtig gut“, freut sich der Berliner, der sich gerade, wie fast in jedem Frühjahr – um den Tag des Buches herum – für einige Tage in Vorpommern aufhält und die Region trotz harter Arbeit genießt.

„Schon auf der Fahrt hierher habe ich aus dem Zugfenster ein paar Rehe beobachtet und als ich dann in Pasewalk durch das alte Stadttor gelaufen bin und einen Storch dort nisten sah, war es um mich geschehen“, berichtet der Naturfan, für den es in seiner Heimatstadt Berlin schon etwas schwieriger wird, außer Löwenzahn und Tauben überhaupt etwas zu entdecken.

„Den Weg entlang der Mauer (Ringstraße) und die immer wieder auftauchenden alten Gebäude mag ich sehr“, schwärmt der Illustrator, der sofort hinzusetzt, dass auch die Menschen, die er hier im Laufe der Jahre kennenlernen durfte, alle sehr nett seien.

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Welcher Lehrer darf schon Kindern beibringen, wie man Monster auf einem Friedhof zeichnet?

So wie das Team des Buchhauses Lange in Pasewalk, auf dessen Einladung Vogt jedes Jahr nach Vorpommern reist. „Hier in Pasewalk bin ich dann tatsächlich so etwas wie ein Lehrer“, sagt er und schmunzelt. „Und welcher Lehrer darf schon Kindern beibringen, wie man Monster auf einem Friedhof zeichnet?“

Im Akkord nutzten die Schüler der Pasewalker Europaschule „Arnold Zweig“, der Schlossbergschule Pasewalk und der Regionalen Schule in Strasburg auch in diesem Jahr das Angebot, hautnah zu leben, wie so ein Comic entsteht. Für jede Kindergruppe nahm sich der Illustrator fast eine Stunde Zeit und berichtete von seinem Werdegang und seiner Leidenschaft fürs Zeichnen und Illustrieren. Anhand seiner „Alisik“- Bände, die sogar in den USA erschienen sind, erklärte er den kleinen Zuhörern, wie so eine Comic-Buchseite mit den unzähligen Details wächst. „Am Anfang ist die Idee. Die wächst ständig weiter“, erzählt der Berliner. „Beim Illustrieren geht's dann vom Groben ins Detail, und es wird immer wieder nachgebessert.“ Für eine Comic-Seite benötige er etwa drei Tage. „Für ein gesamtes Buch also gut ein Jahr.“

Gezeichnet wird heute natürlich nicht mehr mit Zettel und Stift. Dafür benutzt der Künstler ein Zeichen-Tablet mit vielen Effekten. Schritt für Schritt demonstrierte er an einer Buchseite die Verfeinerungen und Ausarbeitungen.

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Über Projekte darf vorher nicht geplaudert werden

„Comiczeichner und Illustrator klingt ziemlich spannend“, sagt Helge Vogt. „Aber eigentlich ist es ein ziemlich einsamer Job.“ Er berichtet, dass er sich ganz schön disziplinieren müsse, um fertig zu werden und das ginge eben am besten allein am Schreibtisch.

Zudem dürfe er während seiner Arbeit an einem Projekt meistens auch nichts verraten, geschweige denn etwas jemanden zeigen. „Das muss bis zum Erscheinen des Buches alles geheim bleiben“, macht er deutlich er und erzählt, dass er sich dann umso mehr freue, wenn er den Menschen etwas von seiner Arbeit erzählen kann.

„Es ist toll, wie interessiert die Kinder zuhören“, schwärmt er. Oft kämen sie sogar schon mit vielen Fragen oder mit eigenen Arbeiten ins Buchhaus Lange zu seinen Unterrichtsstunden und zeigen ihre eigenen Arbeiten und wie sie sich verbessert haben.

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