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"Wetten dass..." Boris Becker nichts zu melden hat?

Da ist ihm wohl die Twitterhand durchgegangen: Über den Kurznachrichtendienst kündigt er vor der Show an, große Neuigkeiten zu haben. Und dann enttäuscht Becker alle Zuschauer. Zumindest kam "Wetten dass...?" aus dem Quotenkeller heraus - wenn da nicht Rassismus-Vorwürfe wären.

Moderatorin Michelle Hunziker (rechts) unterhält sich während der Show mit Tennis-Legende Boris Becker und seiner Frau Lilly. Trotz Ankündigung gab es von dem Promi-Paar nichts Neues.
Sven Hoppe Moderatorin Michelle Hunziker (rechts) unterhält sich während der Show mit Tennis-Legende Boris Becker und seiner Frau Lilly. Trotz Ankündigung gab es von dem Promi-Paar nichts Neues.

Ex-Tennischampion Boris Becker kann sich offenbar nicht entscheiden, ob er nun etwas mitzuteilen hat, oder doch nicht. Über den Kurznachrichtendienst Twitter hatte er angekündigt, in der "Wetten, dass..?"-Ausgabe in Augsburg am Sonnabend eine Neuigkeit auszuplaudern. Die Netzgemeinde vibrierte: Ob seine Frau Lilly wieder schwanger ist?

Aber dann die ernüchternde Wahrheit: "Ich muss alle enttäuschen", sagte Becker im Gespräch mit Gastgeber Markus Lanz. "Da ging mit mir die Twitterhand durch." Aber im nächsten Jahr gebe es etwas Neues, eine berufliche Veränderung, über ihn zu berichten. Vielleicht werde er ja dann wieder zu Markus Lanz eingeladen, sagte der mehrfache Wimbledonsieger. Die Showmacher selbst reagierten mit beißender Ironie auf den enttäuschenden Becker-Auftritt: "Ihr könnt jetzt wieder umschalten", zwitscherten sie auf dem offiziellen "Wetten, dass..?"-Twitterkanal.

Für den krisengeschüttelten Moderator Markus Lanz war es trotz einer Rassismus-Debatte ein halbwegs versöhnlicher Jahresabschluss: Bei der Weihnachtssendung von "Wetten, dass..?" sorgten einige Gäste wie Komiker Michael "Bully" Herbig für eine streckenweise unterhaltsame Show, auch wenn der Gastgeber selbst manchmal blass blieb.

Zudem konnte Lanz seinem Publikum abwechslungsreiche und durchweg gewonnene Wetten präsentieren. Bei den Gästen setzte ABBA-Legende Björn Ulvaeus den internationalen Glanzpunkt und überraschte das Publikum mit seinen nahezu perfekten Deutsch-Kenntnissen. Die Sprache habe er extra für die Sendung bei einem Drei-Wochen-Crashkurs gelernt, kokettierte der Weltstar. Da tat es der Stimmung keinen Abbruch, dass er seine Fans enttäuschen musste, als er einmal mehr ein Comeback der schwedischen Popband ausschloss. Die Menschen sollten sie doch lieber als "junge dynamische Gruppe" in Erinnerung behalten, meinte der 68-Jährige.

Ansonsten konnte Lanz, zuletzt wegen seines Stils und sinkender Quoten arg gescholten, zufrieden sein. Alle Kandidaten gewannen ihre Wetten. Siegerin in den Augen des TV-Publikums, das per Telefonvoting abstimmte, war Nina Kaimer aus Augsburg. Die 28-Jährige schaffte es, innerhalb von 30 Sekunden die Zahl der Buchstaben einzelner Begriffe zu bestimmen und die Buchstaben dazu in die alphabetisch richtige Reihenfolge zu bringen. 50 000 Euro sind der Lohn.

Bei der Stadtwette stürmten schließlich mehr als 100 Paare die Bühne, die sich wie Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, von der berühmten Augsburger Puppenkiste verkleidet hatten. Das sorgte umgehend für Ärger im Netz, manche deuteten auf Twitter die Aufforderung, sich die Gesichter schwarz zu schminken, als Rassismus. Der Sender wies die Kritik zurück: "Der Aufruf an die Augsburger, sich als Ihre Stadtmaskottchen zu verkleiden, ist unserer Meinung nach keineswegs mit dem in der Internetkritik immer wieder erwähnten "Blackfacing" in Verbindung zu bringen", meinte die Sprecherin.

Vielleicht hätte das ZDF dennoch lieber die Menschen auffordern sollen, sich als Urmel aus dem Eis zu verkleiden.