PR-JOBS

Wie glaubwürdig ist ZDF-Moderatorin Dunja Hayali?

Sie trägt das Bundesverdienstkreuz, gewann die Goldene Kamera, moderiert das ZDF-Morgenmagazin – Dunja Hayali ist die Frau mit Saubermann-Image und hoher Moral. Doch daran gibt es nun Zweifel.
Andreas Becker Andreas Becker
Dunja Hayali moderiert nicht nur im ZDF, sondern auch für die Deutsche Automatenwirtschaft, den Pharmakonzern Novartis, den Online-Dienstleister Amazon, den Autokonzern BMW, den Deutschen Beamtenbund, die Deutschen Stahlindustrie und den Deutschen Handelskongress.
Dunja Hayali moderiert nicht nur im ZDF, sondern auch für die Deutsche Automatenwirtschaft, den Pharmakonzern Novartis, den Online-Dienstleister Amazon, den Autokonzern BMW, den Deutschen Beamtenbund, die Deutschen Stahlindustrie und den Deutschen Handelskongress. Britta Pedersen
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Mainz.

Als Dunja Hayali für ihre Berichterstattung über Flüchtlinge ausgezeichnet wurde, wandte sie sich in ihrer Dankesrede gegen den Hass im Netz. Als der Chef der Essener Tafel die Aufnahme von Migranten aussetzte, warf sie ihm vor, er veranstalte „Hunger Games“. Doch wie verträgt sich die journalistische Arbeit der 40-Jährigen mit ihren zahlreichen PR-Jobs? Die gönnt sich die freiberufliche ZDF-Moderatorin quasi nebenbei – als weitere Einnahmequelle.

Dunja Hayali moderiert für die Deutsche Automatenwirtschaft, den Pharmakonzern Novartis, den Online-Dienstleister Amazon, den Autokonzern BMW, den Deutschen Beamtenbund, die Deutschen Stahlindustrie und den Deutschen Handelskongress. Wie ist es vor diesem Hintergrund um ihre Glaubwürdigkeit bestellt? Kann Dunja Hayali die Distanz halten und sich nicht mit einer Sache gemein zu machen, wie es seinerzeit der legendäre „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs Journalisten empfahl?

Als das Medienmagazin „Zapp” diese Fragen aufwarf, reagierte die ZDF-Moderatorin in der vergangenen Woche zunächst mit Unverständnis. Sie sehe da keinen „Interessenskonflikt“, sagte Hayali. Sie betreibe „kritischen Journalismus“ auch auf den Bühnen der Wirtschaft. Sie sei „nicht käuflich“ und habe das Honorar für ihren Auftritt bei der Automatenindustrie gespendet. Doch zwischen diesen ersten selbstbewussten Rechtfertigungsversuchen und ihrem kleinlauten Entschuldigungsvers von Montagnachmittag lag wohl ein langes und intensives Wochenende zum Nachdenken.

„Die entstandene Diskussion hat mir deutlich vor Augen geführt, dass durch die Auftritte jenseits meiner Sendungen der Eindruck von Befangenheit und Abhängigkeit entstehen kann”, schrieb Hayali auf Twitter und Facebook. Sie habe die Wirkung ihrer PR-Jobs unterschätzt, das bedauere sie sehr. Ihr sei bewusst, dass es einen Unterschied zwischen unabhängiger journalistischer Arbeit und einer Tätigkeit für einen anderen Auftraggeber gäbe. Deshalb werde sie ihre Tätigkeiten außerhalb des ZDF noch selbstkritischer prüfen. In dem Zusammenhang unterstrich Dunja Hayali, dass sie sich für ihre Werbeauftritte oftmals ehrenamtlich zur Verfügung stelle.

 

 

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