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Wirft AC/DC jetzt den Schlagzeuger raus?

Wird AC/DC die geplante Tournee 2015 mit Schlagzeuger Phil Rudd (hinten) spielen? Fest steht, dass der an Demenz erkrankte Gitarrist Malcolm Young (ganz links) nicht mehr dabei sein wird.
Wird AC/DC die geplante Tournee 2015 mit Schlagzeuger Phil Rudd (hinten) spielen? Fest steht, dass der an Demenz erkrankte Gitarrist Malcolm Young (ganz links) nicht mehr dabei sein wird.
Johannessen

Die Hardrock-Veteranen stehen mit ihrem neuen Album „Rock Or Bust“ in den Startlöchern. Eigentlich ein Grund zur Freude für die Band, wenn da nicht der traurige Ausstieg eines Gründungsmitglieds und Ärger mit dem Schlagzeuger wären.

Angus Young (59) steht rauchend auf dem Balkon der Suite eines Luxushotels in Düsseldorf. Der Mann, der seit mehr als 40 Jahren in Schuluniform die größten Bühnen der Welt rockt, wirkt nachdenklich, abwesend, ja fast benommen. Er will über das neue AC/DC-Album „Rock Or Bust“ sprechen, das erste seit sechs Jahren. Aber gerade hat er erfahren, dass sein Schlagzeuger Phil Rudd unter Verdacht steht, versucht zu haben, einen Auftragskiller anzuheuern. Die Band kann dazu nichts sagen, sagt sein Manager und bittet eindringlich um Verständnis.

In einem offiziellen Statement hat die Rockband keinen Kommentar zum Fall Rudd übrig. AC/DC lässt sich nicht von den Vorwürfen aufhalten. Weder das neue Album „Rock Or Bust“ noch die Tournee 2015 seien in Gefahr. Keine Silbe der Sympathie oder Solidarität mit Rudd. Kurz darauf wird die Anklage gegen den Schlagzeuger aus Mangel an Beweisen zurückgezogen. Nun ist Rudd wütend auf die Polizei und prüft eine Schadenersatzklage.

Der Abschied von Malcolm Young nimmt die Band mit

Bei AC/DC scheint es wegen des Schlagzeugers trotzdem zu kriseln. Angus Young erklärt in einem Interview Tage später, dass es schon länger Probleme mit dem Schlagzeuger gab. Ein weiterer Wechsel in der Band wäre wohl nicht mehr überraschend.

Die mit Hiobsbotschaften gepflasterte Geschichte der Hardrock-Veteranen ist damit im November 2014 um eine Anekdote reicher. Erst wenige Wochen zuvor hatte AC/DC bekannt geben müssen, dass Gründungsmitglied Malcolm Young an Demenz leidet und die Band nach 40 Jahren verlassen musste.

Malcom Young hat noch Songs mitgeschrieben

Ein trauriger Moment? „Ja, das war es“, sagt Angus. Die Band habe die Hoffnung gehabt, dass sich sein Zustand stabilisieren wird. Aber er habe über weitere gesundheitliche Probleme geklagt. „Er hatte eine Lungenoperation, er hatte eine Herzoperation. Schließlich haben sich seine mentalen Probleme verschlechtert.“ Er habe selbst gesagt, ich kann nicht mehr.

Bei den Aufnahmen zum neuen Album „Rock Or Bust“ war Malcolm schon nicht mehr dabei, außer beim Schreiben der Songs. „Er hat so lange weitergemacht, wie er in seinem Zustand konnte“, sagt Angus Young, dessen Neffe Stevie nun nachrückt.

Stevie habe Malcolm ja schon früher einmal vertreten, als der ein schweres Alkoholproblem hatte. „Dank ihm haben wir die Tournee damals zu Ende spielen können“, sagt Angus Young. Er habe seine Sache sehr gut gemacht. „Von daher war Stevie die logische Wahl, als es darum ging, die Rolle von Malcolm zu übernehmen. Sein Gitarrenspiel ist dem von Malcolm sehr ähnlich.“

Neues Album ist frei von Experimenten

Das neue Album ist ein typisches AC/DC-Werk geworden. Elf Stücke praller, perfekt produzierter Hardrock nach bewährtem Rezept. „Wir haben unsere Art zu arbeiten nicht geändert. Wir hatten dieselben Kriterien wie für die Alben davor“, sagt der 59-Jährige. „Es ist ein gutes, aufregendes Album geworden. Wir haben die Arbeit daran genossen, trotz der Situation.“

Mit Experimenten wird AC/DC auf dem Album keinen Fan erschrecken. „Du hast deinen Stil als Band über all die Jahre definiert.“ AC/DC habe diesen Stil nie verändert, sagt Young. „Wir wussten immer, was wir am besten können.“ Und so kommen seine Lieblingsbands aus den 1960ern, verrät der Rockstar, der nun das letzte verbliebene Gründungsmitglied bei AC/DC ist: „Rolling Stones, Beatles, The Who.“