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Zur Eröffnung muss es schon eine Blues-Legende sein

Im Film „B. B. King: The Life of Riley“ von Jon Brewer spielt der Blues eine Hauptrolle.
Im Film „B. B. King: The Life of Riley“ von Jon Brewer spielt der Blues eine Hauptrolle.
dokumentART

Musikalisch geht es heute bei der Eröffnung der dokumentART zu. In der Neubrandenburger Konzertkirche gibt es eine Musiker-Doku und Live-Musik. Moderiert wird der Abend von Andreas Meenke, der Neubrandenburgs Musikfreunden als Mit-Initiator des Jazz-Frühlings bekannt ist. Ralph Schipke wollte von ihm wissen, ob ihn Blues traurig oder eher freudig stimmt.

Warum sollte man sich die Musik-Dokumentation über die Blues-Legende B.B. King nicht entgehen lassen?

B. B. King gehört zu den noch lebenden wirklichen Legenden. Aufgewachsen in ärmlichsten Verhältnissen, entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Musiker unserer Zeit, beeinflusste ganze Heerscharen von Jazz- , Rock- und Popmusikern. Solche Lebensläufe beeindrucken durch ihre Unvoraussehbarkeit, denn dieser Erfolg war Riley ja nicht in die Wiege gelegt. Letztlich war es seine unverwechselbare Spielweise auf seiner geliebten Gitarre „Lucille“, die diesen Erfolg begründete.

Und dann gibt es hörenswerte Live-Musik im Zwölf-Takt-Blues-Schema?

Die dokART fragte mich nach einer Empfehlung für den Live-Act nach dem Eröffnungsfilm. Ich empfahl EB Davis mit seiner Superband, da sie zum einen eine Show liefern, die einer Eröffnungsveranstaltung würdig ist, zum anderen weit davon entfernt ist, einen Drei-Akkorde-Blues im Zwölf-Takt-Schema „runterzududeln“. Hier greifen Einflüsse von Soul, Rock und Jazz, ähnlich wie auch beim großen Meister. War es doch B. B. King, der seinen Blues in die Welt der Entertainmentindustrie etablierte.

Ist Blues nicht zu traurig zur Eröffnung eines jungen, optimistischen und europäischen Filmfestivals?

Der Blues singende, gepeinigte, schwarze Baumwollpflücker ist ein Klischee einer längst vergangenen Zeit. Nach der Musik von EB Davis könnte man trefflich tanzen, wenn die Konzertkirche dafür Platz bietet!

Hat hier vielleicht Holm-Henning Freier, der lange Jahre selbst dokART-Chef war und immer noch im Latücht-Vereinsvorstand aktiv ist, eine persönliche Liebhaberei bei der Eröffnungsfilmwahl ins Spiel gebracht?

Das müssen Sie Herrn Freier fragen. Jedenfalls ist er mit uns als JazzConnection eng verbunden, war er doch am Anfang unser erster Festivalmanager beim Jazzfrühling. Damals spielte Louisiana Red in der Ausstellungshalle des HKB den „Bürgermeister-Blues“ für Herrn Bolick, wir haben Tränen gelacht.

Welche anderen Filme der dokumentART treffen Ihren persönlichen Nerv, welche wollen Sie auf gar keinen Fall verpassen?

Wenn es die Zeit erlaubt: „2000 m² mit Garten“, laut Programmheft ein Film über die Symbiose von Kunst und Leben, sowie „American Dreamer“ über einen dichtenden amerikanischen Patrioten. Die haben es ja zurzeit auch nicht so leicht.

 

Die dokART-Eröffnung in der Konzertkirche Neubrandenburg findet Freitagabend um 18 Uhr mit dem Film „B. B. King: The Life of Riley“ von Jon Brewer und Konzert mit der Bluesband „EB Davis & The Superband“ statt.