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Hip–Hop–Trio

Fettes Brot feiern fette Fete zum Abschied

Hamburg / Lesedauer: 3 min

Das Hip–Hop–Trio spielt das erste seiner zwei großen Abschiedskonzerte auf der Trabrennbahn Bahrenfeld in Hamburg. Rund 25.000 Menschen sind dabei. Platz für Melancholie bleibt dabei kaum.
Veröffentlicht:02.09.2023, 00:05

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Wenn die Lieblingsband in den Ruhestand geht, feiert man die Idole noch einmal kräftig. Das haben am Freitagabend rund 25.000 Fans des Deutschrap–Trios Fettes Brot auf der Trabrennbahn in Hamburg–Bahrenfeld getan — auf dem ersten der Giga–Abschiedskonzerte mit dem schönen Namen „Brotstock“.

In der Abendsonne zwischen Getränke– und Essenszelten kommt sofort Festivalfeeling auf. Als die ersten Weggefährten der „Brote“ um 18 Uhr den Bereich um die Bühne entern, stehen viele Fans noch draußen. Denn der Andrang ist groß, Anreise und Einlass chaotisch — doch die Stimmung ist super.

Positive Energie und flotte Sprüche

Als die Bands Großstadtgeflüster, Deine Freunde, Antilopen Gang und Tocotronic ihre Hommage an Fettes Brot spielen, sitzen König Boris (Boris Lauterbach, 49), Dokter Renz (Martin Vandreier, 49) und Björn Beton (Björn Warns, 50) mit auf der Bühne und lassen sich schon einmal feiern. Dann zeigen sie noch ein paar Fotos aus ihren 31 Jahren Bandgeschichte und gehen direkt mit ihrem 1996er–Hit „Jein“ in die Vollen. Alle singen, rappen und zappeln mit.

Locker–lässig performt die Hip–Hop–Truppe ihre Hits mit Live–Band, positiver Energie und flotten Sprüchen: «Hebt eure Patschehändchen in die Luft, denn die Luft hat angerufen und will gestreichelt werden.“ Platz für Melancholie bleibt dabei zum Abschied kaum. „Die Frage ist, wie viel Traurigkeit ist angesagt?“ fragt Boris Lauterbach. Und beantwortet sie direkt selbst: „Ich sage, 20 Prozent reichen. Wir sind die Mutter aller Partybands. Wir wollen uns bei euch bedanken, dass ihr all die Jahre unsere Musik gehört habt!“

Und so feuert das Trio ein Feuerwerk ihrer Hits ab: Von „Erdbeben“ und „Für immer immer“ über „Hamburg Calling“, „The Grosser“ (mit Boris' kurzer, roter Originaljacke — „Ich hab geglaubt, die macht lange Beine!») und „Amsterdam“ bis zur Plattdeutsch–Hymne „Nordisch By Nature“ und „Emanuela“ mit langem Instrumental–Beat–und–Tanz–Teil.

„Brot weint nicht“

Fettes Brot sind Vollprofis, haben sichtlich Spaß, feiern eine fette Fete und genießen ganz offenbar das Rampenlicht. Ihre Fans feiern ausgelassen mit, tanzen, grölen und lachen über die Sprüche.

Nach dem Song „Das letzte Lied auf der Welt“ gibt's zum Ende natürlich noch den Abschiedssong „Brot weint nicht“, in dem es heißt: «Das, was ich hinter meiner sehr teuren Sonnenbrille verstecke, das sind gar keine Tränen. Ich hab' bloß was im Auge, doch ihr wisst ja: Brot kann nicht weinen.“

Typisch hamburgisch bildet eine Barkasse das Bühnenbild. Doch bevor Fettes Brot endgültig die Anker lichten, geben sie am Sonnabend ein zweites fettes Open–Air–Konzert zum Abschied. Denn in Hamburg sagt man — zweimal — Tschüss.