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Leben im kleinen Versailles: Der Geldadel zieht ein

Das Schloss in Groß Rietz.

Es gilt als eines der hervorragendsten Beispiele der Schlossbaukunst in der Mark Brandenburg – das um 1700 erbaute Herrenhaus Groß Rietz, oft auch als ...

Es gilt als eines der hervorragendsten Beispiele der Schlossbaukunst in der Mark Brandenburg – das um 1700 erbaute Herrenhaus Groß Rietz, oft auch als „kleines Versailles“ bezeichnet. Kein Wunder, dass sich die Brandenburgische Schlösser GmbH die Gelegenheit nicht entgehen ließ, das zwischen Fürstenwalde und Beeskow gelegene Barockschloss Mitte der 1990er Jahre von der Gemeinde zu übernehmen und vor dem weiteren Verfall zu retten. Mehr als fünf Millionen Euro flossen in die umfangreiche, denkmalgerechte Sanierung des heruntergekommenen Gebäudes. In Weiß und Rosa erstrahlt der einstige ländliche Adelssitz derer von der Marwitz seit dem vergangenen Jahr.

Parallel zur Schönheitskur suchte die Schlösser GmbH nach einem neuen Nutzer für die 1100 Quadratmeter Schlossfläche. „Das ist ja der Sinn unserer Arbeit, Brandenburgs Schlösser und Herrenhäuser sind erst dann wirklich gerettet, wenn sie wieder sinnvoll genutzt werden“, sagt Jürgen Klemisch, Prokurist der Schlösser GmbH. „Wir sind froh darüber, für Groß Rietz endlich jemanden gefunden zu haben“, betont Klemisch.

„Erstmals wird eines unserer Objekte jetzt teilweise auch privat genutzt.“ In Groß Rietz richtet sich der Chef einer namhaften Unternehmensberatung mit Sitz in Berlin und Hamburg das Schloss gerade für seine Familie ein. In einem Vierteljahr, so schätzt der künftige Schlossbewohner, werden Spielzeugmuseum, Designbüro und Kunstgalerie eröffnet werden.

Im Dorf seien schon alle gespannt und neugierig, erzählt der Groß Rietzer Bernd Ostwald, der mit über 60 Jahren als Verwalter und Hausmeister im Schloss einen neuen Job gefunden hat.