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Eigentor macht Schlussphase zur Zitterpartie

Malchins Felix Sugint (r.) gibt alles.
Malchins Felix Sugint (r.) gibt alles.
Florian Ferber

So spannend hätten es die Malchiner Verbandsliga-Fußballer gegen den VFC Anklam sicher nicht gebraucht.

Vier Minuten vor Ende des Verbandsliga-Spiels zwischen dem FSV 1919 Malchin und dem VFC Anklam avancierte Abwehrmann Toni Schudek unfreiwillig zur Hauptperson. Seine Bogenlampe senkte sich zum 1:2-Anschlusstreffer der Gäste ins eigene Tor und bescherte einer bis dahin allenfalls mittelmäßigen Begegnung eine Schlussphase mit Thrillerpotenzial.

Am Ende der Zitterpartie verbuchten die in dieser Saison arg gebeutelten Platzherren beim 2:1-(2:0)-Erfolg den dritten „Dreier“, während die Anklamer mit einer insgesamt schwachen Vorstellung ihrer starken Auswärtsbilanz keine weiteren Zähler hinzufügen konnten. Entsprechend bedient VFC-Trainer Hagen Reeck: „Insgesamt war das von uns zu wenig. Ich hatte eine souveränere Leistung erwartet.“

120 Zuschauer sahen bei Dauerregen in Halbzeit eins auf aufgeweichtem Kunstrasen ein kampfbetontes Duell, dem die spielerischen Highlights abgingen. Chancen auf beiden Seiten – Felix Sugint und Nico Libnow auf der einen, Michal Protasewicz auf der anderen – fehlte das Adjektiv „hundertprozentig“. Verbuchten die Gäste zunächst ein optisches Übergewicht, punkteten die Malchiner in der Folge mit souveräner Defensive und vorne einer selten gekannten Effektivität. Hannes Jähnke krönte einen Traumpass auf die rechte Seite eiskalt mit dem 1:0 (26. Minute). Sechs Minuten später erhöhte Kapitän Matthias Netling per Distanzschuss auf 2:0. „Wir haben den Gegner so kämpferisch erwartet, auch seine Stärke, über Außen zu kommen, selber spielerisch aber zu wenig dagegen gehalten“, analysierte Hagen Reeck nach dem Abpfiff.

Auch in der zweiten Hälfte fanden die sonst so auswärtsstarken Anklamer nicht das richtige Gegenmittel. Sie verpassten vor dem Tor ebenso den Anschlusstreffer wie die Malchiner auf der Gegenseite die Entscheidung – bis zur jener 86. Minute, die das Adrenalin noch einmal hochschnellen ließ.

„Es war eine enge Kiste. Aber für uns zählen nur die drei Punkte, denn wir kriegen nichts geschenkt. Wir haben verdient gewonnen“, schätze Malchin-Coach Marcus Budniak ein, der mit seiner Elf nun vor dem Jahresabschluss am kommenden Sonnabend in Neubrandenburg beim 1. FCN II im Tabellenkeller etwas durchschnaufen kann.