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Könige werden in Werleburg gejagt

Gnadenlos tickte im Malchower Haus des Gastes die Zeit, denn beim Schnellschachturnier hatte jeder Spieler nur 15 Minuten Zeit, um seine Figuren in Stellung zu bringen.

Richtig familiär ging es wieder beim 19. Weihnachtsschachturnier des SV Malchower Schachinsel zu, bei dem auch Kinder gegen Erwachsene antraten.
Jens-Uwe Wegner Richtig familiär ging es wieder beim 19. Weihnachtsschachturnier des SV Malchower Schachinsel zu, bei dem auch Kinder gegen Erwachsene antraten.

Malchow. Man kann sich ja darüber streiten, ob Könige in heute noch bestehenden Monarchien ein sorgenfreies  und zu beneidendes Leben haben. Die gekrönten Männer auf einem Schachbrett haben es garantiert nicht, auch wenn sie am Wochenende sogar einen Tag lang in einer Burg residieren durften.

Die Malchower Werleburg, so wird das Haus des Gastes genannt, war nämlich gleich Schauplatz zahlreicher Schlachten, die auf 23 Brettern geschlagen wurden. Dort hatte der SV Malchower Schachinsel bereits zum 19. Mal zum traditionellen Weihnachtsturnier eingeladen.

Und das hatte es in sich, denn pro Partie hatte jeder der 46 Spieler nur 15 Minuten Zeit, das Spiel zu entscheiden. Und die Uhr des jeweils für den nächsten Zug verantwortlichen Spieler leuchtete unerbittlich. Ein Spiel endete also nicht automatisch nach 30 Minuten mit Remis, sondern die Uhr eines von beiden Duellanten lief einfach schneller ab als die andere. Und dann ging einfach nichts mehr.

Doch je „fürchterlicher“ sich das Geschehen auf den jeweils 64 Schachfeldern für den in Bedrängnis geratenden König gestaltete, umso fairer gingen die Spieler miteinander um. Ein Handschlag zum Anfang der Partie gehört dazu, und auch die Gratulation bei einem Sieg oder die Einigung auf ein Remis machen die Spieler unter sich aus. So hatte der routinierte Schiedsrichter Egbert Benik, der als Nationaler Referee  auch bei Bundesligapartien die Aufsicht führt, keine Streitigkeiten zu schlichten. Er unterstützt seit Jahrzehnten den Turnierleiter und langjährigen Freund Jörg Schmidt bei der Ausrichtung des Malchower Weihnachtsturnieres. Dieses läuft richtig familiär ab. So sind viele Kinder und Jugendliche mit dabei, die sich auch gegen Erwachsene behaupten. Und da es viele unterschiedliche Wertungen gibt wie zum Beispiel bester Jugendspieler, bester Hobbyspieler u.s.w., können auch viele Preise ergattert werden.

Malchows Stadtvertretervorsteherin Elke-Annette Schmidt, auch Ehefrau vom Turnierleiter, hatte zunächst einige Grußworte an die Teilnehmer gerichtet, bevor sie sich hinter den Tresen begab, um eine leckere und ausgesprochen preisgünstige Verpflegung der Schachfreunde zu garantieren. Auch das gehörte irgendwie zur familiären Stimmung, zumal dort weitere Familienangehörige der Schmidts den ganzen Tag die Versorgung absicherten, und Sohn Robert bei der Organisation des Turnieres mithalf. Außerdem sind viele „Königsjäger“ auch Stammgäste beim Weihnachtsturnier. Ob aus Rostock, Neubrandenburg oder sogar aus Bergen von der Insel Rügen, überall hat sich das Malchower Weihnachtsschachturnier herumgesprochen.

Kommentare (1)

Schnellschachturniere haben immer einen besonderen Charm. An nur einem Tag kann man ein ganzes Turnier spielen und man hat doch genug Zeit zum Überlegen. Beim Blitzschach mit 5Minuten Bedenkzeit ist das ja nicht so der Fall. Ich wünsche allen Teilnehmern auch weiterhin viel Spaß beim Spielen im Verein, zu Hause oder auf Turnieren.