:

Malchow wird zur richtigen Volleyball-Hochburg

In der Malchower Sporthalle wurde auf drei Feldern den ganzen Tag lang gepritscht, gebaggert und geschmettert.
             
In der Malchower Sporthalle wurde auf drei Feldern den ganzen Tag lang gepritscht, gebaggert und geschmettert.  
Jens-Uwe Wegner

Der Malchower SV 90lädt 13 Mannschaften zum Bürgermeister-Joachim-Stein-Cup ein.  

Wann ist es erlaubt, jemanden „volleyballverrückt“ zu nennen? Etwa dann, wenn er an seinem 60. Geburtstag nicht in die privaten Gefilde einlädt, sondern in eine große Sporthalle, wo er selbst den ganzen Tag lang am hohen Netz um Punkte kämpft?Trainer Jürgen Hagen vom Malchower SV 90 hat es jedenfalls so gemacht und zum 1. Bürgermeister-Joachim-Stein-Turnier nicht nur 13 teilweise hochkarätige Volleyballteams eingeladen, sondern für zahlreiche Wegbegleiter und Geburtstagsgäste auch eine VIP-Lounge auf der Tribüne eingerichtet. Denn Volleyball spielte Jürgen Hagen schon zu DDR-Zeiten und besuchte sogar eine Sportschule. Das übrigens gemeinsam mit Hans-Peter Weiß, der vielen Malchowern als Immobilienmakler bekannt ist und als „Stadionsprecher“ fungierte. Dass der früher ein sehr aktiver und erfolgreicher Volleyballer war, wissen viele Inselstädter gar nicht mehr. Die Sportart war in Malchow auch fast „eingeschlafen“, bevor Jürgen und seine Frau Conny Hagen gemeinsam mit dem „Urgestein“ Gerd Erxleben ihr wieder „Leben einhauchten“.Dafür gab es vom Bürgermeister Joachim Stein persönlich zur Eröffnung anerkennende Dankesworte und von „Gerdi“ die Ehrennadel des Volleyballverbandes in Silber.Gespielt wurde anders als sonst, nämlich zwei Sätze mit einer Dauer von jeweils 10 Minuten. Der Vorteil: Das Turnierende war bestimmbar. Der Nachteil: Der frühere Vorsitzende des KreisVolleyball-Fachausschusses, Hartmut Adler, hatte alle Hände voll zu tun, nach dem letzten Spiel alle „kleinen Punkte“ des Tages zusammenzuzählen. Aber dann stand es fest: Die Volleytigers aus Ludwigslust (Verbandsliga) konnten den großen Wanderpokal mit nach „Lulu“ nehmen. Zweite wurden die Black-Outs aus Rostock vor den Drittplatzierten, Tollense-Volleys. Die zwei Malchower Teams „Volleybären“ und „Strandpiraten“ belegten den 5. Platz und 7. Platz.Am Ende waren aber alle Sieger, denn es war ein klasse durchorganisiertes Turnier, bei dem es auch manchem Zuschauer verräterisch in den Fingern zuckte, und vielleicht der Vorsatz erwachte, es doch noch mal mit einem der schönsten Ballspiele der Welt zu versuchen.Noch eines wurde an diesem Tag klar, auch der Volleyballnachwuchs, der das Schiedsgericht unterstützte, steht in Malchow bereit. Und zum Fazit: Man darf Jürgen Hagen „volleyballverrückt“ nennen. Gäbe es doch mehr davon...